
EEÖ: Netzdienliche Speicher müssen beanreizt statt ausgebremst werden
Speicherzubau ist wesentlicher Bestandteil eines kosteneffizienten Stromsystems; Branche fordert Nachbesserungen bei geplanten Netzentgeltregeln
Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) kritisiert die intransparenten abschließenden Beratungen zur NETZENTGELT-VERORDNUNG. Wesentliche Weichenstellungen mit langfristigen Folgen für das Energiesystem seien auf den letzten Metern ohne ausreichend transparente Einbindung der Fachpraxis erfolgt. Der EEÖ befürchtet, dass Speicherpotenziale durch nachteilige Netzentgeltregeln eingeschränkt werden könnten und damit höhere Stromkosten drohen sowie zusätzlicher Netzausbaubedarf.
„Wer Stromspeicher ausbremst, bremst ein wichtiges Instrument zur Senkung der Strom- und Netzkosten. Tarifregeln dürfen Investitionen in Speicher nicht erschweren und ihren Nutzen für das Stromsystem nicht durch zu eng gefasste Kriterien ausbremsen. Andernfalls entstehen gerade für jene Investitionen wirtschaftliche Hürden, die das Stromsystem effizienter und langfristig leistbarer machen“, betont Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin von Erneuerbare Energie Österreich.DIE VERORDNUNG ERSCHWERE DIE NUTZUNG BESTEHENDER UND BEREITS BEZAHLTER NETZANSCHLÜSSE. NOTWENDIGE VERÄNDERUNGEN WÜRDEN DAMIT „WIEDER AUF DIE LANGE BANK GESCHOBEN“.
SPEICHER REDUZIEREN KOSTEN
Österreich braucht, neben dem raschen Ausbau von erneuerbarer Erzeugung, den Ausbau von Stromspeichern, um das Energiesystem kosteneffizient zu gestalten. Speicher können Netzengpässe und folglich auch Netzausbaukosten reduzieren und Lastspitzen abfedern.
Im Zuge der Begutachtung hatte die Erneuerbaren- und Speicherwirtschaft umfassende fachliche Expertise eingebracht und ihre Positionen fundiert erläutert. Dass diese Beiträge offenbar unberücksichtigt geblieben sind, wertet die Branche als äußerst problematisch. Kurzfristige Einzelinteressen dürften nicht schwerer wiegen als die langfristige Effizienz des Gesamtsystems.
SACHGERECHTE REGULIERUNG VON ANFANG AN
Der EEÖ fordert daher konkrete Nachbesserungen an der Grundsatzverordnung. „Wir brauchen von Beginn an eine sachgerechte Regulierung, damit die erforderlichen Speicherkapazitäten rasch aufgebaut werden können. Die Verordnung muss Flexibilität fördern, statt verhindern und darf keine Technologie ausschließen. Dafür sind verlässliche Investitionsbedingungen entscheidend. Nur so kann der Druck auf die Systemkosten begrenzt werden“, so Prechtl-Grundnig.
Erneuerbare Energie Österreich
Mag.a Judith Brockmann
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