
UNOS: Bernhard fordert Rücktritt von WKW-Präsident Ruck
Bauer: „So sind wir nicht. Die WKW muss sich strukturell, personell und kulturell ändern.“ – Bernhard: „Walter Ruck sollte sein Amt zur Verfügung stellen.“
Für UNOS – Unternehmerisches Österreich hat die Causa Ruck einen Punkt erreicht, an dem die Wirtschaftskammer Wien Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit gleichzeitig verliert.
„Die anhaltende Debatte lähmt die Wirtschaftskammer Wien in einer Zeit, in der die Unternehmerinnen und Unternehmer eine handlungsfähige Interessenvertretung dringend brauchen. Statt über Standort, Bürokratie und die weitere Senkung der Kammerumlage 2 zu sprechen, dominieren Postenschacher und ein Führungsstil, der offen despektierlich über die eigenen Mitglieder – von der Industrie abwärts – redet. Das beschädigt das Vertrauen der Pflichtmitglieder, konterkariert den Reformkurs von WKÖ-Präsidentin Martha Schultz und schadet der Kammer als Institution“, stellt UNOS Wien Landessprecher Conrad Bauer fest.
Für Bauer geht es daher nicht nur um die Aufarbeitung eines Einzelfalls, sondern um die Frage, wie sich die Wirtschaftskammer Wien insgesamt neu aufstellt. „So sind wir nicht. Die Wirtschaftskammer Wien muss sich ändern – strukturell, personell und kulturell. Die Mitglieder zahlen verpflichtend Beiträge und haben ein Recht auf eine Kammer, die handlungsfähig ist, ihre Interessen ernst nimmt und integer geführt wird. Wer immer künftig an der Spitze steht, wird an konkreten Schritten gemessen werden“, so Bauer.
UNOS Wien legen dazu drei konkrete Reformschritte für die Wirtschaftskammer Wien vor:
* VERBINDLICHER CODE OF CONDUCT mit klaren Regeln und Sanktionen. Schluss mit Frauenfeindlichkeit und respektlosem Umgang – nach außen wie hinter verschlossenen Türen.
* VERPFLICHTENDE, ÖFFENTLICHE AUSSCHREIBUNGEN für Funktions- und Führungsposten nach transparenten Kriterien, auch für Nominierungen durch die Kammer. Schluss mit Postenschacher in der Kammer und in kammernahen Einrichtungen.
* ECHTE UR-WAHLEN: Direktwahl der WKW-Präsidentin / des WKW-Präsidenten und der Mitglieder des Wirtschaftsparlaments. „Vor der Wahl 87 Mandate, nach der Wahl 92, aktuell 93 – ohne nachvollziehbare Begründung. Dieser Umgang mit der eigenen Struktur ist Teil des Problems und kann nur durch eine Wahlrechtsreform gelöst werden“, so Bauer.
Für UNOS Bundessprecher Michael Bernhard sind personelle Konsequenzen die Voraussetzung dafür, dass diese Reformen überhaupt gelingen können: „Es ist Walter Ruck, der als Präsident für den derzeitigen Zustand die Verantwortung trägt. Solange er im Amt bleibt, wird die Debatte weiterlaufen – zulasten der Mitglieder, zulasten der Handlungsfähigkeit der Kammer und zulasten des Reformkurses in der WKÖ. Ein rascher Schlussstrich liegt im Interesse der Wirtschaftskammer selbst. Walter Ruck sollte sein Amt zur Verfügung stellen“, fordert Bernhard.
„Es geht nicht um eine Personaldebatte um ihrer selbst willen. Es geht darum, dass die Wirtschaftskammer endlich wieder über die Anliegen ihrer Mitglieder spricht und nicht über sich selbst. Der Rücktritt ist der notwendige erste Schritt, um die Debatte zu beenden und der Kammer Handlungsfähigkeit zurückzugeben. Er ersetzt aber keine strukturelle Erneuerung. Ohne echte Reformen bleibt jedes Bekenntnis zur Veränderung Fassade und der Schaden für die Wiener Wirtschaft wächst weiter“, so Bernhard abschließend.
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.
UNOS – Unternehmerisches Österreich
Mag. Lena Nagl
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