Ringvorlesung am Wiener Ring: Universitäten protestieren gemeinsam gegen drohende Budgetkürzungen

Studierende und Mittelbau protestierten am Wiener Ring gegen drohende Budgetkürzungen und für eine ausreichende, langfristig gesicherte Hochschulfinanzierung.

Unter dem Motto „Was passiert, wenn den Unis das Geld fehlt?“ haben heute Studierende, Universitätsleitungen, Beschäftigte, Forschende und Lehrende gemeinsam am Wiener Universitätsring protestiert. Zwischen Rathaus und Universität Wien machten 6.000 TEILNEHMER_INNEN auf die Folgen aufmerksam, die eine unzureichende Finanzierung für Studium, Lehre, Forschung und Arbeitsbedingungen hätte.

Mit einer öffentlichen „Ringvorlesung“, einem Speakers’’ Corner und zahlreichen Aktionsstationen wurde der Ring für mehrere Stunden zum Protestort. In offenen Vorlesungen wurde über die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für Gesellschaft und Zukunft diskutiert, während interaktive Aktionen die Folgen von Einsparungen greifbar machten: mehr soziale Selektion, überfüllte Hörsäle, nicht nachbesetzte Stellen und weniger Ressourcen für Forschung und Infrastruktur. Die zentrale Frage der Ringvorlesung bekam damit konkrete Antworten. „Wenn den Unis das Geld fehlt, spüren wir das jeden Tag: im Hörsaal, in der Forschung und am Arbeitsplatz. Genau diese Folgen haben wir heute auf den Ring getragen“, erklärt Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitzteam.

VOM PROTEST IM MAI ZUR RINGVORLESUNG

Die heutige Aktion knüpft an die österreichweiten Uni-Proteste im Mai an. Damals gingen rund 40.000 Menschen gegen die drohenden Kürzungen im Hochschulbudget auf die Straße. Die Budgetentscheidung wurde in der Folge vertagt, für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode wurde ein nomineller Zuwachs in Aussicht gestellt. Für die ÖH bleibt allerdings entscheidend, was dieser Zuwachs real bedeutet. Steigende Kosten müssen bei der Finanzierung berücksichtigt werden, damit ein nominelles Plus nicht faktisch zu weniger Mitteln für Universitäten führt. Die Aktionsstationen am Ring machten sichtbar, wo ein solches reales Minus ankommen würde – bei Studierenden, Lehrveranstaltungen, Personal, Betreuung, Forschung und Infrastruktur. „Ein Plus auf dem Papier darf kein Minus im Hörsaal bedeuten. Was zählt, ist, ob die Finanzierung mit den tatsächlichen Kosten Schritt hält“, betont Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitzteam.

ÖH FORDERT VERLÄSSLICHE FINANZIERUNG

Nach den Protesten im Mai und der heutigen Ringvorlesung richtet die ÖH ihren Appell erneut an die Bundesregierung. Gefordert wird ein verlässlicher Finanzierungspfad, der den Universitäten langfristige Planung ermöglicht und gute Studienbedingungen, Forschung und faire Arbeitsbedingungen absichert. Für die ÖH geht es dabei nicht nur um die nächste Budgetentscheidung, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen an Österreichs Universitäten in den kommenden Jahren studiert, gelehrt, geforscht und gearbeitet werden kann. Dafür brauche es jetzt finanzielle Klarheit und langfristige Sicherheit. „Universitäten sollen finanziell nicht alle drei Jahre vom guten Willen der Bundesregierung abhängen. Längerfristige Planung muss für die Entwicklung unserer Universitäten endlich ermöglicht werden. “, so Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitzteam.

Mit der Ringvorlesung setzen Studierende und Universitätspersonalnach den Protesten im Mai erneut gemeinsam ein Zeichen für eine ausreichende Hochschulfinanzierung. Die ÖH kündigt an, sich auch weiterhin für eine Finanzierung einzusetzen, die den tatsächlichen Kosten der Universitäten Rechnung trägt und gute Bedingungen für Studium, Lehre, Forschung und Arbeit langfristig ermöglicht.

Wir haben dazu auch eine Petition gestartet, die sich gegen die drohenden Kürzungen an den Universitäten richtet. Die ÖH-Petition „Unis retten – Keine Kürzungen bei den Universitäten“ wurde bereits von über 60.000 MENSCHEN unterschrieben.

_Fotos von der Protestaktion am Ring sind unter diesem __Link__ zur freien Verwendung (© ÖH) AB 18:00 UHR abrufbar. _

Bianca Ivan
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