
Lopatka: Wahlen in Sambia geordnet, aber mit großen Schwächen
EU-Wahlbeobachtung unter Leitung von Delegationsleiter Lopatka legt ersten Bericht zu den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2026 vor
„Die Wahlen 2026 in Sambia sind insgesamt geordnet abgelaufen, insbesondere am Wahltag selbst. Zugleich waren sie von großen Schwächen geprägt“, hält Reinhold Lopatka, Leiter der Wahlbeobachtungsdelegation des Europäischen Parlaments in Sambia, im Zuge des Pressegesprächs in Lusaka fest.
„Für Europa ist Sambia als großer Rohstoffexporteur von Kupfer und Kobalt, aber auch als Partner in internationalen Organisationen sehr wichtig“, so Lopatka.
„Die Wahlkommission Sambias hat die Vorbereitungen bis zum Wahltag ausreichend gut gemanagt. Es gab jedoch Verzögerungen, widersprüchliche Kommunikation und Probleme bei der Akkreditierung, die auch die Arbeit unserer Mission beeinträchtigt haben. Mehrere Gesprächspartner haben zudem Vorbehalte gegenüber der Unparteilichkeit der Wahlkommission geäußert. Das nehmen wir ernst“, betont Lopatka.
„Besonders alarmierend ist die massive Schieflage beim staatlichen Rundfunk: 98 Prozent der Berichterstattung entfielen auf den Präsidenten, nur zwei Prozent auf die Oppositionskandidaten. Das widerspricht nicht nur internationalen Standards, sondern auch sambischem Recht. Demokratischer Wettbewerb braucht faire Spielregeln für alle“, so Lopatka.
„Zutiefst bedauerten die Parlamentarier, dass es im Umfeld der Wahl zu Gewalt und zu Todesopfern gekommen ist. Wie die Wahlbeobachtungsdelegationen des Europäischen Parlaments immer betont haben: Schon ein verlorenes Menschenleben ist eines zu viel“, so Lopatka abschließend.
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