
GPA-Steiner: „Wer Sorgearbeit kleinredet, zementiert die Pensionslücke!“
Gewerkschaft GPA kritisiert Stocker-Aussage – Equal Pension Day zeigt reale Folgen veralteter Rollenbilder
Mit Kritik reagiert die Gewerkschaft GPA auf die jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker. „Kinder zu betreuen, zu erziehen, Hausaufgaben zu begleiten, Arzttermine zu organisieren, für Essen, Sicherheit und Fürsorge zu sorgen, ist Arbeit. Sie wird nur meist nicht bezahlt. Wer das leugnet, blendet die Realität von hunderttausenden Familien in Österreich aus“, betont Sandra Steiner, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft GPA.
„Wenn Kinderbetreuung keine Arbeit wäre, warum müssen dann Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren? Warum fehlen Betreuungsplätze? Warum kämpfen Familien täglich um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?“, so Steiner. „Nur weil dafür kein Gehaltsscheck ausgestellt wird, verschwindet der Aufwand nicht. Ohne diese tägliche Leistung von Millionen Eltern würde unsere Wirtschaft keinen einzigen Tag funktionieren“, setzt die Gewerkschafterin fort.
Besonders befremdlich seien die Aussagen mit Blick auf den Equal Pension Day am kommenden Sonntag. Am 9. August haben Männer statistisch bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen. Die durchschnittlichen Frauenpensionen liegen in Österreich um 39,4 Prozent unter jenen der Männer.
„Diese Pensionskluft fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis eines Arbeitslebens, in dem Frauen häufiger und länger ihre Erwerbsarbeit unterbrechen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Wer diese Arbeit nicht als Arbeit begreift, ignoriert eine der zentralen Ursachen der finanziellen Benachteiligung von Frauen“, kritisiert Steiner.
„Immer und immer wieder sind es berufstätige Frauen, auf deren Rücken derartige ideologische Debatten ausgetragen werden – egal ob es die Teilzeitdebatte betrifft oder nun die unbezahlte Care-Arbeit. Doch die Frauen in unserem Land verdienen sich endlich echte Wahlfreiheit statt konstanter politischer Bevormundung“, appelliert die Gewerkschafterin.
Steiner fordert einen konsequenten Ausbau hochwertiger Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, bessere Rahmenbedingungen für berufstätige Eltern sowie Maßnahmen für eine faire Verteilung von Betreuungsarbeit zwischen Frauen und Männern. „Solange Betreuung und Pflege als etwas betrachtet werden, das nebenbei und selbstverständlich erledigt wird, wird sich auch an der ungleichen Verteilung von unbezahlter Carearbeit nichts ändern“, so die Gewerkschafterin abschließend.
Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
Raphaela Lang
Telefon: 0676 817 111 368
E-Mail: raphaela.lang@gpa.at
Website: https://www.gpa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender