Zum 80. Geburtstag: „dokFilm“-Premiere „Alice Schwarzer“ am 27. November in ORF 2

Sabine Derflingers preisgekrönte Hommage auf Ikone des Feminismus; außerdem: Spielfilmzweiteiler „Alice“ am 30. November

Wien (OTS) – Im Rahmen des ORF-Schwerpunkts zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer (3. Dezember 2022), den Ö1 bereits heute mit einer Ausgabe der Reihe „Im Gespräch“ (21.00 Uhr) mit der Jubilarin eröffnet, würdigt ORF 2 am Sonntag, dem 27. November, um 23.05 Uhr in ORF 2 die deutsche Ikone des Feminismus und herausragende Journalistin mit einer „dokFilm“-Premiere. Auf dem Programm steht Sabine Derflingers preisgekröntes Porträt „Alice Schwarzer“ über das Leben und Denken einer der polarisierendsten Vertreterinnen der Emanzipation, das zugleich eine Reise durch die Geschichte des Feminismus der zweiten Frauenbewegung bis heute darstellt. In der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens unterstützten Kinoproduktion begleitet die Regisseurin Schwarzer zu Veranstaltungen und Vorlesungen, zeigt sie als Vorkämpferin und Role Model, als Intellektuelle, als Freundin sowie Feindin und dokumentiert die Emotionen, denen die deutsche Galionsfigur des Feminismus seit Jahrzehnten ausgesetzt ist – von Lob und Begeisterung bis zu Anfeindung und Häme. Umfangreiches Archivmaterial zeigt ihren Aufstieg, ihre Triumphe und Niederlagen, ihren Einfluss und ihr politisches Gewicht.

Am Mittwoch, dem 30. November, präsentiert ORF 2 ab 20.15 Uhr die zweiteilige ARD/ORF-Spielfilmproduktion „Alice“ mit Nina Gummich in der Titelrolle. Weiters bringt „Kultur Heute“ am Freitag, dem 2. Dezember, um 19.55 Uhr eine Ausgabe der Rubrik „Künstlergespräche“ mit der Jubilarin aus dem Jahr 2021.

Mehr zum Inhalt des Porträts „Alice Schwarzer“:

Alice Schwarzers Werdegang ist Nachkriegs- und Evolutionsgeschichte der Frauenbewegung. Seit den 1970er Jahren befindet sich die streitbare Autorin, Journalistin und Gründerin des Frauenmagazins EMMA in ununterbrochenem Kampfmodus. Zurecht – denn die Emanzipation hinkt ihren Zielen hinterher.

Einem breiteren Publikum bekannt wurde Alice Schwarzer, als sie 1975 im WDR gegen die Autorin Esther Vilar in ein bis heute legendäres Fernsehduell zog. Es war Auslöser handfester Zwistigkeiten in den Wohnzimmern deutschsprachiger Familien. Wenig später erschien Schwarzers Buch „Der kleine Unterschied“, in dem Frauen offen über ihre Sexualität erzählten – ein für damalige Verhältnisse unerhörter Tabubruch. Das Werk wurde ein internationaler Bestseller und seine Autorin weltberühmt. Mindestens ebenso bedeutend und folgenschwer war Schwarzers Einsatz für die Legalisierung der Abtreibung in Deutschland, eine Initialzündung für die spätere Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen.

Aufgewachsen ist Schwarzer in Wuppertal bei ihren Großeltern, deren Freigeist sie prägte. Ihre Jugendzeit verbrachte sie mit ihrem Lebensgefährten Bruno in Frankreich, wo sie sich der französischen Frauenbewegung MLF anschloss. Heute lebt Alice Schwarzer in Köln, im Bergischen und in Paris.

Seit ihrem Bestseller hat sie weitere 39 Bücher geschrieben. Mit unvermindertem Herzblut verlegt sie auch weiterhin die von ihr 1977 gegründete Frauenzeitschrift EMMA. Nach wie vor greift sie jedes heiße Eisen in Macht- und Geschlechterfragen auf und begibt sich damit immer wieder in den Brennpunkt heftiger Diskussionen. Ihr Fokus bleibt die Selbstbestimmtheit der Frau. Kritisch beobachtet sie, wie bereits errungene Ziele heute wieder in Frage gestellt oder sogar zurückgenommen werden – für Alice Schwarzer nur ein Beweis, dass sie sich noch lange nicht zur Ruhe setzen kann…

Neben Bettina Flitner, Fotografin und Ehefrau von Alice Schwarzer, kommen in Sabine Derflingers Film zahlreiche Wegbegleiter/innen zu Wort, Archivaufnahmen zeigen Begegnungen mit Größen wie Rudolf Augstein, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre.

Die preisgekrönte Doku ist auch auf Flimmit (flimmit.at) verfügbar.

ARD/ORF-Zweiteiler „Alice“ am 30. November in ORF 2

Nina Gummich schlüpft in die Rolle von Alice Schwarzer, in Nebenrollen sind die Österreicherinnen Vidina Popov („Landkrimi: Das letzte Problem“), Valerie Pachner („Egon Schiele: Tod und Mädchen“, „Der Boden unter den Füßen“) und Noëmi Krausz („Tatort: Alles was recht ist“) zu sehen. Unter der Regie von Nicole Weegmann („Ihr könnt Euch niemals sicher sein“) spielen auch Thomas Guené, Isabel Thierauch, Katia Fellin, Hannah Walther, Naemi Feitisch, Katharina Schüttler, Sven-Eric Bechtolf, Rainer Bock, David Rott u. a. „Alice“ ist eine Neue Schönhauser Filmproduktion für ARD Degeto in Zusammenarbeit mit dem ORF.

„Alice“ (Teil 1), Mittwoch, 30. November, 20.15 Uhr, ORF 2
Wie jedes aufgeweckte Mädchen träumt auch Alice (Nina Gummich) von einem selbstbestimmten Leben. Noch ahnt sie nicht, dass sie in Bruno (Thomas Guené) ihre erste große Liebe finden wird. Bei einem Aufenthalt als Au-pair in Paris lernt sie den sensiblen Franzosen kennen. Bruno unterstützt ihren Wunsch, als Journalistin zu arbeiten, auch wenn Alice dafür in die westdeutsche Provinz ziehen muss. Doch während sie erste Erfolge feiert, beginnt ihre Beziehung unter ihrer Karriere zu leiden und Alice steht erstmals vor der Frage, ob sie sich zwischen beruflichem und privatem Glück entscheiden muss.

„Alice“ (Teil 2), Mittwoch, 30. November, 22.30 Uhr, ORF 2
Der beherzte Einsatz von Alice für Frauenfragen hat Aufmerksamkeit erregt. Mit ihrer journalistischen Tätigkeit lässt sich ihr politisches Engagement aber nicht vereinbaren. Eine Anstellung beim renommierten „Spiegel“ scheitert am Protest der Redaktion, und für die Beziehung zu Bruno fehlt die Zeit. Als Alice sich in die Aktivistin Monique (Maéva Marie Mathilde Roth) verliebt, wird ihr klar, dass sie vor einem Scheideweg steht. Nur wenn sie überkommene Denkmuster abschüttelt und ihre Überzeugungen lebt, kann sie sich selbst treu bleiben.

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