
EZB präsentiert Endauswahl der Designs für die neuen Banknoten und startet öffentliche Umfrage
DIE EUROPÄISCHE ZENTRALBANK (EZB) HAT HEUTE DIE IN DIE ENDAUSWAHL GEKOMMENEN GESTALTUNGSVORSCHLÄGE FÜR DIE NÄCHSTE EURO-BANKNOTENSERIE VORGESTELLT. SIE HAT AUSSERDEM EINE ÖFFENTLICHE UMFRAGE GESTARTET, BEI DER DIE MENSCHEN IN GANZ EUROPA IHR FEEDBACK ABGEBEN KÖNNEN. DIESE GESTALTUNGSVORSCHLÄGE BERUHEN AUF ZWEI VERSCHIEDENEN THEMEN – „EUROPÄISCHE KULTUR“ UND „FLÜSSE UND VÖGEL – SOWIE DAMIT VERBUNDENEN MOTIVEN, DIE DIESE THEMEN ILLUSTRIEREN SOLLEN.
„Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas“, so Christine Lagarde, Präsidentin der EZB. „Durch Designs, die Schönheit und Sinn in sich vereinen, werden sie unsere gemeinsame Identität stärken.“
„Bargeld ist und bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Zahlungsverkehrs. Wahlfreiheit bei der Bezahlung ist ein zentrales Anliegen des Eurosystems. Deshalb werden die Euro-Banknoten laufend weiterentwickelt und mit noch moderneren Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Jetzt startet ein breiter öffentlicher Beteiligungsprozess, bei dem alle Europäerinnen und Europäer ihre Meinung zu den Gestaltungsvorschlägen einbringen können. Das ist wichtig, denn die Euro-Banknoten gehören den Menschen in Europa – sie sollen sich auch in ihrem Design wiederfinden“, unterstreicht Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
OeNB-Direktor Thomas Steiner erinnert an die Ausgabe der ersten, vom Österreicher Robert Kalina entworfenen Euro-Banknoten: „Die Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 war nicht nur ein bloßer Währungswechsel. Das Euro-Bargeld wurde vielmehr zum ersten gemeinsamen Symbol eines zusammenwachsenden Europas. Fast ein Vierteljahrhundert später ist der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt und ein Garant für Stabilität und Vertrauen. Doch Bargeld lebt nicht nur von Sicherheit und Funktionalität. Deshalb entwickeln wir nicht nur die Sicherheitsmerkmale, sondern auch das Design der Euro-Banknoten weiter.“
Die Vorschläge, die es in die Endauswahl geschafft haben, sind in einem EU-weiten Design-Wettbewerb ermittelt worden. Mehr als 1 200 Grafikdesignerinnen und -designer hatten sich beworben. 25 von ihnen waren eingeladen worden, Gestaltungsvorschläge für ein Thema oder beide Themen auszuarbeiten. Eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaft und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euroraums nominiert worden waren, wählte anschließend zehn Vorschläge aus.
Nun sind alle Menschen in Europa eingeladen, sich in einer auf Beschluss des EZB-Rats initiierten Online-Umfrage zu diesen zehn Gestaltungsvorschlägen zu äußern. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum 21. September 2026. Parallel dazu wird ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine separate Umfrage mit denselben Fragen bei einer repräsentativen Stichprobe von Bürgerinnen und Bürgern des Euroraums durchführen. Die EZB wird einen Bericht über die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt worden ist. Das Feedback der Öffentlichkeit ist ein wesentliches Element des inklusiven Ansatzes des Eurosystems. So wird sichergestellt, dass die Ansichten von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Europa berücksichtigt werden.
Die endgültige Entscheidung über die Gestaltung der neuen Banknoten wird der EZB-Rat voraussichtlich gegen Jahresende fällen. Er wird sich dabei auf verschiedene Informationen stützen, unter anderem die Schlussfolgerungen der Jury des Design-Wettbewerbs, eine technische Bewertung sowie die Ergebnisse der beiden Umfragen.
Das ausgewählte Design wird dann weiter ausgearbeitet und getestet, bevor es in die Produktion geht. Die Banknoten der neuen Serie werden voraussichtlich in den darauffolgenden Jahren in Umlauf gebracht. Die Euro-Banknoten der vorherigen Serie werden ihren Wert behalten und neben der neuen Serie in Umlauf bleiben. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Ausgabe im Jahr 2002.
„Die Neugestaltung der Euro-Banknoten ist Teil der langfristigen Bemühungen des Eurosystems, dafür zu sorgen, dass Bargeld ein sicheres, effizientes und ansprechendes Zahlungsmittel bleibt und der Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu öffentlichem Geld sowie ihre Freiheit bei der Wahl des Zahlungsmittels erhalten bleibt“, so EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone.
Die regelmäßige Ausgabe neuer Banknotenserien ermöglicht es, vom technologischen Fortschritt zu profitieren, um Geldfälschern einen Schritt voraus zu sein. Die neuen Banknoten werden neuartige und verbesserte Sicherheitsmerkmale enthalten, die die Echtheitsüberprüfung erleichtern und die hindernisfreie Nutzung – auch durch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen – verbessern.
Die EZB ist außerdem bestrebt, den ökologischen Fußabdruck der Banknoten zu verringern, indem sie deren Haltbarkeit verbessert und nachhaltigere Materialien und Produktionsprozesse einsetzt.
WEITERFÜHRENDE LINKS
Bilder und Videos der Entwürfe, die in die engere Auswahl gekommen sind, Informationen zum Auswahlverfahren und weiteres Anschauungsmaterial finden Sie auf der eigens dafür eingerichteten EZB-Website.
Hier gelangen Sie zur öffentlichen Umfrage
Oesterreichische Nationalbank
Pressesprecherin
Mag.a Marlies Schroeder, MiM
Telefon: (+43-1) 404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at
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