
WKÖ-Präsidentin Schultz zieht Halbzeitbilanz zur Reform: „Wir liegen wieder vorne“
Martha Schultz skizzierte vor den Delegierten des WKÖ-Wirtschaftsparlaments, wie die WKÖ sparsamer, schlanker und stärker werden soll
Zur Halbzeit des Reformjahres 2026 zog Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), eine erste Bilanz ihres umfassenden Modernisierungsprogramms und bediente sich dabei Vergleichen zur Fußball-WM: „Die vergangenen Monate waren schwierig. Aber dank weniger Fouls und einigen gut herausgespielten Treffern ist mein Eindruck: Wir liegen wieder vorne“, sagte Schultz in ihrer Rede heute vor den Delegierten des WKÖ-Wirtschaftsparlaments. Nach den Turbulenzen des vergangenen Herbstes sei für sie festgestanden: „Ein ,Weiter wie bisher‘ ist keine Option. Die Unzufriedenheit vieler Mitglieder war für uns ein klarer Auftrag zur Veränderung. Wir wollen Vertrauen zurückgewinnen und die Wirtschaftskammer moderner, effizienter und schlagkräftiger machen“, betonte Schultz.
Aus diesem Grund habe sie in der WKÖ umfassende Reformen eingeleitet. Im Zuge dieser werden Doppelgleisigkeiten abgebaut und neue Technologien genutzt, die gesamte Organisation werde konsequent am Nutzen der Mitgliedsbetriebe ausgerichtet. Dazu zählen auch strukturelle Veränderungen wie die Verkleinerung des Generalsekretariats von vier auf zwei Personen sowie die Verschlankung der Führungsstrukturen in der WKÖ. „Die Vorgabe hierzu heißt: sparsamer, schlanker, stärker“, so Schultz. Und dies werden die Mitgliedsbetriebe auch spüren: „Wir werden die Unternehmen ab 2030 um 100 Millionen Euro und nachhaltig entlasten. Wir leisten auch einen Beitrag zu einer Lohnnebenkostensenkung, den wir noch vor der Regierung auf den Tisch gelegt haben. Wir gehen als WKÖ voran“, so Schultz.
Aber auch in anderen Bereichen wie beispielsweise der Transparenz sei die Reformarbeit bereits weit fortgeschritten. Ziel sei dabei, Inhalte einfacher auffindbar und vergleichbar zu machen. Damit sollen die Leistungen der WK-Organisation sichtbarer und besser dargestellt werden. „Sie sehen also: Wir sind am Spielfeld und machen das Spiel schneller und effizienter“, so die WKÖ-Präsidentin.
MIT LOHNNEBENKOSTENSENKUNG WIRD EINE DER WKÖ-HAUPTFORDERUNGEN UMGESETZT
Als interessenpolitischen Erfolg streicht sie vor allem die Senkung der Lohnnebenkosten hervor. „Es handelt sich um die größte Lohnnebenkostensenkung seit Jahrzehnten. Das ist ein Erfolg für unsere Mitglieder, für den wir hart gekämpft haben“, sagte Schultz. Aber auch mit der Aktivpension werde eine Forderung der Wirtschaft umgesetzt und ein echter Anreiz geschaffen, länger zu arbeiten. Dank des Einsatzes der WKÖ gilt die Regelung auch für Selbständige. Zusätzlich wertet Schultz das Stromausgleichsgesetz und den Industriestrompreis als positive Maßnahmen und resümiert: „Die Habenseite stimmt: Fast zwei Drittel der Offensivmittel werden für die Wirtschaft eingesetzt.“
Auf der Sollseite allerdings steht der Teil der Budgetsanierung, der durch neue Einnahmen erzielt wird. Schultz nennt die geplante Paketsteuer oder die verlängerte Bankenabgabe als Beispiele. „Budgetsanierung durch höhere Abgaben kann nicht die langfristige Antwort sein“, so Schultz. Auch Gold Plating bei Vorgaben aus Brüssel müsse vermieden werden. Daher habe die WKÖ bei der Lohntransparenzrichtlinie die Stopptaste gedrückt. „Für uns geht es um eine entscheidende Frage: Wie kann der Wirtschaftsstandort gestärkt werden? Daher werden wir weiter hart am Ball bleiben und den Druck hochhalten“, betonte Schultz abschließend. (PWK314/DFS)
Wirtschaftskammer Österreich
Valentin Petritsch, MSC
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