PFAS im Hausbrunnen? GLOBAL 2000 startet österreichweite Suchaktion

Mannswörther Brunnenfunde zeigen Risiken für private Trinkwasserversorgung

Der Nachweis von als “Ewigkeitschemikalien” bekannten PFAS in privaten Hausbrunnen in Mannswörth wirft eine beunruhigende Frage auf: Wie viele der rund 700.000 Menschen in Österreich, die ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen oder kleinen Versorgungsgemeinschaften beziehen, sind mit den langlebigen Schadstoffen belastet, ohne es zu wissen? „Seit Anfang des Jahres müssen Wasserversorger ihr Trinkwasser auf PFAS kontrollieren. Wer sein Wasser aber aus einem privaten Hausbrunnen bezieht, fällt durch dieses Kontrollnetz. Genau diese Wissenslücke wollen wir schließen“, sagt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 startet daher die erste österreichweite Suchaktion nach PFAS in privaten Hausbrunnen.

TAUSENDE MÖGLICHE PFAS-HOTSPOTS IN ÖSTERREICH

Zu den wichtigsten Quellen lokaler PFAS-Belastungen zählen aktuelle und ehemalige Löschübungsplätze sowie Flughäfen, Militärstandorte und Industrieanlagen. Expert:innen rechnen damit, dass österreichweit Tausende bislang unbekannte PFAS-Hotspots existieren. “PFAS-Kontaminationen sind unsichtbar. Was man nicht misst, sieht man nicht. Unser Ziel ist es, sichtbar zu machen, wo Belastungen auftreten und wie groß das Problem tatsächlich ist“, so Burtscher-Schaden. Teilnehmer:innen der Studie erhalten eine Laboranalyse auf 20 PFAS der EU-Trinkwasserrichtlinie.

GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG WAHRSCHEINLICH, KRITIK AN OMV

Für drei besonders gefährliche PFAS, die häufig in Löschschäumen zum Einsatz kommen, sind die gesundheitlichen Risiken besonders gut erforscht. Sie gelten als so hoch, dass in den USA sowie in einigen europäischen Ländern Trinkwassergrenzwerte zwischen zwei und zehn Nanogramm pro Liter festgelegt wurden. In Mannswörth wurden PFAS-Belastungen von bis zu 300 Nanogramm pro Liter gemessen. Welche der 20 PFAS in welchen Konzentrationen vorliegen, gab die OMV trotz mehrfacher Anfragen von geschädigten Anrainer:innen und GLOBAL 2000 bislang nicht bekannt. Stattdessen betont die OMV in einem aktuellen Informationsschreiben, es bestehe keine “kurzfristig schlagend werdende akute Gesundheitsgefahr”.

Burtscher-Schaden dazu: „Bei PFAS ist die Frage nach einer kurzfristigen akuten Gesundheitsgefahr irreführend. Entscheidend ist die langfristige Belastung durch den regelmäßigen Konsum belasteten Trinkwassers. Angesichts einer Gesamtbelastung von bis zu 300 Nanogramm pro Liter ist eine Gesundheitsgefährdung durch die Nutzung als Trinkwasser sehr wahrscheinlich. Wie groß diese ist und welche Folgen im Vordergrund stehen, hängt entscheidend davon ab, welche einzelnen PFAS in welchen Konzentrationen vorliegen.”

Für einige der am besten untersuchten PFAS ist eine langfristige Belastung unter anderem mit einer Beeinträchtigung des Immunsystems, der Fruchtbarkeit und einem erhöhten Risiko für Nieren- und Hodenkrebs verbunden. “Genau deshalb ist es unverzichtbar, dass die OMV diese Messdaten offenlegt. Dass sie die Betroffenen und die Öffentlichkeit darüber weiterhin im Unklaren lässt, ist unverständlich und verantwortungslos“, so Burtscher-Schaden

DER WEG ZUR ANALYSE

Teilnehmer:innen der Studie erhalten eine Laboranalyse der 20 PFAS der EU-Trinkwasserrichtlinie zu einem um ein Drittel reduzierten Preis von 195 Euro exklusive Umsatzsteuer. Regulär kostet eine Probe 296 Euro exklusive USt. Das Umweltanalytik-Labor Institut Dr. Wagner unterstützt die Bürgerstudie durch diesen Preisnachlass. Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter https://www.global2000.at/pfas-testen.

Dr. Helmut Burtscher-Schaden
Umweltchemiker GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 34
helmut.burtscher@global2000.at

Christoph Gerhardt
Pressesprecher GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 26
christoph.gerhardt@global2000.at

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