Zum 80. Geburtstag von Elizabeth T. Spira: Filmporträt und „Alltagsgeschichte – Meine Oma fährt im Winter nach Mallorca“

Am 19. Dezember in ORF 2

Wien (OTS) – Am 24. Dezember 2022 wäre Elizabeth T. Spira 80 Jahre alt geworden. Der ORF erinnert am Montag, dem 19. Dezember, in ORF 2 mit zwei Sendungen an die im März 2019 verstorbene ORF-Journalistin und Gestalterin von Kultformaten wie „Alltagsgeschichte“ und „Liebesg’schichten und Heiratssachen“. Zunächst steht Robert Neumüllers 2015 entstandenes Filmporträt „Elizabeth Toni Spira – Ich bin nicht wichtig“ um 22.55 Uhr auf dem Programm. Darin gewährt die Dokumentaristin der österreichischen Seele selbst tiefe und sehr persönliche Einblicke in ihr bewegtes Leben. Danach, um 23.40 Uhr, zeigt ORF 2 eine 1993 produzierte Ausgabe der insgesamt 60 Filme umfassenden „Alltagsgeschichte“-Reihe: „Meine Oma fährt im Winter nach Mallorca“. Darin sehen sich Elizabeth T. Spira und Kameramann Peter Kasperak auf der Baleareninsel um, wo Tausende österreichische und deutsche Pensionistinnen und Pensionisten regelmäßig überwintern. Sie leben in den großen Hotels an der Südküste, wo ihnen geboten wird, was sie zu Hause kaum noch finden: Gesellschaft, Unterhaltung und Betreuung.

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„Elizabeth Toni Spira – Ich bin nicht wichtig“ (22.55 Uhr)

In den 1970er Jahren nahm sich eine junge, ambitionierte und neugierige Journalistin kein Blatt vor den Mund – ob Fristenlösung, Antisemitismus, Kampf um Arbeitsplätze oder Kärntner Ortstafelkonflikt: Elizabeth T. Spira lieferte manche Sternstunde politischen Fernsehens. Ständig auf der Suche nach der Wahrheit, die im Verborgenen schlummert, eckt sie immer wieder an. Doch der Erfolg gibt ihr recht: Romy, Nestroy, Staatspreis und jede Menge offizielle Ehrungen. Was jedoch noch viel mehr wiegt: Sie wird von ihrem Publikum geliebt. Mit ihren „Alltagsgeschichten“ und später mit „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ wird sie zur Quoten-Queen des österreichischen Fernsehens.
Regisseur und Kameramann Robert Neumüller begleitet in diesem 2015 produzierten Porträt Elizabeth Toni Spira bei ihren Gesprächen mit Kandidaten der „Liebesg’schichten“, taucht aber ebenso ein in die für viele noch unbekannte Welt ihrer Jugend – zu den Orten ihrer Kindheit in Glasgow und London, trifft mit ihr die Kindergärtnerin aus dem Londoner Anna-Freud-Heim, besucht mir ihr das jüdische Krakau und das stalinistische Nowa Huta. Der Film präsentiert so manche filmische Rarität des ORF-Archivs, zeigt Ausschnitte aus Elizabeth T. Spiras frühen Dokumentationen – die gesellschaftspolitischen Arbeiten aus den Anfangsjahren als junge Journalistin – und natürlich aus den größten Erfolgen der Kultreihe „Alltagsgeschichte“.

„Alltagsgeschichte: Meine Oma fährt im Winter nach Mallorca“ um 23.40 Uhr

Wohin fliehen, wenn die Tage kürzer werden, die Temperatur fällt und ein Weihnachtsfest in Einsamkeit naht? In der „Alltagsgeschichte“-Folge „Meine Oma fährt im Winter nach Mallorca“ aus dem Jahr 1993 nimmt Elizabeth T. Spira das ORF-Publikum mit auf die bei Alt und Jung beliebte spanische Insel.
Die Gruppengymnastik an der Strandpromenade, der BH-Einkauf am Wochenmarkt und die bunten Abende in Skihüttenatmosphäre bilden den Hintergrund für Gespräche und Reflexionen, durch die sich Trauer und Verlust wie ein roter Faden ziehen.
Die ehemalige Soubrette Pipsi Hofer erinnert sich an ihre Glanzzeit auf der Bühne: „Hier bin ich nur die Barbara – den Namen habe ich mein ganzes Leben lang nicht so oft gehört wie da.“
Der 85-jährige Pepi singt das kommunistische Lied „Somos Hijos de Lenin“ – Wir sind Söhne Lenins – und erzählt von seinem Leben als Spanienkämpfer und KZ-Überlebender.
Fritz aus Berlin beklagt die Undankbarkeit der Spanier, schließlich hätte „der Führer“ Francos Sieg ermöglicht und dem Tourismus den Weg bereitet.
So gibt es eben auch Schattenseiten im sonnigen Paradies: für den einen ist es der Mangel an vertrauter Kost – „ka Burenwiaschtl kriegt ma do, kan Pflasterhirsch“ (Pferdeleberkäse) –, während ein anderer mit der Überzahl deutscher Gäste hadert: „Einzeln san’s ganz lieb, aber in Massen sind sie nicht zu ertragen.“
Aber spätestens bei der nächsten Polonaise im Hofbräuhaus auf Mallorca, wo die Mariazeller Vagabunden aufspielen, sind die betagten Winterflüchtlinge aus Deutschland und Österreich wieder ein Herz und eine Seele.

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