
Strategische Gasreserve: Hauptausschuss entscheidet am Montag über Verlängerung bis 2029
Gasreserve von 20 TWh im Doppelbudget 2027/28 abgesichert – Verlängerung bis 2029 braucht am Montag eine Zweidrittelmehrheit im Hauptausschuss des Nationalrates
_„Versorgungssicherheit ist eine staatspolitische Aufgabe über Parteigrenzen hinweg. Gerade zu Zeiten des Iran Krieg zeigt sich, wie wichtig Sicherheit und Unabhängigkeit insbesondere in Energiefragen ist. Ich hoffe daher, dass alle Fraktionen bereit sind staatspolitische Verantwortung zu übernehmen und der Verlängerung der strategischen Gasreserve zustimmen. Damit geben wir Haushalten und Betrieben Sicherheit für die kommenden Winter“, _so WIRTSCHAFTS- UND ENERGIEMINISTER WOLFGANG HATTMANNSDORFER.
Besonders im Zusammenhang mit den kommerziellen Lagerständen der Kerosinlager (+56% = Mai Höchstwert im gesamten Betrachtungszeitraum) und Diesellager (+ 36%) und dem guten Füllstand der Gasspeicher (rund 54 %) hält BUNDESMINISTER HATTMANNSDORFER fest: _„Die Entwicklung der kommerziellen Lagerbestände bei Kerosin und Diesel ist sehr erfreulich, und auch die Gasspeicher sind mit über 50 Prozent bereits gut gefüllt. Oberstes Ziel bleibt eine Beruhigung der Lage rund um die Straße von Hormus. Für uns als Republik hat aber vor allem die Versorgungssicherheit Priorität – gerade angesichts der Iran-Krise. Die Lagerstände zeigen: Wir sind hier erfolgreich.“_
VERSORGUNGSSITUATION GAS / STRATEGISCHE GASRESERVE
* Strategische Gasreserve: 20 TWh, staatlich kontrolliert und für den Krisenfall reserviert – das entspricht rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs.
* Verlängerung: um zwei Jahre bis April 2029 (bisherige gesetzliche Befristung: 1. April 2027). Der Hauptausschuss des Nationalrates entscheidet am Montag, 6. Juli 2026, über die entsprechende Verordnung.
* Budgetmittel im Doppelbudget 2027/28: rund 115 Millionen Euro (2027) und rund 120 Millionen Euro (2028); die tatsächlichen Kosten werden voraussichtlich deutlich darunter liegen.
* Speicherfüllstand: Anfang Juli 2026 über 54 Prozent – nach rund 36 Prozent (rund 35 TWh) Ende März 2026.
* Europäischer Vergleich: Beim Verhältnis von Speicherfüllstand und Speicherkapazität zum Jahresverbrauch zählt Österreich in beiden Fällen zur europäischen Spitzengruppe.
* Prognose: Bei gleichbleibender Einspeicherrate ist zum Jahresende ein Speicherstand von rund 80 Prozent erreichbar, was in etwa einem Ganzjahresverbrauch entspricht.
* Abstand zum Vorjahr: Der Füllstand liegt rund 10 Prozentpunkte unter dem Niveau von Juni 2025. Gründe sind der kältere vergangene Winter, die Trockenheit mit vermehrtem Gaseinsatz in der Stromerzeugung und die infolge des Iran-Konflikts stark gestiegenen Gaspreise, die die Einspeicherung wirtschaftlich weniger attraktiv machten.
VERSORGUNGSSITUATION ROHÖL
* Versorgungslage Österreich: Derzeit keine für Österreich wesentlichen Infrastrukturschäden, die Tankschiffsituation in Triest ist unverändert, und die Raffinerie Schwechat meldet keine Versorgungsprobleme – die Adria-Wien-Pipeline läuft mit üblicher Auslastung.
* Strategische Pflichtnotstandsreserve: deckt rund 90 Tage ab, verwaltet von der Erdöl-Lagergesellschaft.
* Internationale Lage: Durch die Straße von Hormus laufen aktuell nur rund 2 statt der üblichen rund 20 Millionen Barrel pro Tag; alternative Routen über Yanbu und Fujairah sowie steigende Lieferungen aus dem Atlantikbecken (USA und Südamerika) federn das ab. Für 2026 wird ein Rückgang des globalen Ölangebots erwartet; die Endkundennachfrage soll gleichermaßen sinken.
* Trotz des deutlichen Nachfragerückgangs bei Rohöl und Raffinerieprodukten schwinden die globalen Reserven weiterhin in Rekordgeschwindigkeit, nicht jedoch in Österreich.
* Selbst bei einem Ende der Blockade der Straße von Hormus wird eine vollständige Erholung jedoch nicht sofort erfolgen, da Minen aus den Hauptschifffahrtsrouten entfernt werden müssen und die Normalisierung der Lieferketten Zeit benötigt.
* Die EU erkennt für Juni und Juli dennoch keinen Mangel an Rohöl oder Erdölprodukten. Erste IEA-Analysen der Ölbilanzen für 2027 zeigen im Falle einer offenen Straße von Hormus einen deutlichen Überschuss im kommenden Jahr.
VERSORGUNGSSITUATION DIESEL
* Versorgung Österreich: Österreich importiert rund 69 Prozent seines Dieselbedarfs, davon rund 71 Prozent aus Deutschland, dessen Raffinerien ohne Einschränkung produzieren.
* EU-Bezug: Aus dem Persischen Golf stammen rund 5 Prozent des EU-Dieselverbrauchs.
* Die ausgefallenen Diesel-Importe konnten kompensiert werden, wodurch kein Mangel zu erwarten ist.
* Die kommerziellen Lagerstände von Diesel (+36%) in Österreich stiegen im April 2026 ggü. März 2026 wieder deutlich an.
* Der kommerzielle Diesel-Lagerstand in Österreich lag im April 2026 30,33% über dem mehrjährigen April-Durchschnitt.
VERSORGUNGSSITUATION KEROSIN
* Versorgung Österreich: Mit einer Inlandsproduktionsquote von rund 95 Prozent produziert Österreich fast so viel Kerosin im Inland, wie es verbraucht; der Flughafen Wien wird primär über die Raffinerie Schwechat versorgt. Somit ist in Österreich von keinem Kerosinengpass auszugehen.
* Der österreichische Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) liegt im Mai 2026 deutlich unter dem Mai 2025 (-12,21 %) sowie unter dem mehrjährigen Durchschnitt (-2,28 %).
* Der kommerzielle Lagerstand von Kerosin (+56,56%) stieg im Mai 2026 ggü. April 2026 wieder deutlich an, und erreichte einen neuen Mai-Höchstwert (im Betrachtungszeitraum 21-26). Dies hat deutlich positive Entwicklungen auf die Lagerreichweiter bei Ausfällen.
* Lage Europa: Rund 15 bis 20 Prozent des EU-Verbrauchs stammten aus dem Persischen Golf; Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria kompensierten bisher rund die Hälfte der ausgefallenen Mengen.
* Im Best Case einer Öffnung ab Juli bleibt ein Engpass aus, erfordert aber den Einsatz von europäischen Kerosin-Notreserven.
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Julian Staltner
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E-Mail: julian.staltner@bmwet.gv.at
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