„kulturMONTAG“: Kunst- und Kulturbudget, Fotofestival „La Gacilly“ und Caster:innen beim Österreichischen Filmpreis

Anschließend: „Die literarische Soirée“ zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann und 50. Bachmann-Preis – am 15. Juni ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON

Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMONTAG“ am 15. Juni 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON stellt das kürzlich beschlossene Kulturbudget für die Jahre 2027 und 2028 vor. Die Sendung blickt außerdem auf Europas größtes Fotofestival „La Gacilly“ in Baden, das zehn Jahre nach dem Brexit-Votum Werke von Fotografie-Ikonen aus dem Vereinigten Königreich zeigt. Anlässlich der Verleihung des diesjährigen Österreichischen Filmpreises steht außerdem der Beruf der Caster:innen im Fokus. Nach dem Magazin zeigt ORF 2 „Die literarische Soirée“ (23.15 Uhr) zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann und 50. Bachmann-Preis.

Durchhalte-Parolen – Das Kunst- und Kulturbudget

Am Mittwoch hat die österreichische Bundesregierung mit dem Doppelbudget 2027/28 ihr zweites Sparpaket auf den Weg gebracht. Ein Budget „auf Kante ohne Puffer“ mit Einsparungen von fünf Milliarden Euro über beide Jahre hinweg soll Österreich aus dem Defizit herausführen. Auch Kunst und Kultur müssen einen Beitrag zur Konsolidierung des Bundesbudgets leisten. Gemäß dem Budget-Strategiebericht sinkt das Kulturbudget von 629,8 Millionen Euro 2027 um 3,3 Prozent auf 608,7 Millionen Euro, um dann für 2028 auf 617,9 Millionen Euro leicht anzusteigen. Vorausgesetzt, geopolitische Unsicherheiten, Energiepreisrisiken, die schwache Weltkonjunktur und globale Konflikte lassen es zu. 21,1 Millionen sollen also in diesem Ressort eingespart werden. Vom jährlichen Bundesvolumen ist der relative Anteil verschwindend gering, denn das Kunst- und Kulturbudget macht nur rund 0,5 Prozent des Gesamthaushalts aus. Die dringenden Sanierungsmaßnahmen von Belvedere, KHM und NHM sowie die Mehrwertsteuersenkung bei Büchern und beim Kunstkauf liegen auf Eis, die vieldiskutierte Streamingabgabe lässt ebenso auf sich warten. Der „kulturMONTAG“ hat sich in der Branche umgehört und Staatsoperndirektor Bogdan Roščić, Filminstituts-Chef Roland Teichmann, die Präsidentin des Österreichischen Musikrats Eva-Maria Bauer und IG-Autorinnen-Autoren-Geschäftsführer Gerhard Ruiss um ihre Prognosen gebeten.

So British! – Das Fotofestival „La Gacilly“

Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum im Jahr 2016 fällt die Bilanz ernüchternd aus: Die Folgen für Großbritanniens Wirtschaft waren negativ. Das Wohlstandsversprechen der „Leave Campaign“ hat sich nicht erfüllt, es entstanden mehr Bürokratie und höhere Kosten und der Handel mit der EU ist schwieriger geworden. Heute gibt es immer noch große Brexit-Fans, doch der Anteil ist mittlerweile deutlich gesunken. 2016 war die Entscheidung für den EU-Austritt mit 52 Prozent denkbar knapp. Zehn Jahre später sieht die Mehrheit der Briten laut einer aktuellen Umfrage den Brexit als Fehler an. Von Anfang an hat die britische Kreativszene den EU-Austritt scharf kritisiert und vor massiven wirtschaftlichen wie bürokratischen Hürden gewarnt. Das größte Fotofestival Europas „La Gacilly“ hat jetzt Ikonen des Vereinten Königreichs nach Baden bei Wien eingeladen, die das Gelände in eine riesige Open-Air-Galerie verwandeln. Etwa Sir Don McCullin, der Krieg und soziale Ungleichheit eindringlich dokumentiert hat, Bilder vom im Vorjahr verstorbenen Martin Parr, der mit seinem scharfen Blick die britische Gesellschaft aufs Korn genommen hat. Peter Dench zeigt ein England, das eine Mischung aus Phlegma und Exzentrik kultiviert, wo Snobismus neben roher Vulgarität stehen kann. Der „kulturMONTAG“ berichtet über das Fotofestival und hat die britischen Fotografen um ihre Einschätzung zu zehn Jahre Brexit-Votum gebeten.

Mastermind Caster – Die Talentsucher bei den Austro-Oscars

Sie scannen Zigtausende Schauspielerinnen und Schauspieler – oder auch solche, die es noch werden wollen –, sind ständig auf Talentsuche, vermitteln zwischen Darstellerinnen, Darstellern und Regie und werden dabei gern übersehen: Caster:innen – ein bis dato unterbewertetes, aber für das Gelingen eines Films doch so wesentliches Handwerk. Um das zu ändern, hat die Akademie des Österreichischen Films schon seit vergangenem Jahr die Kategorie Casting in das Rennen um den begehrten Österreichischen Filmpreis aufgenommen. Und Hollywood hat heuer bei den Oscars nachgezogen. In Österreich gibt es den Beruf der Caster:innen noch gar nicht so lange. Erst in den 1990er Jahren etablierte sich dieser neue Berufszweig. Am 18. Juni geht der 16. Österreichische Filmpreis über die Bühne. Mit insgesamt 13 Nominierungen geht der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Film „Perla“ als Favorit ins Rennen. Für das erzählerische Meisterwerk rund um eine junge Frau, die von der Vergangenheit eingeholt wird, ist Martina Poel für das Casting nominiert. Wie funktioniert diese eigene Kunst, den richtigen Schauspieler bzw. die richtige Schauspielerin für eine Rolle zu finden und ein Ensemble für einen Film zusammenzustellen? Der „kulturMONTAG“ hat Martina Poel bei der Arbeit über die Schulter geschaut und sie zum Interview gebeten.

„Die literarische Soirée“ (23.15 Uhr)

Im Rahmen des „kulturMONTAG“ wird „Die literarische Soirée“, das Ö1-Debattierforum für Literatur-Aficionados, mehrmals jährlich auch fürs TV aufgezeichnet und zeitversetzt ausgestrahlt. Das Konzept bleibt dasselbe: Eine prominente Runde aus Kritikerinnen und Kritikern diskutiert leidenschaftlich und pointiert über internationale Neuerscheinungen. Im Zentrum steht diesmal Ingeborg Bachmann, deren 100. Geburtstag im Juni gefeiert wird und deren Werk bis heute nachwirkt. Als Gäste von Moderator Günter Kaindlstorfer debattieren: YouTube-Kritiker Thoralf Czichon, Kritikerin und Programmkuratorin der Buch Wien Karin Fleischanderl und Johanna Öttl, Programmverantwortliche der Alten Schmiede in Wien.

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