Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis 2026 für ORF: Hauptpreis Video an Leon Hoffmann-Ostenhof

Anerkennungspreis Video an ORF-Journalistin Clara Akinyosoye, Anerkennungspreis Audio an ORF/Ö1-Journalistin Céline Béal

Erneut haben ORF-Journalistinnen und -Journalisten hohe Auszeichnungen erhalten: Beim diesjährigen Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis wurde heute, am Donnerstag, dem 5. November 2026, Leon Hoffmann-Ostenhof für seine „Am Schauplatz“-Dokumentation „Zu jung für die Straße“ mit dem Hauptpreis Video geehrt. Die Anerkennungspreise gingen an die ORF-Journalistin Clara Akinyosoye für drei Beiträge der Reihe „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“ zu Holocaust-Erinnerung, Traiskirchen und Schulabbruch sowie an die ORF/Ö1-Journalistin Céline Béal für ihr „Ö1 Moment“-Feature „Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich“.

ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher: „Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern im Namen des ORF sehr herzlich zu dieser besonderen Ehrung. Die ausgezeichneten ORF-Arbeiten behandeln gesellschaftlich hochrelevante Themen unserer Zeit: junge Obdachlosigkeit, Erinnerungskultur im Wandel, Integration und Flucht sowie Gewalt gegen Frauen. Unser öffentlich-rechtlicher Auftrag bedeutet, genau diesen Themen Raum zu geben – auch dann, wenn sie unbequem sind. Diese journalistische Arbeit ist unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie.“

In Österreich ist etwa ein Drittel der wohnungs- oder obdachlosen Menschen unter 30 Jahre alt. Für seine Doku „Zu jung für die Straße“ begleitete Leon Hoffmann-Ostenhof drei junge Menschen: Regina (21) aus Salzburg, die seit dem Alter von 12 Jahren zwischen Bahnhöfen und Notschlafstellen lebt; Dominik (20) aus Kärnten, der als „Careleaver“ nach Vollendung des 18. Lebensjahrs ohne Unterstützung aus dem Jugendhilfesystem entlassen wurde; und Sebastian (21) aus Tirol, der mehrere Jahre obdachlos war und gegen Alkoholabhängigkeit kämpft.

Clara Akinyosoye, Leiterin der ORF-Minderheitenredaktion und Sendungsverantwortliche von „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“, wurde für drei Reportagen der ORF-Reihe „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“ ausgezeichnet: „Holocaust-Erinnerung in der Krise? – Zwischen Social Media, Gaza & Migration“ (17. Jänner 2026, ORF ON) thematisiert, wie sich Erinnerungskultur unter dem Einfluss sozialer Medien, des Gaza-Konflikts und von Migration verändert. „Traiskirchen – Ein Flüchtlingsheim und seine Nachbarn“ (28. Februar 2026, ORF ON) zeigt den Alltag rund um die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen und das Zusammenleben von Geflüchteten und Anrainerinnen und Anrainern. „Schulabbruch: Und was passiert dann?“ (14. März 2026, ORF ON) beleuchtet Bildungsabbrüche bei Jugendlichen in Österreich, besonders bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund der ersten Generation.

Akinyosoye wurde bereits 2021 mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Anerkennungspreis für ihre Arbeit „Die späte Last einer ‚Täterfamilie‘“ ausgezeichnet.

Celine Béal erhielt den Anerkennungspreis in der Kategorie Audio für ihr „Ö1 Moment“-Feature „Weibliche Genitalverstümmelung in Österreich“ (15. Oktober 2024, Ö1, Moderation: Bea Sommersguter). Der Beitrag thematisiert die Situation von Frauen und Mädchen, die in Österreich von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht sind. Laut einer im September 2024 veröffentlichten Studie der Medizinischen Universität Wien leben in Österreich rund 10.000 Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Der Beitrag befasst sich mit Prävention, Aufklärung und den Herausforderungen für medizinisches und soziales Personal – Gynäkologinnen, Hebammen, Kinderärztinnen und Sozialarbeiterinnen.

Der Preis, der im Sinne des Lebenswerks von Prälat Leopold Ungar von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisen Niederösterreich-Wien vergeben wird, ist mit 20.000 Euro einer der höchstdotierten Journalistinnen- und Journalistenpreise Österreichs. Mit dem Preis werden herausragende journalistische Leistungen prämiert, die Toleranz und Verständnis im Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten fördern und sich mit sozialpolitischen Themen wie Armut, Obdachlosigkeit, Migration, Flucht, Alter, Krankheit oder Diskriminierung auseinandersetzen. Die Verleihung fand im Kirchenschiff in der Siebenbrunnenfeldgasse in Wien statt. Die Festrede hielt Gerald Knaus, österreichischer Migrationsforscher und Gründungsvorsitzender der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI). Es handelt sich um den 22. Preis, der nach einjähriger Pause vergeben wird – künftig wird die Auszeichnung alle zwei Jahre verliehen.

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