Entwicklungspolitischer Beirat Kärnten: Fünf Hilfsprojekte genehmigt

LH Kaiser: Gesamtfördersumme rund 48.000 Euro – Bund und EU sollten Entwicklungshilfe forcieren statt kürzen – Zweifel an ernsthafter Bekämpfung von Fluchtursachen

Klagenfurt (OTS/LPD) – Für fünf Projekte in Nigeria, Nicaragua,
Indien, der Westsahara und Kuba wurde gestern, Dienstag, in der
zweiten Sitzung des Entwicklungspolitischen Beirates des Landes
Kärnten eine Gesamtfördersumme von rund 48.000 Euro genehmigt. Das
teilte Landeshauptmann Peter Kaiser mit. Bei den Projekten geht es um
die Themenbereiche Bildung, Ausbildung, Forschung und
Wasserversorgung.

Der Landeshauptmann dankte dem Beirat und insbesondere den
Initiativen, welche die Projekte eingereicht haben, für ihre
engagierte Arbeit. „Solidarität und Menschlichkeit sind ganz
wesentliche Werte. Die fünf eingereichten Projekte helfen und
unterstützen gezielt und nachhaltig. So leisten wir einen Beitrag zur
Hilfe und Unterstützung für die Verbesserung der Lebensumstände der
Menschen vor Ort“, erklärt Kaiser.

Was Kärnten im Rahmen seiner Möglichkeiten an Entwicklungshilfe
geben kann, müssten allen voran die Bundesregierung und die anderen
EU-Staaten deutlich stärker machen, um den Menschen vor Ort
Perspektiven zu geben, damit sie nicht zur Flucht gezwungen werden.
„Dass die Bundesregierung die Mittel für die
Entwicklungszusammenarbeit kürzt, anstatt diese wie noch im Wahlkampf
angekündigt zu erhöhen, lässt schon an der Ernsthaftigkeit von
Beteuerungen a la ‚Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen‘
zweifeln“, machte Kaiser deutlich. „Mauern und Zäune zu errichten,
statt Menschen in ihrer Heimat so zu unterstützen, dass sie in ihren
Zuhause Perspektiven finden, mag eine populistisch erfolgreiche
Methode sein. Menschlich und moralisch ist das der falsche Weg.“

Bei den fünf von Kärnten unterstützen Projekten handelt es sich
um eine Ausbildungs- und Beschäftigungsoffensive durch ein Zentrum
für Lernschwächen in Nigeria (eingereicht von Ingrid Rieder), eine
Ausbildungsinitiative für Promotorinnen im Bereich Gewaltprävention
in Nicaragua (eingereicht vom Verein Kärntner Solidarität mit
Nicaragua), ein Schulprojekt für marginalisierte Kinder in Indien
(eingereicht vom Verein SONNE International), den Aufbau einer
Forschungsgruppe an der Universität Tifariti in der
Westsahara/Algerien (eingereicht vom Studiengang Soziales der FH
Kärnten) sowie um die Wiederherstellung zerstörter
Wasserversorgungsanlagen in Santiago de Cuba (eingereicht von der
Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft Kärnten).

In Summe hat die Kärntner Landesregierung 2018 mit diesen fünf
dann zwölf Projekte in einem Gesamtausmaß von knapp 100.000 Euro
unterstützt. Für das Jahr 2019 wurde das Budget nochmals auf rund
105.000 Euro erhöht. Der Entwicklungspolitische Beirat unterstützt
die Landesregierung bei der Erörterung und Koordination
entwicklungspolitisch relevanter Entscheidungen. Er setzt sich aus
Mitgliedern der Landtagsparteien, von Bildungsinstitutionen,
kirchlichen Einrichtungen sowie Hilfs- und entwicklungspolitischen
Organisationen zusammen.

(Schluss)

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