
Live-zeitversetzt von den Bregenzer Festspielen: Verdi-Hit „La traviata“ am 24. Juli in ORF 2 und auf ORF ON
Zur Einstimmung „Bregenzer Festspielmagazin 2026“; am 2. August Making-of-Doku
Heute, am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, wurden die 80. Bregenzer Festspiele feierlich eröffnet – der ORF war live dabei und übertrug den Festakt aus dem Festspielhaus in ORF 2 und 3sat sowie auf ORF ON (dort weiterhin abrufbar). Bereits am Freitag, dem 24. Juli, folgt mit der neuen Seebühnenproduktion „La traviata“ das nächste Highlight vom Bodensee im ORF: Live-zeitversetzt um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON (Dacapo: 29. August, 20.15 Uhr, 3sat) steht die bisher zweite Aufführung der Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Meisterwerk, die heute Abend in Bregenz Premiere feiert, auf dem Programm. Den Opernklassiker über das Lieben und Sterben der Pariser Edelkurtisane Violetta Valéry, der eine zeitlose Geschichte über Liebe, Verlust und gesellschaftliche Zwänge erzählt, hat Regisseur Damiano Michieletto aus dem 19. Jahrhundert in die glamouröse, aber auch unbarmherzige Zeit der 1920er Jahre verlegt. „La traviata“ – „die vom Weg Abgekommene“ – findet sich in einer Welt zwischen Jazzclubs und dekadenten Festen, Lebenshunger und Zerbrechlichkeit wieder, in der scheinbar alles erlaubt ist – außer echter Liebe.
Die Wiener Symphoniker spielen unter der Leitung von Kirill Karabits. In der Titelpartie steht Marjukka Tepponen auf der Bühne, in den weiteren Hauptrollen sind Julien Behr als Alfredo und Vladimir Stoyanov als dessen Vater Giorgio zu erleben. Es singen der Bregenzer Festspielchor und der Prager Philharmonische Chor. Die ORF-Bildregie hat Klassik-Routinier Henning Kasten übernommen und bringt mit insgesamt elf HD-Kameras das einzigartige Flair der Bregenzer Seebühne direkt in die heimischen Wohnzimmer. Durch den bewegenden Opernabend führt Kulturmoderatorin Teresa Vogl.
Einstimmend auf die Opernpremiere bietet das vom ORF Vorarlberg produzierte „Bregenzer Festspielmagazin 2026“ um 18.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON (Dacapos: 26. Juli, 9.30 Uhr, ORF III; 27. Juli, 10.45 Uhr, ORF 2) Einblicke in das Festivalgeschehen. Ergänzend dazu sendet ORF 2 am 2. August um 18.25 Uhr das ebenfalls vom ORF Vorarlberg hergestellte „Österreich Bild: Verdis La traviata – Hinter den Kulissen der größten Seebühne der Welt“ (Dacapos: 6. August, 10.45 Uhr, ORF 2; 9. August, 9.30 Uhr, ORF III; 25. August, 12.50 Uhr und 29. August, 15.30 Uhr, 3sat).
Verdis Meisterwerk erstmals auf Bregenzer Seebühne
Giuseppe Verdis „La traviata“ zählt zu den meistgespielten Opern der Welt und berührt bis heute durch ergreifende Melodien und eine zeitlose Geschichte von Liebe, Freiheit und gesellschaftlicher Konvention. Mit seiner „vom Weg Abgekommenen“ brachte der Komponist einen zeitgenössischen und gesellschaftlich brisanten Stoff auf die Opernbühne. Als literarische Vorlage diente ihm und seinem Librettisten Francesco Maria Piave der Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren. Der Schriftsteller verarbeitete darin sein Verhältnis zur Pariser Kurtisane Marie Duplessis, die im Alter von gerade einmal 23 Jahren an Tuberkulose starb. In „La traviata“ wird aus Marie Violetta. Die Darstellung einer Edelprostituierten als tragisch liebende Hauptfigur war zu jener Zeit ein völliges Novum. Das Stück stieß bei seiner Uraufführung 1853 am Teatro La Fenice in Venedig zunächst auf Ablehnung beim Publikum. Doch schon die zweite Aufführung 1854 wurde zum Triumph. „La traviata“ wird heuer erstmals in der 80-jährigen Bregenzer Festspielgeschichte auf der Seebühne am Bodensee zu erleben sein.
„Roaring Twenties“ als Symbol für Exzess und Hedonismus
Die Kurtisane Violetta Valéry genießt das pulsierende Leben der Pariser Gesellschaft. Doch hinter der funkelnden Fassade verbirgt sich eine Frau, deren Herz mehr sucht als Glanz und Vergnügen. Als der junge Alfredo Germont ihre Welt betritt, scheint ein anderes Leben greifbar – eines, das auf Liebe und Aufrichtigkeit gründet. Doch in einer Welt, in der Geld und gesellschaftliches Ansehen über allem stehen, bleibt wenig Raum für wahre Gefühle.
Für die Bregenzer Festspiele verlegten der gefeierte italienische Regisseur Damiano Michieletto und der Bühnenbildner Paolo Fantin die Handlung in die Ära der „Roaring Twenties“ – eine Welt voller mondäner Jazzclubs, glitzerndem Überfluss und innerer Leere. „Diese Zeit wurde zum Symbol für Exzess und Hedonismus“, sagt Michieletto. „Sie passt perfekt zur Atmosphäre von ‚La traviata‘ und zur Opulenz der Seebühne.“ Wie in F. Scott Fitzgeralds Roman „Der große Gatsby“ wird diese zum Spiegel einer Gesellschaft, die alles haben will und dabei das Menschliche verliert. Dementsprechend ist ein zerbrochener Spiegel das zentrale Bühnenelement und steht darüber hinaus auch für die innere Zerrissenheit Violettas.
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