
Wirtschaftsagentur Wien zeichnet 17 angehende Pädagog*innen für neue Wege in der MINT-Bildung aus
Prämierte Konzepte bringen MINT früh in Kindergarten und Volksschule und stärken damit die Fachkräftebasis von morgen
Die Wirtschaftsagentur Wien vergab zum fünften Mal den futureEDUCATION Award: 17 angehende Pädagog*innen wurden am 17. September im Wiener Rathaus ausgezeichnet. In ihren Abschlussarbeiten zeigen sie neue Wege auf, um Kinder bereits in Kindergarten und Volksschule an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik heranzuführen. Mit dem Award setzt die Wirtschaftsagentur Wien einen wichtigen Impuls für die Förderung künftiger Fachkräfte und stärkt damit langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Wien. Denn ob ein Kind später in einem dieser Bereiche arbeiten möchte, wird wesentlich durch die ersten Lernerfahrungen beeinflusst. Zudem prägt das soziale Umfeld früh, welche Interessen junge Menschen entwickeln und wie sehr sie ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen lernen. Die prämierten Konzepte setzen auf spielerisches Entdecken und können unmittelbar in den pädagogischen Alltag übernommen werden. Die Vorschläge der angehenden Pädagog*innen bringen die Kinder auf neue Ideen und räumen mit der Vorstellung von klassischen Buben- oder Mädchenberufen auf.
„Neugier sowie die Freude am Tüfteln und Experimentieren sind wichtige Grundlagen für die Zukunft. Dafür braucht es Pädagog*innen, die Kinder ermutigen, Fragen zu stellen, Neues auszuprobieren und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Gerade Kindergarten und Volksschule können entscheidend dazu beitragen, früh Interesse an MINT-Fächern zu wecken. Gleichzeitig verfestigen sich in diesem Alter auch Rollenbilder, die insbesondere Mädchen in ihren Möglichkeiten einschränken können. Mit dem Award zeichnen wir daher angehende Fachkräfte aus, die neue Konzepte für diese wichtige Phase entwickeln“, betont Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin, Barbara Novak.
DIE NÄCHSTE INGENIEURIN SITZT VIELLEICHT SCHON HEUTE IM KINDERGARTEN
Ob Künstliche Intelligenz, Klimaschutz oder digitale Technologien: Wissen, Neugier und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen, schaffen wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben, gesellschaftliche Teilhabe und faire Chancen. Deshalb setzt Wien verstärkt auf MINT-Bildung und schafft frühe Zugänge zu Technik, Forschung und Innovation für alle Kinder. „Wiens Zukunft als Innovationsstandort braucht Menschen, die neugierig sind, kreativ denken, Probleme lösen wollen und Neues entwickeln. Die Grundlagen dafür entstehen lange bevor junge Menschen eine Ausbildung oder einen Beruf wählen. Kindergarten und Volksschule spielen dabei eine wichtige Rolle. Kinder können dort ihre Interessen entdecken, Fähigkeiten erproben und erleben, dass unterschiedliche Talente selbstverständlich Platz haben“, so die Vizebürgermeisterin.
Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, ergänzt: „Mit dem futureEDUCATION Award wollen wir dazu beitragen, Kinder früh für Themen zu begeistern, die für die Zukunft unserer Stadt und unseres Wirtschaftsstandorts wichtig sind. Wenn wir über die Fachkräfte von morgen sprechen, müssen wir auch darauf schauen, welche Möglichkeiten wir Kindern heute eröffnen. Mit dem Award zeichnen wir angehende Pädagog*innen aus, die dafür neue Wege aufzeigen.“
SPIELERISCH FORSCHEN, ROLLENBILDER AUFBRECHEN
Gerade in der frühen Bildung sollten Rollenbilder aufgebrochen werden, bevor sie Interessen und Selbstvertrauen einschränken. Wie früh Geschlechterstereotype wirken können, untermauert eine der ausgezeichneten Masterarbeiten. In vier Wiener Volksschulklassen mit insgesamt 75 Kindern wurde ein spielerischer Zugang zu Robotik und weiteren MINT-Themen erprobt. Dabei wurde deutlich: Das Interesse an den Themen war bei Mädchen und Buben gleichermaßen hoch. Unterschiede zeigten sich jedoch in der Nutzung digitaler Angebote sowie in den Berufsvorstellungen. Technische Tätigkeiten und Berufe wurden häufiger mit Buben verbunden, soziale und kreative Berufe eher mit Mädchen.
Eine weitere Abschlussarbeit beschäftigt sich damit, wie naturwissenschaftlicher Unterricht gestaltet werden kann, damit Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam experimentieren und dabei Lernfortschritte erzielen. Pädagogin Sarah Rhomberg beschreibt ihr inklusives Konzept so: „Ich habe mit den Kindern Versuche zum Thema Luft durchgeführt. Vor und nach dem Projekt haben wir getestet, was sie bereits wissen und was sie dazugelernt haben. Ein Schüler mit erhöhtem Förderbedarf antwortete vor dem Projekt auf die Frage, wo Luft ist: ‚Im Körper‘. Danach sagte er: ‚Luft ist im Schulgebäude, bei mir zuhause und auf der Autobahn.‘ Daran konnte man sehr gut sehen, was er aus dem Experiment mitgenommen hat.“
Die Wirtschaftsagentur Wien zeichnete bereits zum fünften Mal jene Projekte sowie Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten mit dem futureEDUCATION Award aus, die neue Ansätze für MINT in der frühen Bildung aufzeigen. Heuer wurden 17 Preisträger*innen der bafep21, der Pädagogischen Hochschule Wien sowie der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich prämiert.
Michaela Reichel
Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Barbara Novak
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