
LH Mikl-Leitner gratuliert zu „100 Jahre Raxseilbahn“
„Heute feiern wir hundert Jahre Pioniergeist, hundert Jahre Bergerlebnis und hundert Jahre niederösterreichische Erfolgsgeschichte“
Zum 100. Jubiläum der Rax-Seilbahn trafen sich Fest- und Ehrengäste aus Tourismus, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Seilbahnbetreiber aus ganz Österreich, Vertreterinnen und Vertreter von Blaulichtorganisationen sowie aus der Politik – allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner – im Schloss Reichenau an der Rax. „Heute feiern wir hundert Jahre Pioniergeist, hundert Jahre Bergerlebnis und hundert Jahre niederösterreichische Erfolgsgeschichte“, gratulierte die Landeshauptfrau zum Jubiläum.
Die Rax sei „einer der schönsten Berge Niederösterreichs und Sehnsuchtsort für Generationen von Wanderern, Naturfreunden und Erholungssuchenden“, so Mikl-Leitner. Dass dieses Bergerlebnis für so viele Menschen möglich sei, verdanke man einer außergewöhnlichen Pionierleistung: der Rax-Seilbahn. Sie habe bei ihrer Eröffnung im Jahr 1926 neue Maßstäbe gesetzt und gelte bis heute als technisches und touristisches Erfolgsmodell. „Die Rax-Seilbahn verbindet Menschen mit der Natur und Tradition mit Zukunft. Und heute steht sie für Innovation, Nachhaltigkeit und moderne Mobilität“, führte Mikl-Leitner aus.
Besonders würdigte die Landeshauptfrau die Leistungen der Familie Scharfegger, die die touristische Entwicklung der Region seit mittlerweile 50 Jahren maßgeblich präge. „Hundert Jahre Erfolgsgeschichte braucht Menschen mit Mut, Ausdauer und dem Willen, immer wieder in die Zukunft zu investieren. Die Familie Scharfegger hat mit Weitblick, Innovationskraft und großem Engagement die Entwicklung der Rax-Region entscheidend mitgestaltet“, sagte sie.
Auch das Land Niederösterreich begleite die Weiterentwicklung der Rax-Seilbahn als verlässlicher Partner und werde diese Partnerschaft auch in Zukunft weiterführen. Sie verwies hier auf die große historische Bedeutung der gesamten Semmering-Rax-Region: „Die Semmering-Rax-Region hat nicht nur eine große Vergangenheit, sondern auch eine große Zukunft – und dabei ist Reichenau ein Herzensort der Region, die Geschichte, Natur und Kultur auf einzigartige Weise verbindet.“ Mikl-Leitner zeigte sich überzeugt: „Im Miteinander werden wir diese Region aus dem Dornröschenschlaf wecken und zu einer erfolgreichen Ganzjahrestourismusregion weiterentwickeln.“
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sagte, auch in herausfordernden Zeiten dürfe man den Kopf nicht in den Sand stecken. Das habe die Familie Scharfegger schon vor Jahrzehnten bewiesen. „Sie haben neue Wege erschlossen, sind kreativ mit Herausforderungen umgegangen und haben sie als Chance genutzt.“ Dies tue die Republik auch mit der neuen Vision T im Tourismus, wo es allen voran um das Wort „Werterhalt“ gehen werde, erklärte die Staatssekretärin: „Es geht darum, unsere Natur- und Kulturschätze für die nächsten Generationen zu erhalten und als touristisches Kapital weiter zu nutzen.“
Geschäftsführer Bernd Scharfegger sprach darüber, was es bräuchte, damit die Rax-Seilbahn auch die nächsten hundert Jahre gut meistern könne. „Allen voran weiterhin die Unterstützung unserer Partner aus Politik, Tourismus und Wirtschaft. Wenn diese Partnerschaft auch in den nächsten hundert Jahren besteht und der Wettergott es gut mit uns meint, mache ich mir keine Sorgen.“ Scharfegger dankte in seinen Worten aber auch seinem gesamten Team, „das immer Vollgas gibt“, und seiner ganzen Familie, „die mich immer unterstützt und mir den Rücken freihält.“
Christian Wörister, Vorstand der Bergbahnen AG Kitzbühel, blickte in seiner Festrede auf die hundertjährige Geschichte zurück und betonte: „Die Seilbahngeschichte Österreichs hat hier auf der Rax begonnen.“ Eröffnet als erste Personenseilschwebebahn der Republik Österreich stehe sie heute für 2.427 Seilbahnanlagen in ganz Österreich. „Österreich ist ‚das‘ Seilbahnland der Welt“, so Wörister. Besonders hob er Fritz Scharfegger hervor, der in den 70er-Jahren die marode Rax-Seilbahn kaufte, damit sein Gastronomiebetrieb am Berg nicht sterbe. „Die Einnahmen seiner Diskothek, die er auch betrieb, haben schließlich die Seilbahn gerettet, und was folgte, war kein Märchen, sondern gelebte Unternehmenskultur.“ Wörister unterstrich: „Damals wie heute ist die Rax ein Berg für Menschen aller Gesellschaftsschichten, und die Rax-Seilbahn bringt unsere Gäste das ganze Jahr über sicher auf den Berg.“
Der Bürgermeister der Gemeinde Reichenau an der Rax, Johann Döller, erklärte: „Unser Ort ohne die Rax-Seilbahn ist undenkbar.“ Dass die Gäste so zahlreich kommen, sei dem Einsatz und dem Zusammenhalt der Menschen vor Ort zu verdanken, sagte er und stellte vor allem Fritz Scharfegger in den Mittelpunkt: „Ohne ihn wäre der Erfolg der Rax-Seilbahn und damit der Erfolg der ganzen Region nicht möglich gewesen.“
Franz Hörl, Obmann des Seilbahn-Fachverbandes in der WKO, und Monika Eisenhuber, WKNÖ-Vizepräsidentin, sprachen im Interview über die wirtschaftliche Bedeutung der Rax-Seilbahn für die gesamte Region. In einem weiteren Interview sprachen die Geschäftsführer der Österreich Werbung sowie der Niederösterreich Werbung, Astrid Steharnig-Staudinger und Michael Duscher, über die touristische Bedeutung der Rax und der Rax-Seilbahn.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Rax-Seilbahn wurde eine Sonderbriefmarke entworfen, die von Postdirektor Walter Oblin vorgestellt wurde. Die geistliche Danksagung sprach Pfarrer Heimo Sitter, musikalisch gestaltet wurde die Jubiläumsfeier von der Musikschule Oberes Schwarzatal und der Singgemeinschaft Payerbach-Reichenau.
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