Cloud, KI, Kontrolle: ÖMG-Sandbox diskutierte Europas digitale Souveränität

7. JULI 2026– Künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastrukturen und digitale Souveränität sind längst keine Zukunftsthemen mehr – sie entscheiden zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Unter dem Titel „CLOUD, KI, KONTROLLE – WEM GEHÖRT UNSERE DIGITALE ZUKUNFT?“ diskutierten hochrangige Expert:innen aus Wirtschaft, Technologie, Recht, Kommunikation und Marketing bei der ÖMG-Sandbox, die gemeinsam mit ITdesign, Alexander Chvojka in den Räumlichkeiten von Himmelhoch stattfand, über Europas digitale Zukunft und den Handlungsspielraum heimischer Unternehmen.

Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, wie Europa und insbesondere Österreich digitale Abhängigkeiten reduzieren können, ohne auf Innovation zu verzichten. Einigkeit herrschte darüber, dass KI heute kein Nischenthema mehr ist: Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, obwohl sich Technologien und Rahmenbedingungen rasant verändern.

„KI IST KEINE ZUKUNFTSFRAGE MEHR. DIGITALE SOUVERÄNITÄT SCHON. WIR KLICKEN UNS TÄGLICH EIN STÜCK UNABHÄNGIGKEIT WEG, BEQUEM, SCHNELL UND MEISTENS UNBEWUSST. DAS GILT FÜR UNTERNEHMEN GENAUSO WIE FÜR LÄNDER. DIE STRATEGISCHE FRAGE ZUR NUTZUNG VON KI LAUTET DAHER: WOLLEN WIR CONVENIENCE ODER SOUVERÄNITÄT? WIR MÜSSEN DIESE ENTSCHEIDUNG TREFFEN, BEVOR SIE JEMAND ANDERER FÜR UNS TRIFFT.“ Alexander Oswald, Präsident Österreichische Marketing-Gesellschaft.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass Europa über exzellente Forschung, Talente und Kapital verfügt, diese Stärken jedoch zu selten in skalierbare digitale Plattformen und eigene Technologien übersetzt. Während die USA und China konsequent investieren und Entscheidungen rasch umsetzen, wird in Europa vielfach noch diskutiert. Die Teilnehmer:innen waren sich einig, dass gerade jetzt der Zeitpunkt sei, mutiger zu handeln.

Besonders intensiv wurde über die wachsende Abhängigkeit von internationalen Plattformen wie Google, Microsoft, Meta etc. diskutiert. Viele Unternehmen seien sich zwar der Risiken bewusst, sähen jedoch oftmals keine praktikablen Alternativen oder verfügten nicht über ausreichend Wissen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Als zentrale Erkenntnis kristallisierte sich heraus, dass DIGITALE SOUVERÄNITÄT NICHT MIT AUTARKIE VERWECHSELT WERDEN DARF. Vielmehr gehe es darum, Wahlfreiheit zu schaffen, europäische Alternativen aufzubauen und kritische digitale Infrastruktur dort zu kontrollieren, wo sie für Wirtschaft und Gesellschaft strategisch relevant ist.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen. Mehrere Expert:innen warnten davor, die Dynamik der KI zu unterschätzen. Die Entwicklungskosten für leistungsfähige Modelle steigen rasant, gleichzeitig verkürzt sich der Innovationszyklus kontinuierlich. Europa verfüge nach Einschätzung der Runde noch über ein begrenztes Zeitfenster, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

„EUROPA VERFÜGT ÜBER DIE KÖPFE UND DIE WERTE. WAS FEHLT, IST DER GEMEINSAME WILLE, ENTSCHEIDUNGEN SCHNELLER ZU TREFFEN UND DIGITALE ZUKUNFT AKTIV ZU GESTALTEN, ANSTATT SIE AUSSCHLIESSLICH VON AUSSEN GESTALTEN ZU LASSEN.“ Alexander Chjovka, ITdesign.

Neben technologischen Fragen spielte auch das gesellschaftliche Mindset eine zentrale Rolle. Diskutiert wurde, wie Risikobereitschaft, Innovationskultur und unternehmerisches Handeln gestärkt werden können. Mehrfach wurde betont, dass digitale Souveränität letztlich nicht allein durch Regulierung entsteht, sondern durch Investitionen, Ausbildung und bewusste Entscheidungen von Unternehmen, Politik und Konsument:innen.

ÜBER DIE ÖMG-SANDBOX

Die ÖMG-Sandboxes sind exklusive Think-Tank-Formate der Österreichischen Marketing-Gesellschaft. In kleiner Runde diskutieren Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kommunikation aktuelle Zukunftsfragen. Ziel ist es, Trends frühzeitig einzuordnen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Entscheidungsträger:innen abzuleiten.

AN DER DISKUSSION BETEILIGTEN SICH Alexander Oswald, ÖMG-Präsident & Futura GmbH; Viktoria Zischka, ÖMG-Präsidentin & BILLA; Rainer Schneemayer, Timewarp; Barbara Streimelweger, Stragere; Matteo Rosoli, Eustella; Gertraud Leimüller, Winnovation, Andreas Seling, DORDA Rechtsanwälte; Wilhelm Steindl, Rethink Consulting und Alexander Chvojka, ITdesign.

ÜBER ITDESIGN:
ITdesign ist ein Anbieter aus Business Consultants und Spezialisten mit tief-technischem Know-how, die gemeinsam eine Einheit bilden, um Ihren Erfolg am Markt zu steigern.

Österreichische Marketing-Gesellschaft
E-Mail: info@marketinggesellschaft.at

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