35 Jahre Tag der offenen Tür im Parlament am Nationalfeiertag

Großes Interesse am Rundgang durch das Hohe Haus und am Gespräch mit Mandatarinnen und Mandataren

Seit 35 Jahren öffnet das Parlament am Nationalfeiertag seine Türen als Haus der Demokratie. Auch heute hatte sich um neun Uhr vor dem Parlament eine Warteschlange gebildet. Kurz vor zehn Uhr begrüßten Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner, Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs gemeinsam mit den Klubobleuten der fünf Parlamentsfraktionen Herbert Kickl, Ernst Gödl, Philip Kucher, Yannick Shetty und Leonore Gewessler sowie Parlamentsdirektor Roland Weinert in der Agora die ersten Besuchergruppen.

Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures konnte aufgrund ihrer Teilnahme an einer Sitzung des „Sonderausschusses zum Neuen Demokratischen Pakt“ der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Budapest heute nicht im Parlament anwesend sein. Ihre Teilnahme am Europaratstreffen dient auch dazu, die Arbeit der Demokratiewerkstatt vorzustellen.

1991 ergriff das Präsidium des Nationalrats erstmals die Initiative zur Öffnung des Hauses am Nationalfeiertag. Der große Erfolg des ersten Tages der offenen Tür überzeugte die Parlamentarierinnen und Parlamentarier von der Richtigkeit dieses Schritts.

ROSENKRANZ: WICHTIGER FIXPUNKT IM PARLAMENTSJAHR

„Der Tag der offenen Tür im Parlament am 26. Oktober, an unserem Nationalfeiertag, ist für mich ein freudiger und wichtiger Fixpunkt im Jahr“, betont Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. „Gefühlt gibt es ihn schon immer, er ist jedoch erst 1991, also vor 35 Jahren, eingeführt worden. Ich erachte es als ein wichtiges Zeichen, dass die Abgeordneten den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur in ihren Wahlkreisen regelmäßig begegnen, sondern dass dies auch im Parlament möglich ist – wo wir unseren Gesetzgebungsauftrag erfüllen. Es ermöglicht einen anderen Einblick, wenn man am Ort des Geschehens ist und dort seine Abgeordneten treffen kann“, sagt Rosenkranz.

HAUBNER: EINLADUNG, DEMOKRATIE HAUTNAH ZU ERLEBEN

Der Zweite Nationalratspräsident und längst dienende Abgeordnete Peter Haubner stellt fest: „Das Parlament ist nicht nur das Haus der 183 Abgeordneten, sondern das Haus aller Bürgerinnen und Bürger. Deshalb laden wir seit 35 Jahren am Nationalfeiertag in die Herzkammer unserer Demokratie ein. Der Tag der offenen Tür bietet die Möglichkeit, Demokratie hautnah zu erleben und das Parlament als Ort der Begegnung und des direkten Austauschs zwischen Politik und Bevölkerung kennenzulernen“.

BURES: PARLAMENT IST OFFENES HAUS DES VOLKES

Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures wies im Vorfeld des Tages der offenen Tür ebenfalls auf die Bedeutung hin, die der 26. Oktober für das Parlament angenommen hat. „Der damalige Nationalratspräsident Heinz Fischer hat 1991 erstmals einen Tag der offenen Tür im Parlament ermöglicht. Diese Tradition wurde seitdem weitergeführt und weiterentwickelt. Das Parlament ist heute unbestritten ein offenes Haus des Volkes“, betont die Dritte Nationalratspräsidentin aus gegebenem Anlass.

SCHWARZ-FUCHS: TAG DER OFFENEN TÜR HAT NICHTS AN BEDEUTUNG VERLOREN

Bundesratspräsidentin Schwarz-Fuchs sieht im Tag der offenen Tür im Parlament eine wichtige Initiative, die bis heute nichts an Bedeutung verloren hat. „Schon 1991 stand der Gedanke im Mittelpunkt, die direkte Begegnung zwischen den Parlamentarierinnen und Parlamentariern und den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen. Dieser Grundgedanke ist heute aktueller denn je“, stellte die Bundesratspräsidentin fest. „Das Parlament ist das Herz unserer Demokratie und soll daher offen für alle Menschen sein. Der Tag der offenen Tür bietet eine wunderbare Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die Aufgaben, Abläufe und Bedeutung der parlamentarischen Arbeit besser kennenzulernen. Der persönliche Austausch trägt wesentlich dazu bei, das Verständnis für unsere demokratischen Institutionen zu stärken“.

RUNDGANG VON DER AGORA BIS ZUR PARLAMENTSRAMPE

Obwohl das Hohe Haus heute so offen wie nie zuvor in seiner Geschichte ist, ist das Interesse am Tag der offenen Tür hoch geblieben. Mit einem genau getakteten Programm wurden die Besucherströme geleitet. Von der Agora im Erdgeschoss brachen die Gruppen in kurzen Abständen zu einer geführten 45-minütigen Tour durch das Hohe Haus auf. Über den Nationalratssaal ging es zum Sitzungssaal des Bundesrats und von dort in den historischen Sitzungssaal. In der Säulenhalle gab es noch die Gelegenheit, einen Blick in das der Öffentlichkeit sonst nicht zugängliche Ausschusslokal 5 zu werfen.

In der Säulenhalle konnten die Besucherinnen und Besucher an den Infoständen der fünf Parlamentsfraktionen mit den Mandatarinnen und Mandataren ins Gespräch kommen. Im Empfangssalon am Ende der Säulenhalle war ein Fotopoint aufgebaut, wie er auch für internationale Besuche im Parlament Verwendung findet. An einem eigenen Stand in der Säulenhalle informierte der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus über seine Tätigkeit.

Durch das sogenannte Obere Vestibül verließen die Besucherinnen und Besucher das Parlamentsgebäude wieder. Bei strahlend sonnigem Oktoberwetter bot sich von der Parlamentsrampe ein einmaliger Blick über die Ringstraße, wie ihn sonst nur hochrangige internationale Gäste des Hauses genießen können.

35 JAHRE TAG DER OFFENEN TÜR IM PARLAMENT

Als am 26. Oktober 1991 erstmals das Präsidium des Nationalrats – damals bestehend aus dem Nationalratspräsidenten Heinz Fischer, dem Zweiten Nationalratspräsidenten Robert Lichal und Dritter Nationalratspräsidentin Heide Schmidt – sowie der damalige Präsident des Bundesrats, Franz Pomper, die Bürgerinnen und Bürger beim großen Parlamentstor begrüßten, schlug das Haus einen völlig neuen Weg zu mehr Bürgernähe ein. Der Zuspruch am ersten Tag der offenen Tür war, wie den Stenographischen Protokollen zu entnehmen ist, „überwältigend“. Obwohl das Event kaum beworben worden war, kamen rund 50.000 Menschen, um „die Atmosphäre des Hauses am Ring zu genießen und sich gleichzeitig über die Arbeit der Abgeordneten und Bundesräte zu informieren“, wie es die Parlamentskorrespondenz formulierte. 1992 zählte man wieder rund 40.000 Interessierte.

Seit dem ersten Tag der offenen Tür vor 35 Jahren hat das Parlament viele weitere Schritte der Öffnung gesetzt. Die umfangreiche Sanierung des Parlamentsgebäudes wurde auch mit Blick darauf unternommen, das Hohe Haus weiter zu öffnen und seine Arbeit so transparent wie möglich zu vermitteln. Seit dem Tag der Wiedereröffnung im Jänner 2023 bis zum 30. September des heurigen Jahres haben rund 1,9 Millionen Menschen das Parlament individuell oder im Rahmen einer Führung besucht. Pro Jahr finden rund 13.000 Parlamentsführungen statt. (Schluss) sox

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments.

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