
10 Jahre KLAR! – Klimawandel-Anpassungsmodellregionen in Österreich
Bei der Jubiläumsveranstaltung wurden die „KLAR!-Manager:innen des Jahres“ und das „KLAR!-Projekt des Jahres“ prämiert
ZEHN JAHRE NACH DEM START DER KLIMAWANDEL-ANPASSUNGSMODELLREGIONEN (KLAR!) IST DAS PROGRAMM ZU EINER ZENTRALEN SÄULE DER ÖSTERREICHISCHEN KLIMAWANDELANPASSUNG GEWORDEN. IM RAHMEN DER KLAR!-HAUPTTAGUNG IN BAD ISCHL FEIERTE DER KLIMA- UND ENERGIEFONDS GEMEINSAM MIT VERTRETERN AUS POLITIK, WISSENSCHAFT UND REGIONEN DAS ZEHNJÄHRIGE BESTEHEN DES ERFOLGSPROGRAMMS. HÖHEPUNKT DER VERANSTALTUNG WAR DIE AUSZEICHNUNG DER KLAR!-MANAGERIN DES JAHRES, DES KLAR!-MANAGERS DES JAHRES SOWIE DES PROJEKTS DES JAHRES 2026.
Bundesminister Norbert Totschnig übermittelte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung seine Grußworte. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte dem Programm zu seinem zehnjährigen Bestehen. Zu den Gratulanten zählten darüber hinaus Sektionschef Jürgen Schneider, BMLUK, die Bürgermeisterinnen Ines Schiller (Bad Ischl) und Sabine Promberger (Ebensee). Landtagsabgeordneter Mario Haas sowie Stadtrat Martin Schott, der in Vertretung von Landesrat Stefan Kaineder sprach, würdigten ebenso die Leistungen der KLAR!-Regionen.
Regionen- und Klimaminister Norbert TOTSCHNIG: „Seit zehn Jahren leistet dieses Programm hervorragende und unverzichtbare Arbeit für die Klimawandelanpassung in der Region. Es schafft Bewusstsein für die Folgen der Klimakrise, bringt Menschen zusammen und setzt konkrete Maßnahmen um, die unsere Gemeinden widerstandsfähiger machen. Damit ist es zu einem Vorzeigeprojekt geworden, das weit über die Region hinaus Wirkung entfaltet. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank und Anerkennung.“
Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds Bernd VOGL: „Es freut mich sehr zu sehen, wie viel unsere KLAR! Regionen im vergangenen Jahrzehnt bewegt haben und welche wichtige Rolle das Programm heute für eine klimaresiliente Zukunft Österreichs spielt. Zum 10-jährigen Jubiläum möchte ich mich bei allen Beteiligten herzlich für ihr großes Engagement bedanken. Besonders gratuliere ich der diesjährigen KLAR!-Managerin und dem KLAR!-Manager des Jahres. Sie stehen stellvertretend für die vielen Menschen, die mit ihrer Arbeit den Erfolg von KLAR! möglich machen.“
KLAR!-MANAGERIN DES JAHRES 2026: KATJA WEIRER
Als KLAR!-Managerin des Jahres 2026 wurde Katja Weirer von der KLAR! Naturpark Ötscher-Tormäuer ausgezeichnet. Die Region hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Motor für Klimawandelanpassung etabliert. Im Mittelpunkt steht ein konsequent partizipativer Ansatz: Gemeinden, Naturpark, Land- und Forstwirtschaft sowie die Bevölkerung arbeiten gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels. Die Region ist von zunehmender Trockenheit, Herausforderungen in der Land- und Forstwirtschaft, Belastungen für die Trinkwasserversorgung sowie den Auswirkungen auf den Tourismus betroffen. Gleichzeitig werden Chancen erkannt und genutzt – etwa durch neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft oder die Weiterentwicklung eines nachhaltigen Ganzjahrestourismus. „Klimawandelanpassung gelingt nur gemeinsam. Unser Ziel ist es, die Menschen in der Region mitzunehmen, Wissen aufzubauen und konkrete Maßnahmen umzusetzen, die heute wirken und morgen Sicherheit geben. Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für alle Gemeinden, Betriebe und engagierten Menschen, die diesen Weg mit uns gehen“, sagt Katja Weirer.
KLAR!-MANAGER DES JAHRES 2026: MARTIN GEBESHUBER
Mit dem Titel „KLAR!-Manager des Jahres 2026“ wurde Martin Gebeshuber von der KLAR! Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen ausgezeichnet. Unter seiner Leitung ist es gelungen, Klimawandelanpassung als zentrales Zukunftsthema in einer der bedeutendsten Natur- und Kulturlandschaften Österreichs zu verankern. Die Region, die zugleich größter Naturpark der Steiermark und einziger UNESCO Global Geopark des Bundeslandes ist, steht vor vielfältigen Herausforderungen durch den Klimawandel. Steigende Temperaturen, Trockenstress, veränderte Vegetationsperioden und häufigere Extremwetterereignisse wirken sich zunehmend auf Natur, Landwirtschaft und Lebensqualität aus. Martin Gebeshuber hat es geschafft, Klimawandelanpassung eng mit Natur- und Geologieschutz, Bildung, Regionalentwicklung und Tourismus zu verbinden. Gemeinsam mit Gemeinden, Bildungseinrichtungen und der Bevölkerung wurde ein langfristiger Fahrplan für eine klimafitte Zukunft entwickelt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Schutz wertvoller Kulturlandschaften, der Stärkung regionaler Wertschöpfung und der Sicherung der Lebensqualität für kommende Generationen. „Klimawandelanpassung gelingt nur, wenn sie von der gesamten Region getragen wird. Vom kleinbäuerlichen Betrieb bis zur Gemeindeführung ziehen bei uns viele Akteurinnen und Akteure an einem Strang. Diese Auszeichnung ist deshalb eine Anerkennung für die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten, die unsere Region Schritt für Schritt klimafit machen“, sagt Martin Gebeshuber.
PROJEKT DES JAHRES 2026: „LANDWIRTSCHAFT IM WANDEL – ERDNÜSSE AUS DEM SULMTAL UND SAUSAL“
Mit dem Projekt des Jahres 2026 wurde die Initiative „Landwirtschaft im Wandel – Erdnüsse aus dem Sulmtal und Sausal“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Projekts wurde erprobt, ob Erdnüsse als neue Kulturpflanze unter den zunehmend heißen und trockenen Bedingungen in der Region erfolgreich angebaut werden können. Der erfolgreiche Anbau zeigte, welche neuen Möglichkeiten sich durch die veränderten klimatischen Bedingungen bereits heute eröffnen. Gleichzeitig stärkte das Projekt das Bewusstsein von Landwirtinnen und Landwirten sowie der Bevölkerung für notwendige Anpassungen in der Landwirtschaft. „Auf der gesamten Projektlinie war Innovationskraft gefragt“, betont René Siener, der für das Projekt als Manager der Modellregion verantwortlich ist. Da es in Österreich beispielsweise keine speziellen Erntemaschinen für Erdnüsse gibt, wurden alternative Lösungen entwickelt – von der Ernte mit Kartoffelrodern bis hin zur händischen Ernte. Auch bei der Trocknung wurden bestehende Anlagen für Kürbiskerne genutzt. Darüber hinaus entstand im Zuge des Projekts eine vorwissenschaftliche Arbeit an der BULME Graz. „Möglich wurde das Vorhaben durch die große Unterstützung von Bürgermeistern, regionalen Betrieben, der Landwirtschaftskammer und engagierten Partnern – ein Beispiel für die Innovationskraft einer ganzen Region,“ betont Siener.
ZUM FÖRDERPROGRAMM KLAR! – KLIMAWANDEL-ANPASSUNGSMODELLREGIONEN
Seit zehn Jahren unterstützen die Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!) Gemeinden und Regionen dabei, sich gezielt auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Was 2016 als Pionierprogramm des Klima- und Energiefonds startete, hat sich mit rund 90 Regionen, mehr als 740 Gemeinden und etwa 2,2 Millionen Einwohnern zu einem zentralen Netzwerk für Klimawandelanpassung in Österreich entwickelt. Der Erfolg von KLAR! basiert auf dem Engagement vor Ort: Gemeinden und insbesondere die KLAR!-Manager:innen setzen konkrete Maßnahmen um, vernetzen relevante Akteure und schaffen die Voraussetzungen für eine wirksame Klimawandelanpassung. Die vergangenen zehn Jahre zeigen, dass Investitionen in Anpassung die Widerstandsfähigkeit von Regionen stärken und einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Österreichs leisten.
WEITERE INFORMATIONEN
Orte von morgen – die Website für Klima- und Energiemodellregionen, Klimawandel-Anpassungsmodellregionen und Pionierstädte der Mission „Klimaneutrale Stadt“
Klima- und Energiefonds
Mag. Katja Hoyer
Telefon: +43/1/585 03 90-23
E-Mail: katja.hoyer@klimafonds.gv.at
Website: https://www.klimafonds.gv.at
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