Almwirtschaft Österreich feierte 75 Jahr-Jubiläum in Innsbruck

Rückblick, Leistungen, Herausforderungen und Anliegen im Fokus

Mit einer Festveranstaltung im Großen Saal des Landhauses in Innsbruck feierte die Almwirtschaft Österreich ihr 75-Jahr-Jubiläum. Zahlreiche Gäste aus Politik, Interessenvertretung, Verwaltung und Wissenschaft und Praxis folgten der Einladung. Ein sichtbares Zeichen der grenzüberschreitenden Verbundenheit war auch die Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern von Partnerorganisationen aus Südtirol, der Schweiz, Oberbayern und dem Allgäu. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nicht nur ein Rückblick auf 75 Jahre engagierte Interessenvertretung im Sinne der unverzichtbaren Leistungen für die Gesamtbevölkerung, sondern auch das aktuelle Ringen um praktikable Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven.

Unter den Ehrengästen befanden sich die Agrarlandesräte aus Tirol, JOSEF GEISLER, und Vorarlberg, CHRISTIAN GANTNER, die Präsidenten der LK Österreich und Vorarlberg, JOSEF MOOSBRUGGER, der LK Tirol, JOSEF HECHENBERGER, der LK Kärnten, SIEGFRIED HUBER, und der LK Salzburg, RUPERT QUEHENBERGER, sowie der Sektionschef im Landwirtschaftsministerium, JOHANNES FANKHAUSER. Die Landesbäuerinnen aus Kärnten, ASTRID BRUNNER, aus Tirol, HELGA BRUNSCHMID, und Vorarlberg, ESTHER BITSCHNAU, kamen ebenso zur Festveranstaltung wie die ehemalige Bundesbäuerin ANDREA SCHWARZMANN. Aber auch EU-Agrarkommissar a. D., FRANZ FISCHLER, sowie der frühere Almwirtschafts-Obmann ERICH SCHWÄRZLER, sowie mehrere der bisherigen Geschäftsführer der Almwirtschaft verstärkten die feierliche Atmosphäre.

Obweger: Zusammenhalt wichtiger denn je

„Die vergangenen 75 Jahre waren von weitreichenden Veränderungen und Weiterentwicklungen geprägt. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, sich verändernde Rahmenbedingungen und steigende Anforderungen haben die Almwirtschaft immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, die es zu bewältigen galt und gilt“, betonte Almwirtschaftsobmann JOSEF OBWEGER.

„75 Jahre Almwirtschaft Österreich stehen für Zusammenhalt, fachlichen Austausch und eine starke gemeinsame Interessenvertretung. Vieles, was wir in den vergangenen Jahrzehnten erreichen konnten, war nur durch die enge Zusammenarbeit der Bundesländer möglich. Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist dieser Zusammenhalt heute wichtiger denn je. Unser Ziel ist es, auch künftig gute Rahmenbedingungen für die Almbewirtschaftung zu schaffen und damit die Zukunft unserer Almen und ihrer vielfältigen Funktionen zu sichern“, unterstrich Obweger.

Festschrift zum Jubiläum und Vortrag zum „Seelenschutzgebiet Alm“

Ein besonderer Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung war die Präsentation der vielfältigen Festschrift, die unter Federführung von JOHANN JENEWEIN, dem ehemaligen Redakteur der Vereinszeitung „Der Alm- und Bergbauer“, erarbeitet wurde. Diese Publikation stellt ein wertvolles Nachschlagewerk zur Vereinsgeschichte und Bedeutung der österreichischen Almwirtschaft dar.

Einen speziellen inhaltlichen Akzent setzte der renommierte Mediziner, Psychotherapeut und Autor, REINHARD HALLER, mit seiner Festrede zum „Seelenschutzgebiet Alm“. Der Universitätsprofessor rückte einen Aspekt der Almwirtschaft in den Vordergrund, der weit über ihre (land)wirtschaftlichen und ökologischen Funktionen hinausgeht. Aber auch das internationale Jahr der Bäuerinnen und der Weidewirtschaft standen im Fokus der Beiträge.

Moosbrugger fordert Leistungsabgeltung durch Märkte und EU-Agrarpolitik

„Unsere Almwirtschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Landwirtschaft und bildet eine zentrale Grundlage für unsere Kulturlandschaft, Artenvielfalt, Tourismus und Lebensqualität in den Bergregionen. Dahinter stehen bäuerliche Familien, die seit Generationen mit großer Leidenschaft, hohem Einsatz und viel Idealismus ihre Almen bewirtschaften“, betonte LK Österreich-Präsident JOSEF MOOSBRUGGER in seinen Grußworten.

„Doch Idealismus allein reicht nicht aus, um die steigenden Anforderungen und Kosten bewältigen zu können. Wenn wir wollen, dass unsere rund 8.000 Almen auch in Zukunft bewirtschaftet werden, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen und eine angemessene Abgeltung ihrer Leistungen – sowohl auf den Märkten, als auch im Rahmen der künftigen EU-Agrarpolitik ab 2028. Dafür müssen und werden wir uns mit vollem Engagement gemeinsam einsetzen“, unterstrich Moosbrugger, welcher der Almwirtschaft Österreich nicht nur zum Jubiläum gratulierte, sondern auch die eng abgestimmte und ergebnisorientierte Zusammenarbeit zwischen Verein und Landwirtschaftskammer hervorhob.

Fankhauser: Leistungen zielgerichtet unterstützen, Regionen stärken

Der Sektionschef aus dem Landwirtschaftsministerium, JOHANNES FANKHAUSER, betonte: „Die Almwirtschaft ist für Österreich wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich von hoher Bedeutung. Strukturwandel, steigende Kosten, die Folgen des Klimawandels und die Rückkehr großer Beutegreifer stellen die Almbewirtschaftung vor wachsende Herausforderungen. Damit heimische Almen auch in Zukunft aktiv bewirtschaftet werden, braucht es verlässliche wirtschaftliche und agrarpolitische Rahmenbedingungen. Die Zahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik sind dafür ein zentraler Faktor. Im Zuge der Weiterentwicklung der GAP ab 2028 setzen wir uns daher weiterhin dafür ein, die Leistungen von Almen und Bergbauernbetrieben zielgerichtet zu unterstützen und die Regionen im Alpenraum zu stärken.“

Der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter und Agrarlandesrat JOSEF GEISLER hob hervor: „Almwirtschaft und Tirol sind untrennbar miteinander verbunden. Das 75-Jahr-Jubiläum der Almwirtschaft Österreich ist ein guter Anlass, die Leistungen jener Menschen in den Vordergrund zu stellen, die unsere Almen mit viel Enthusiasmus und Erfahrung bewirtschaften und damit eine wichtige Grundlage für unser gesamtes Leben und Wirtschaften im alpinen Raum schaffen.“

“Unsere Almwirtschaft produziert hochqualitative Lebensmittel, prägt die Tiroler Kulturlandschaft, fördert Artenvielfalt und Biodiversität und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren. Diese Leistungen sind alles andere als selbstverständlich. Deshalb ist klar: Wir stehen auch in Zukunft zur Almwirtschaft und werden unsere Bäuerinnen und Bauern auch weiterhin bei der Bewirtschaftung unserer Almen unterstützen. Denn was über Generationen gewachsen ist, wollen wir auch für die kommenden Generationen erhalten”, so Geisler.

Almen als lebendige Wirtschafts-, Natur- und Kulturräume erhalten

Die Festveranstaltung bot nicht nur Gelegenheit für Rückblick und Ausblick, sondern auch, um langjährige Wegbegleiter zu würdigen und die Verbundenheit zwischen den almwirtschaftlichen Organisationen innerhalb Österreichs und über die Landesgrenzen hinaus zu stärken. „Ein besonderer Dank gilt Land, Landwirtschaftskammer und Almwirtschaftsverein Tirol für die wertvolle Unterstützung bei Planung und Organisation unserer Festveranstaltung. Das Jubiläum unterstreicht unseren gemeinsamen Auftrag, die Interessen der heimischen Almwirtschaft wirkungsvoll zu vertreten und dazu beizutragen, dass die österreichischen Almen auch für kommende Generationen als lebendige Wirtschafts-, Natur- und Kulturräume erhalten bleiben“, schloss Obweger.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 setzt sich die Almwirtschaft Österreich für die Erhaltung und Stärkung der heimischen Almwirtschaft ein. Als bundesweite Dachorganisation mit 22 Mitgliedsorganisationen bündelt sie die Interessen der Alm- und Weidewirtschaftsvereine, LKn und zuständigen Landesverwaltungen der sieben almrelevanten Bundesländer sowie des Österreichischen Einforstungsverbandes. Damit vertritt sie indirekt die Anliegen von rund 23.000 almauftreibenden Betrieben sowie der Bewirtschafter:innen von rund 8.000 Almen.

Mag. Claudia Jung-Leithner,
Pressesprecherin & Leitung Kommunikation,
Landwirtschaftskammer Österreich,
Telefon: +43 676 83441 8770,
E-Mail: c.jung-leithner@lk-oe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender