
KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland: Seit 80 Jahren eine starke Stimme für Menschen mit Behinderungen
Ehrenamtliche standen im Mittelpunkt der Feier
80 Jahre ist es her, seit der KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland gegründet wurde, am Mittwoch wurde das Jubiläum mit einem Festakt in der Volkshalle des Wiener Rathauses gefeiert. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Partnerorganisationen folgten der Einladung. Bundesministerin Korinna Schumann und Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie SPÖ-Behindertensprecherin Verena Nussbaum ließen es sich nicht nehmen, Grußbotschaften zu übermitteln, in denen sie die Wichtigkeit des KOBV – Der Behindertenverband betonten.
Moderiert wurde die Feier von Para-Schwimmer Andreas Onea. Die musikalische Umrahmung übernahm das inklusive Ensemble Ohrenklang. Für eine schwungvolle Eröffnung und einen ebensolchen Ausklang sorgte DanceAbility Austria unter der Leitung von Vera Rosner.
INKLUSION NOCH IMMER NICHT VOLLSTÄNDIG ERREICHT
„Die Volkshalle war von Anfang an ein Ort der Begegnung, des gemeinsamen Feierns und der Teilhabe“, betonte Präsident Franz Groschan in seiner Eröffnungsrede. „Dass wir heute hier feiern können, hat so gesehen durchaus symbolischen Charakter, denn dem KOBV ging es seit seiner Gründung um Teilhabe, Mitbestimmung und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.“
Inklusion sei leider noch immer nicht vollständig erreicht, im Gegenteil, es habe in den vergangenen Monaten Rückschritte gegeben. „Es wäre schön, wenn wir diesbezüglich schon weiter wären und Inklusion endlich vollständig umgesetzt wäre“, sagte Groschan im Gespräch mit Moderator Andreas Onea.
Da dies aber nicht der Fall sei, brauche es nach wie vor eine starke Interessenvertretung. „Wir werden Menschen mit Behinderungen in den kommenden Jahren weiterhin eine starke Stimme geben, uns für Inklusion stark machen und nicht ruhen, bis jeder Mensch mit Behinderung in Österreich ein Leben frei von Diskriminierung, Angst, Vorurteilen und wirtschaftlicher Abhängigkeit führen kann“, versprach der KOBV-Präsident den anwesenden Gästen.
EINE FEIER FÜR DIE EHRENAMTLICHEN
Der Festakt sei aber nicht nur eine Feier der 80-jährigen Verbandsgeschichte, so Franz Groschan weiter. „Wir feiern auch die Menschen, die diese Geschichte mitgeschrieben haben“, betonte Franz Groschan. „Das sind vor allem unsere tausenden ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre, die tagtäglich für den KOBV im Einsatz sind. Sie betreuen Menschen mit Behinderungen vor Ort, sind erste Ansprechpersonen, organisieren Veranstaltungen und setzen sich auf Gemeindeebene für ihre Anliegen ein.“ Die Ehrenamtlichen seien es auch, die die Wichtigkeit einer großen Interessenvertretung hinaustragen und die Arbeit des KOBV – Der Behindertenverband bekannt machen würden.“
Die Feier stand daher ganz im Zeichen des Ehrenamts: Elfriede Schira, Beisitzerin der Ortsgruppe Deutsch-Wagram, und Hermine Mühlwanger, Obfrau der Ortsgruppe Aschbach, erhielten für ihr langjähriges Engagement die Ehrennadel in Bronze bzw. das Verbandsabzeichen in Silber. Gerhard Mayer, Obmann der Ortsgruppe Puchberg am Schneeberg, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen konnte, übermittelte eine Nachricht, die Moderator Andreas Onea vorlas. Darin betonte Gerhard Mayer, dass er seine ehrenamtliche Tätigkeit in Puchberg immer als „selbstverständlichen Dienst“ angesehen habe.
„Ohne die Ehrenamtlichen würde es den KOBV in der heutigen Form nicht geben“, betonte Franz Groschan in diesem Zusammenhang und appellierte an die zahlreichen Funktionärinnen und Funktionäre im Saal: „Macht weiter so!“
RAUM FÜR PERSÖNLICHES
Auch persönlichen Erfahrungen wurde Raum gegeben. So erzählte KOBV-Präsident Franz Groschan, wie er nach seiner Amputation zum Drei-Länder-Verband gekommen ist und beschrieb seine Motivation, selbst ehrenamtlich tätig zu werden, so: „Es ist einfach schön, Menschen zu helfen und gemeinsam diesen Weg zu gehen.“
Ähnlich sahen das Petra Irschik – sie ist Obfrau der Ortsgruppe Hoch6, KOBV-Frauenvertreterin für Niederösterreich und Obfrau-Stellvertreterin der Bezirksarbeitsgemeinschaft Melk – und Konrad Fritz, der seit 2018 als Obmann der Bezirksarbeitsgemeinschaft Floridsdorf tätig ist: Ehrenamt sei nicht schwierig, es sei aber wichtig, dass man sich in der eigenen Ortsgruppe wohlfühle und Freude an der Arbeit habe. Und so lange Inklusion noch immer nicht vollständig umgesetzt sei, brauche es den KOBV als starke Interessensvertretung.
KOBV – Der Behindertenverband Wien, Niederösterreich und Burgenland
Dr. Susanne Lang-Vorhofer
Telefon: +43 1 406 15 86 – 76
E-Mail: s.lang-vorhofer@kobv.at
Website: https://wnb.kobv.at/
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