
Gewerkschaftsjugend: Mieten fressen Lehrlingseinkommen auf: 10.000 junge Menschen machen Druck für leistbares Wohnen
180 Jugendvertrauensrät:innen beraten JVR-Konferenz über Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Wohnkrise junger Menschen. 10.000 Unterschriften an Staatssekretärin Schmidt übergeben
Arbeiten, Ausbildung machen, Leistung bringen und trotzdem keine leistbare Wohnung finden: Für viele Lehrlinge und junge Beschäftigte ist das Realität. „Explodierende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und zu wenige leistbare Wohnungen machen den Start ins eigene Leben immer schwieriger“, sagt ÖGB-Bundesjugendvorsitzende Jennifer Huemer bei der diesjährigen Jugendvertrauensrät:innen-Konferenz der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) mit 180 Jugendvertrauensrät:innen (JVR) aus ganz Österreich. Zwei Tage lang diskutieren die Lehrlingsvertreter:innen über bessere Ausbildungsbedingungen, die Zukunft der Lehre und die Frage, wie junge Menschen wieder eine faire Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bekommen.
„Wer als Lehrling oder Berufseinsteiger:in heute aus dem Elternhaus ausziehen will, stößt oft an eine finanzielle Mauer. Viele Lehrlingseinkommen reichen bei Weitem nicht aus, um Miete, Energie, Lebensmittel und Mobilität zu bezahlen. Junge Menschen arbeiten, lernen und leisten ihren Beitrag. Trotzdem wird ihnen ein eigenständiges Leben immer öfter verwehrt. Das ist nicht gerecht und nicht akzeptabel“, so Huemer.
„Während Investor:innen und Spekulant:innen mit Wohnraum Geld verdienen, fragen sich junge Menschen, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen. Wer Vollzeit arbeitet oder eine Lehre macht, darf nicht gezwungen sein, bis weit ins Erwachsenenalter bei den Eltern wohnen zu bleiben. Die Politik muss endlich handeln und leistbaren Wohnraum schaffen, statt weiter zuzusehen“, fordert Huemer.
Die ÖGJ hat seit April Unterschriften für mehr leistbaren Wohnraum gesammelt. Mit Erfolg: 10.000 Menschen unterstützen die Forderungen der Gewerkschaftsjugend. Heute wurde ein Schubkarren voll mit allen Unterschriften im Rahmen der JVR-Konferenz an Staatssekretärin Michaela Schmidt übergeben, um zu zeigen, wie viele Menschen von der Wohnkostenkrise betroffen sind.
DIE FORDERUNGEN DER ÖGJ FÜR LEISTBARES WOHNEN:
* Mietpreisdeckel gegen steigende bzw. explodierende Mietpreise
* Mehr geförderte Startwohnungen für Jugendliche
* Mehr sozialer Wohnbau statt Spekulationen
* Ausbau der Wohnbeihilfe
* Österreichweite Leerstandsabgabe
* Sanierung und Ausbau von Lehrlingswohnheimen
* Leistbare Erstfinanzierungen für junge Menschen für den Erwerb von Eigenheimen mit niedrigeren Zinsen und geringerem Eigenmittelbedarf
Mehr auf: https://www.oegj.at/wohnen
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