
Update zum Gesundheitsplan 2040+: Zukunftsfitte Gesundheitsregion Weinviertel
LR Kasser/LR Antauer/LR Teschl-Hofmeister und Expertinnen und Experten informieren über neuen Klinikstandort Stockerau
Ein Update zum Gesundheitsplan 2040+ mit Fokus auf das Weinviertel präsentierten am heutigen Montag Landesrat Anton Kasser, Landesrat Martin Antauer und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister gemeinsam mit Expertinnen und Experten im Landhaus. Im Mittelpunkt stand der künftige Standort des neuen Landesklinikums Weinviertel Süd, das in den kommenden zehn bis 15 Jahren in Stockerau entstehen soll.
Landesrat Anton Kasser, zuständig für Landeskliniken, betonte eingangs: „Heute ist ein großer Tag für Niederösterreich, das Weinviertel und vor allem für die Entwicklung der Gesundheitslandschaft im Weinviertel.“ Er verwies auf die großen Herausforderungen im Gesundheitssystem durch demografischen Wandel und steigende Anforderungen der Medizin. Niederösterreich habe mit dem Gesundheitsplan 2040+ als erstes Bundesland einen ganzheitlichen Ansatz vorgelegt. „Erstmals werden Medizin und Pflege konsequent gemeinsam gedacht“, so Kasser. Ziel sei eine regionale Gesamtbetrachtung ohne „Kirchturmdenken“. Das Klinikum Mistelbach bleibt als „Klinikum Weinviertel Nord“ bestehen, zusätzlich entsteht in Stockerau das „Klinikum Weinviertel Süd“. Als Standort setzte sich die „Alte Au“ unter 14 Optionen durch. Parallel dazu werden fachärztliche Angebote in Hollabrunn und Gänserndorf ausgebaut, Primärversorgungseinheiten in allen Bezirkshauptstädten geschaffen sowie Pflegeangebote und Ausbildungsplätze erweitert.
Landesrat Martin Antauer, zuständig für Grundversorgung und Gemeindeärzte, sagte, dass die Standortfindung eine fachliche Aufgabe gewesen sei und das klare Ziel hatte, eine Lösung zu finden, die für die Versorgung der gesamten Region am sinnvollsten ist. „Es war mehr als eine Standortfindung, es geht um die optimale Versorgung der Region Weinviertel“, unterstrich er und ergänzte: „Mit den neuen Primärversorgungseinheiten in Hollabrunn, Gänserndorf, Mistelbach und Korneuburg verfolgen wir genau dieses Ziel.“ Die neuen Versorgungszentren, die im Weinviertel entstehen, sind eine langfristige Investition in die allgemeinmedizinische Versorgung.
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, zuständig für Pflege und Bildung, hob den steigenden Pflegebedarf hervor: „Wir müssen unser System rechtzeitig auf die Alterung der Gesellschaft vorbereiten. Wir gehen im Weinviertel von einem Zuwachs von rund 42% bei Menschen in stationärer Pflege aus. Darauf muss das Versorgungssystem vorbereitet sein. Der Pflege- und Betreuungscampus in Hollabrunn ist die richtige und rechtzeitige Antwort auf diese Entwicklung. Da neben der GuK-Schule sowie den FH-Studienplätzen in Mistelbach mit dem Campus Korneuburg auch noch ein dritter Bildungsstandort für Pflege- und Gesundheitsberufe dazukommt, sehe ich das Weinviertel auch in personeller Hinsicht auf gutem Weg. Allein die exzellente Lage vor den Toren Wiens wird viele junge Menschen an den Campus Korneuburg ziehen.“
Univ. Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber, Universitätsprofessor für Management im Gesundheitswesen an der Universität für Weiterbildung Krems und Vorsitzender der Standortfindungs-Kommission, betonte die Tiefe des Auswahlprozesses: „Eine Standortfindung in dieser Dimension und Genauigkeit hat es in Niederösterreich noch nicht gegeben.“ Auf Basis einer umfassenden Bedarfserhebung und 29 Bewertungskriterien sei die Entscheidung für Stockerau sowie die ergänzenden Standorte in Hollabrunn und Korneuburg gefallen.
Univ. Prof. Dr. Franz Kolland, Leiter des Kompetenzzentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, verwies auf die langfristigen Anforderungen: „Die demografische Entwicklung gibt einen klaren Auftrag – insbesondere beim Ausbau der Langzeitpflege und psychosozialen Betreuung.“ Der Campus in Hollabrunn werde dabei eine zentrale Rolle spielen.
Direktor Dr. Rainer Ernstberger MSc MBA, Ärztlicher Direktor der Landeskliniken Korneuburg-Hollabrunn-Stockerau, unterstrich die medizinische Perspektive: „Moderne Medizin braucht größere, vernetzte Standorte mit gebündelter Expertise.“ Die neue Struktur ermögliche eine qualitativ hochwertige Versorgung und sichere die Zukunftsfähigkeit der Region.
Dr. Markus Klamminger, langjähriger Direktor für Medizin und Pflege der Landesgesundheitsagentur sowie Leiter des Expertengremiums für den Gesundheitsplan Niederösterreich 2040+, betonte die Bedeutung des Gesamtprozesses: „Der Gesundheitsplan 2040+ ist ein in Österreich einzigartiger Prozess.“ Die Anpassung der Versorgungsstrukturen sei notwendig und richtig.
In den kommenden zehn bis 15 Jahren entsteht im Weinviertel schrittweise eine neue Versorgungsstruktur, die alle bestehenden Standorte einbindet und weiterentwickelt. Ziel ist eine flächendeckende, gut erreichbare und moderne Gesundheitsversorgung für die gesamte Region. Die Umsetzung erfolgt etappenweise, die bestehenden Einrichtungen bleiben bis zur Fertigstellung voll in Betrieb.
Weitere Informationen beim Büro LR Anton Kasser, Jan Teubl, Tel.: 0676/81212345, E-Mail: JAN.TEUBL@NOEL.GV.AT oder beim Büro LR Martin Antauer, Robert Lugar, Tel. 0676/3517734, E-Mail: ROBERT.LUGAR@NOEL.GV.AT oder beim Büro LR Christiane Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter Kraus, Tel.: 02742/9005-12655, E-Mail DIETER.KRAUS@NOEL.GV.AT
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