„kulturMONTAG“: Retrospektive Senta Berger, neues Buch der Philosophin Lisz Hirn und Ars Electronica in Linz

Anschließend: Doku „Im Dienste der Kunst – Die Leidenschaft des Restaurierens“ – ab 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMONTAG“ am 14. September 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON widmet sich Schauspielerin und Filmproduzentin Senta Berger, die das Filmarchiv Austria anlässlich ihres 85. Geburtstags mit einer großen Werkschau ehrt. Weitere Themen sind das neue Buch von Philosophin Lisz Hirn über das Wesen der Autorität sowie die diesjährige Ausgabe des Ars-Electronica-Festivals in Linz unter dem Motto „Negotiating Humanity“. Die auf das Magazin folgende Dokumentation steht um 23.15 Uhr „Im Dienste der Kunst – Die Leidenschaft des Restaurierens“.

Weltstar aus Wien – Retrospektive Senta Berger

Sie ist einer der wenigen internationalen Filmstars, die Österreich hervorgebracht hat, und sie ist seit gut 70 Jahren höchst erfolgreich im Geschäft: Schauspielerin und Filmproduzentin Senta Berger. Anlässlich ihres 85. Geburtstags ehrt sie das Filmarchiv Austria mit einer großen Werkschau, die einmal mehr zeigt, dass Senta Berger auf kein Image festzulegen ist. Geboren am 13. Mai 1941 in Wien und ausgebildet am Max Reinhardt Seminar, führte sie ihr Weg zunächst nach Hollywood und in die Filmstudios der Cinecittà, bevor sie sich als Charakterdarstellerin im deutschsprachigen Kino und Fernsehen neu erfand. Über Jahrzehnte prägte Senta Berger auch das Fernsehen – von „Kir Royal“ bis „Unter Verdacht“ – und war gemeinsam mit ihrem Mann, dem Regisseur Michael Verhoeven, auch als Produzentin politisch engagierter Filme wie „Die weiße Rose“ erfolgreich. Zuletzt brillierte sie in der Meyerhoff-Verfilmung „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven. Der „kulturMONTAG“ hat Senta Berger zum Interview getroffen.

Über das Wesen der Autorität: „Gehorchen“ – Das neue Buch der Philosophin Lisz Hirn

Warum unterwerfen wir uns gerne sogenannten „starken Männern“, warum bewundern wir Helden? Die einen sagen, man solle auf die innere Stimme hören und zur Rebellion blasen. Andere meinen, nur durch Gehorsam könne eine Gesellschaft funktionieren. Ist also Autorität notwendig oder aber Widerstand Pflicht? Seit der Antike diskutieren Philosophinnen und Philosophen die Themen „Autorität“ und „Gehorsam“. Nun auch die österreichische Philosophin Lisz Hirn. Sie stellt die Frage, ob uns unsere innere Stimme vielleicht auch hinters Licht führen kann, gerade in Zeiten von unsichtbaren Autoritäten wie Algorithmen und künstlicher Intelligenz. In ihrem Buch „Gehorchen – Über das Wesen der Autorität“ macht sie sich auf die Spuren von Sokrates, Immanuel Kant, Hannah Arendt und Slavoj Žižek und stellt sich der Problematik.

Menschlichkeit verhandeln – Kunst, Wissenschaft und Diskurs beim Festival Ars Electronica

Künstliche Intelligenz, menschenähnliche Roboter und Digitalisierung dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens vor. Wie sich das auf die Menschlichkeit auswirkt, hat das Festival Ars Electronica in Linz heuer unter dem Titel „Negotiating Humanity“ ausgelotet. Der „kulturMONTAG“ lässt die fünf Tage Revue passieren, zeigt das monumentale „Nashorn im Raum“ von Itamar Gov ebenso wie die aktuelle Arbeit der weltweit gefragten Künstlerin Hito Steyerl über die Verbindungen zwischen digitaler Arbeit, maschinellem Sehen und politischer Gewalt. Schon im Vorfeld hat die mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete britische Forschungsagentur „Forensic Architecture“ mit ihrer „Kartografie des Genozids“ über das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen polarisiert. Im Interview: der bulgarische Politologe Ivan Krastev vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und der künstlerische Leiter des Festivals, Gerfried Stocker. Sein „Museum der Zukunft“, wie das Ars Electronica Center am Linzer Donauufer auch genannt wird, feiert seinen 30. Geburtstag.

Dokumentation „Im Dienste der Kunst – Die Leidenschaft des Restaurierens“ (23.15 Uhr)

„Als Restaurator habe ich eine riesengroße Verantwortung – ich habe eine Auswirkung auf das, was von der Kunst bewahrt wird.“ Georg Prast ist einer von nur 15 Menschen auf der Welt, die sich auf die Restaurierung von Tafelbildern spezialisiert haben. Die Zukunft von Meisterwerken wie jenen von Rubens, Cranach und Brueghel liegt daher – nicht nur sprichwörtlich – in seiner Hand. Doch was macht Tafelbilder so besonders? Warum gibt es so wenige Profis wie ihn, die mit ihnen tatsächlich „auf Tuchfühlung“ gehen dürfen? Und welche Aussicht haben die Werke in Anbetracht des geringen fähigen Nachwuchses? Haben sie eine Chance auf ein längerfristiges Überleben? Und warum sollten wir ihrer Erhaltung überhaupt so viel Beachtung schenken? Filmemacher Jochen Unterhofer begleitet über acht Monate hinweg den Südtiroler Tafelbildrestaurator Georg Prast bei seiner außergewöhnlichen Arbeit, die sowohl höchste Professionalität als auch tiefe Leidenschaft zum Ausdruck bringt.

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