
Rotes Kreuz & Bundesfeuerwehrverband warnen vor Extremhitze: „Mensch und Umwelt in Gefahr – bleiben Sie achtsam!“
Hitzewellen fordern Menschenleben und verursachen Schäden in Millionenhöhe – zigtausende Freiwillige trotz massiver gesundheitlicher Belastung im Einsatz.
2026 zählt bereits jetzt zu den heißesten Jahren seit Beginn der Messungen in Österreich. Während das Rote Kreuz an Hitzetagen mehr medizinische Notfälle versorgt, sind die Feuerwehren durch immer häufiger auftretende Vegetations- und Waldbrände gefordert, die durch mangelndes Löschwasser zusätzlich erschwert werden.
Gemeinsam warnen das Österreichische Rote Kreuz und der Österreichische Bundesfeuerwehrverband mit insgesamt mehr als 435.000 Freiwilligen: Die Folgen von Extremhitze müssen ernst genommen werden, wir alle sind gefordert!
HITZE IST GESUNDHEITS- UND SICHERHEITSRISIKO
Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes: „Hitze kostet jedes Jahr hunderte Menschenleben. Im Rettungsdienst verzeichnen wir an Hitzetagen durchschnittlich 15 Prozent mehr Einsätze, während unsere Kolleginnen und Kollegen in der Pflege in völlig überhitzten Wohnungen arbeiten. Hitze ist nicht nur Baden und Eisschlecken, sondern ernstzunehmende Gesundheitsgefahr! Besonders ältere Menschen, Kinder oder chronisch Kranke sind gefährdet – doch anhaltende Extremtemperaturen sind selbst für gesunde, fitte Menschen eine enorme Belastung. Diese Entwicklungen dürfen wir nicht länger als normal hinnehmen.“
Robert Mayer, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes: „Mehr als 80 Prozent der Wald- und Vegetationsbrände in Österreich werden von Menschen zum Beispiel durch weggeworfene Zigaretten oder Lagerfeuer verursacht. Diese Rücksichtslosigkeit zerstört natürlichen Lebensraum und gefährdet Mensch und Natur. Unsere Einsatzkräfte sind gut auf Waldbrände vorbereitet, dennoch sind diese außergewöhnlichen Einsätze aufgrund der enormen Hitze und der körperlichen Anstrengung besonders belastend. Es wird jedes Jahr herausfordernder. Es muss jetzt gehandelt werden: Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, Maßnahmen zum Klimaschutz und Investitionen in die Katastrophenhilfe.“
AUCH EINSATZKRÄFTE LEIDEN UNTER HITZEBELASTUNG
Die Einsatzorganisationen reagieren bereits jetzt und setzen auf Prävention und Anpassung. So hat das Rote Kreuz etwa Hitzeschutzpläne für den Rettungsdienst und die mobile Pflege entwickelt, die gezielte Maßnahmen bei Hitze festlegen – vom Aufstocken des Materials für Hitze-Notfälle bis zur richtigen Lagerung von Medikamenten bei hohen Temperaturen. Außerdem schaffen Angebote wie die Cooling Center oder die „Team Österreich“-Landkarte der kühlen Orte Abhilfe.
„Hitzeschutz bedeutet auch Schutz für unsere Einsatzkräfte. Sie leisten selbst bei der größten Hitze körperlich anstrengende Hilfe – in Schutzkleidung, überhitzten Wohnungen, ohne Abkühlungsmöglichkeiten. Auch sie brauchen bestmögliche Arbeitsbedingungen, um anderen helfen zu können. Daher regeln unsere Schutzpläne auch konkrete Maßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont Dr. Schreiber.
WALDBRAND-FRÜHERKENNUNG UND SOLIDARITÄT ENTSCHEIDEND
Bei Waldbränden sind rasches Handeln und eine schlagkräftige Bekämpfung durch speziell trainierte Einsatzkräfte notwendig. Wählen Sie, sollten Sie Rauch oder Feuerschein in Waldnähe wahrnehmen oder vermuten, den kostenlosen Feuerwehr-Notruf 122 besser einmal zu oft als gar nicht. Aufgrund der langen Anfahrtswege gehen wertvolle Minuten verloren, wenn der Brand sehr spät gemeldet wird.
„Einen besonderen Schwerpunkt des Feuerwehrwesens in Österreich legen wir auf ein nationales Fähigkeitsmanagement: Wenn ein Bundesland an seine Grenzen stößt, gibt es Kräfte aus anderen Regionen, die strukturiert und standardisiert mit Mannschaft und Gerätschaften sowie Fahrzeugen unterstützen können. Das funktioniert in Österreich, aber auch außerhalb unserer Grenzen, wenn wir über den EU-Katastrophenschutzmechanismus helfen. In Kürze wird es dafür zusätzlich zu den Waldbrandmodulen aus Niederösterreich und der Steiermark auch ein Österreich-Modul geben, an welchem sich alle neun Bundesländer beteiligen“, so Feuerwehrpräsident Mayer.
„HELFEN SIE UNS EINSATZORGANISATIONEN!“
Die seit Jänner 2026 geltende Hitzeschutzverordnung setzt erste wichtige Schritte beim Hitzeschutz von Arbeitnehmer:innen. „Sie betrifft jedoch weder unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer noch ältere oder pflegebedürftige Menschen“, mahnen Rotes Kreuz und Feuerwehr. „Wir stehen der Politik gerne mit unserer Expertise zur Verfügung und unterstützen mit Vorschlägen zum Schutz der österreichischen Bevölkerung! Extreme Hitze und Waldbrände sind keine Ausnahmen mehr, deshalb müssen wir gemeinsam achtsam sein und an den Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Situation arbeiten.“
Abschließend appellieren beide Organisationen: „Helfen Sie uns Einsatzorganisationen, indem Sie – wenn möglich – bewusst Überanstrengung in der Hitze vermeiden! Bitte schauen Sie bei Extrem-Temperaturen besonders auf sich selbst und kümmern Sie sich um Ihre Mitmenschen. Seien Sie vorsichtig in trockener Wald- und Wiesen-Umgebung, vermeiden Sie selbst kleinste Zündquellen – diese können fatale Brände auslösen!“
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Credit: ÖRK / Thomas Holly Kellner
Österreichisches Rotes Kreuz
Susanne Straif
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Österreichischer Bundesfeuerwehrverband
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E-Mail: andreas.rieger@feuerwehr.or.at
Website: http://www.bundesfeuerwehrverband.at/
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