Ausgezeichnet: Caritas und Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien vergeben Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis 2026

Hoffmann-Ostenhof (ORF), Eckelsberger, Herrnböck und Kapeller (dossier) sowie Leb und Jutz (Radio Radieschen) mit Hauptpreisen ausgezeichnet.

Donnerstagabend wurde der Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis zum 22. Mal vergeben. Der Preis, der im Sinne des Lebenswerkes von Prälat Leopold Ungar von der Caritas Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ausgelobt wird, wurde im Kirchenschiff, einem Projekt der Caritas in Wien Margareten, verliehen. Mit 20.000 Euro zählt er zu den höchst dotierten Journalist*innen-Preisen des Landes. Die Auswahl der prämierten Arbeiten übernahm auch heuer eine unabhängige Jury – bestehend aus Anna Wallner, Andrea Puschl-Schliefnig, Ingrid Brodnig, Cornelia Krebs, Irene Brickner, Sahel Zarinfard, Edith Meinhart und Matthias Däuble. Caritasdirektor KLAUS SCHWERTNER beglückwünschte die Preisträger*innen in seiner Begrüßung: „Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, warum Qualitätsjournalismus für unsere Demokratie unverzichtbar ist. In einer Zeit, in der Aufmerksamkeit zur knappsten Ressource geworden ist und öffentliche Debatten oft von Empörung, Zuspitzung und Geschwindigkeit geprägt werden, schaffen sie Raum für etwas anderes: für Recherche, Einordnung und den Blick auf die Lebensrealitäten von Menschen, die sonst allzu leicht übersehen werden. Demokratie braucht genau diese Form der Öffentlichkeit. Sie braucht Journalistinnen und Journalisten, die genauer hinsehen, Widersprüche aushalten und jenen eine Stimme geben, die am Rand stehen. Denn Qualitätsjournalismus ist keine Nebensache der Demokratie, sondern Teil ihres Wesenskerns.“ MARTIN HAUER, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, betonte zu Beginn der Veranstaltung: „Unabhängiger Qualitätsjournalismus ist ein unverzichtbarer Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Der heutige Preis würdigt Journalistinnen und Journalisten, die mit Sorgfalt, Empathie und Verantwortungsbewusstsein über gesellschaftliche Herausforderungen berichten. Gerade in einer Zeit, in der Polarisierung und Desinformation zunehmen, sind qualitative und differenzierte Berichterstattung wichtiger denn je. Mit dem Preis, den wir seit Beginn an und aus Überzeugung unterstützen, werden jene vor den Vorhang geholt, die Menschen eine Stimme geben und einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.“

GERALD KNAUS, Autor und Gründungsvorsitzender der European Stability Initiative (ESI) stellte in seiner Festrede die Frage: „Es gibt ein europäisches Wunder des demokratischen Friedens, entschlossene Feinde und einen Kampf der Geschichten. Führen wir ihn entschlossen genug?“

DIE HAUPTPREISTRÄGER*INNEN 2026

Der Hauptpreis in der Kategorie TEXT ergeht heuer an GEORG ECKELSBERGER, JULIA HERRNBÖCK UND EJA KAPELLER für das DOSSIER-Magazin „Brennpunkt Erwachsenenvertretung“. Die Jurybegründung: „Mehr als 70.000 Menschen in Österreich haben eine Erwachsenenvertretung. Das Gesetz sieht vor, dass die Betroffenen gehört, gesehen und ihre Bedürfnisse geachtet werden müssen. Doch in der Praxis löst sich dieser Anspruch viel zu selten ein. Wie sich das auswirkt, erzählen Eckelsberger, Herrnböck und Kapeller vor dem Hintergrund ihrer akribischen Recherchen mit viel Respekt für die Schicksale der Einzelnen, die selbst ausführlich zu Wort kommen. Deshalb erhalten sie den Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis 2026 in der Kategorie Text.“ Der Hauptpreis in der Kategorie VIDEO geht dieses Jahr an LEON HOFFMANN-OSTENHOF für die Reportage „Zu jung für die Straße“ für ORF AM SCHAUPLATZ. Die Jury befand: „Leon Hoffmann-Ostenhof stellt die richtigen Fragen – einfach, treffend, empathisch und völlig unsentimental. Er begleitet seine Protagonistinnen und Protagonisten über einen langen Zeitraum, erzählt Entwicklungen und hält mit gekonnten Cliffhangern über 50 Minuten die Spannung. Vorurteile weichen dem Verständnis, Lösungen werden aufgezeigt. Eine Sozialreportage in einem klassischen TV-Format, das Nähe zum Menschen und Tiefgang zulässt.“ Der Hauptpreis in der Kategorie AUDIO ging heuer an HANNAH JUTZ und VINCENT LEB von RADIO RADIESCHEN für das Feature „Kein Zurück: Fürs Klima ins Gefängnis“. Die Jury urteilt: „Hannah Jutz und Vincent Leb zeichnen ein empathisches und doch professionell distanziertes Porträt der Klimaaktivistin Laila Fuisz, die sich für die Aktivistengruppen ‚Letzte Generation‘ auf die Straßen klebte – mit Folgen bis in die Gegenwart. Eine Verwaltungsstrafe nach der anderen sitzt die Aktivistin im Polizeianhaltezentrum ab. In Ihrem Feature berichten Jutz und Leb von Laila Fuiszs Antrieb, ihrer Geschichte und ihrem Leben als Aktivistin, sprechen mit ihrer Rechtsvertretung und Fachleuten aus der Klimaforschung und zeichnen so ein gelungenes und differenziertes Bild. Eine hervorragend gemachte, gut recherchierte und ausgesprochen radiofon gestaltete Sendung, die Produktionen großer Rundfunkanstalten in nichts nachsteht.“

DIE ANERKENNUNGSPREISTRÄGER*INNEN 2026

Der Anerkennungspreis wurde heuer in der Kategorie Text an WOLFGANG RÖSSLER („Ein Baum für die Nacht – was die brütende Hitze für Menschen auf der Straße bedeutet“ für jetzt.at) vergeben. In der Kategorie Video wurde CLARA AKINYOSOYE („Holocaust-Erinnerung in der Krise?“; „Traiskirchen – Ein Flüchtlingsheim und seine Nachbarn“; „Schulabbruch: Und was passiert dann?“ für die ORF-Sendereihe „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“) mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. CÉLINE BÉAL („Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich“ für Ö1 Moment) wurde in der Kategorie Audio mit einem Anerkennungspreis prämiert.

Michaela Ritter
Pressesprecherin
Caritas der Erzdiözese Wien
0676/4634932
michaela.ritter@caritas-wien.at

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