
„Handeln unter Druck“ – Spardruck muss Reformdruck erzeugen
neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer präsentiert neues Buch
NEUNERHAUS-GESCHÄFTSFÜHRERIN ELISABETH HAMMER LUD ANLÄSSLICH DER PRÄSENTATION IHRES AKTUELLEN BUCHES ZUR DISKUSSION ÜBER SPARDRUCK, RECHTSRUCK, GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG UND – EINEN „KLIMAWANDEL IM SOZIALEN“.
Wie können Sozialbudgets stabilisiert werden, ohne gesellschaftliche Probleme lediglich in die Zukunft zu verschieben? Diese Frage stand im Zentrum der Buchpräsentation von Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus und Vorsitzende der BAWO. In ihrem neuen Essay „Handeln unter Druck. Wie soziale Organisationen wirksamer werden“ plädiert sie angesichts aktueller Kürzungsdebatten für strukturelle Reformen statt kurzfristiger Einsparungslogiken. Anschließend an einen Eingangsimpuls der Autorin diskutierte sie gemeinsam mit Fiskalratspräsident Christoph Badelt die zentralen Thesen des Buches; moderiert von Journalistin und Autorin Edith Meinhart.
KLIMAWANDEL IM SOZIALEN
Soziale Organisationen unterstützen täglich Menschen in Not und stabilisieren Lebenslagen. Doch in einer Zeit wachsender Ungleichheit, von Spardruck und Rechtsruck geraten auch sie zunehmend unter Druck. Elisabeth Hammer beschreibt diese Entwicklung in ihrem Buch als „Klimawandel im Sozialen“: einen schleichenden Prozess, in dem Sicherungssysteme, Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt erodieren und in dem restriktive sozialpolitische Entscheidungen zu Kipppunkten werden. „Dieser Klimawandel im Sozialen zeigt sich selten durch einen großen Einschnitt und erst spät in Statistiken: Er entsteht durch viele kleine Verschlechterungen wie kompliziertere Zugänge, längere Wartezeiten, Kürzungen, Leistungsabwehr und gesellschaftliche Entsolidarisierung“, stellt die Autorin fest. Christoph Badelt ergänzt: „Bei einer gelingenden Budgetpolitik muss man besonders die Menschen im Auge behalten, die am Rande stehen, weil bei diesen Menschen am ehesten eingespart wird, Stichwort Förderungen. Deshalb denke ich, dass Sozialorganisationen rasch Opfer von Einsparungen werden können – in einem viel größeren Ausmaß, als es budgetpolitisch sinnvoll wäre. Dagegen muss man sich wappnen.“
SOZIALHILFE ALS SICHERHEITSNETZ UND SPRUNGBRETT
Auch am Beispiel der aktuellen Sozialhilfe-Debatte entscheidet sich laut Hammer nicht nur, wer wie viele Euro bekommt, „sondern auch ganz stark die Fragen: Wer gehört dazu? Wer wird abgesichert? Und bei wem beginnen wir, gesellschaftliche Verantwortung zurückzunehmen? Sozialarbeit soll dort unterstützen, wo sie fachlich gebraucht wird – und nicht notwendig sein, um Bürokratie zu überwinden. Sozialhilfe muss ein Sicherheitsnetz und Sprungbrett sein – kein Hindernisparcours mit Misstrauensvorschuss für den oder die Antragsteller*in.“
KOSTE ES, WAS ES SOLLE?
Aktuell wird darüber gesprochen, was noch finanzierbar ist. Elisabeth Hammer stellt die Gegenfrage: Was kostet es gesellschaftlich, wenn wir nicht rechtzeitig investieren? Und: Wo braucht es statt linearer Kürzungen echte Umsteuerung? „Wir müssen neue Lösungen finden. Hilfe, wie wir sie derzeit leisten, gerät an ihre Grenzen. Wir müssen soziale Systeme so gestalten, dass Menschen möglichst gar nicht erst in existenzielle Not geraten – und wenn doch, rasch und dauerhaft wieder herausfinden.“ Ausgehend von konkreten Erfahrungen in der Wohnungslosenhilfe zeigt Elisabeth Hammer, warum ein „Weiter wie bisher“ nicht ausreicht: „Wir brauchen eine bessere Diskussion darüber, welche Strukturen tatsächlich wirken, wo wir frühzeitig investieren müssen und wie soziale Sicherheit auch unter schwierigen budgetären Bedingungen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Mein Buch ist kein Wunschzettel ans Christkind. Viele Lösungen kennen wir aus der Praxis längst – entscheidend ist, sie umzusetzen und weiterzuentwickeln.“
Fotomaterial unter www.neunerhaus.at/presse
Elisabeth Hammer: „Handeln unter Druck. Wie soziale Organisationen wirksamer werden“
Einband gebunden, Umfang 176 Seiten
Ersch. Datum: September 2026
Reihe Picus Konturen
Ꞓ24,00, E-Book Ꞓ18,99
neunerhaus
Eva-Maria Bauer
Telefon: +43 660 86 00 310
E-Mail: eva-maria.bauer@neunerhaus.at
Website: https://www.neunerhaus.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender