Grüne Wien/Reiter, Berner: Park in Neubau zu Ehren von Vally Wieselthier

Wien (OTS) – In Neubau, genauer gesagt am Spittelberg, gibt es jetzt den Vally Wieselthier-Park. Der Park wurde nach der Keramik-Künstlerin Vally Wieselthier benannt und heute vormittag der Öffentlichkeit vorgestellt.

In Wien ist im öffentlichen Raum die Repräsentation von Frauen gemessen an ihrem Anteil an der Gesellschaft gering. „Die Grüne Bezirksvorstehung in Neubau hat seit jeher großes Interesse, dieses Missverhältnis zu verändern. An manchen Stellen ist das im Bezirk schon gelungen: der Marianne Fritz Park, der Dorothea Neff Park, der Ceija Stojka Platz und auch der Jenny Steiner Weg sind Beispiele, wie auch innerstätisch Frauen in den Stadtplan und damit in den öffentlichen Raum eingeschrieben werden können. Liane Augustin konnte durch eine Zusatztafel dem Augustinplatz zugeordnet werden“, so Bezirksvorsteher Markus Reiter.

Jetzt kommt ein weiterer Park dazu – zu Ehren von Vally Wieselthier. Vally Wieselthier hat in der Neustiftgasse 32 als erste Frau die Keramikabteilung der Wiener Werkstätte geleitet. Markus Reiter richtet seinen Dank für die Initiative an Beziksrätin Bianca Taschner und an den Wiener Gemeinderat.

„Straßennamen und Ortsbezeichnungen sind Teil des kollektiven Gedächtnisses. Wer hier genannt wird, bleibt in der Erinnerung. Wer hier genannt ist, wird als relevant für die Stadt und ihre Geschichte wahrgenommen. Wer nicht genannt wird, wird vergessen. Frauen machen rund 53 Prozent der Gesellschaft aus – sie sind Künstlerinnen, Wissenschafterinnen, Geschäftsfrauen, Politikerinnen, Ärztinnen, Schauspielerinnen… trotzdem finden wir im Stadtplan wenige Frauennamen. Sie wurden einfach vergessen. Der neue Park leistet einen Teil zur Sichtbarmachung von Frauen. Alle kleinen Mädchen, die aus der benachbarten Volksschule herauskommen, lesen den Namen und haben ein Vorbild: eine Frau, eine Keramikerin kann etwas schaffen und berühmt werden“, so Kultursprecherin Ursula Berner.

Die Umbenennung wurde von der Bezirksvertretung einstimmig beschlossen.

Biografie Vally Wieselthier

1895 in Wien geboren, verfolgte Vally Wieselthier gegen den Willen ihrer Familie ihre künstlerischen Ambitionen und besuchte zuerst die Kunstschule für Mädchen und Frauen und studierte später an der Kunstgewerbeschule, wo Kolo Moser und Josef Hoffmann zu ihren Lehrkräften zählten.

Zwischen 1917 und 1922 wirkte sie, engagiert von Hoffmann, als freie Mitarbeiterin in der Wiener Werkstätte und fertigte Gebrauchskeramik, Kleinfiguren und Kopfplastiken an. 1922 bis 1927 betrieb sie eine eigene Keramikwerkstätte und arbeitete mit der Porzellanmanufaktur Augarten, aber auch anderen Firmen wie Goldscheider, Lobmeyr oder Gmundner Keramik zusammen. Ihre Keramiken galten als typische Beispiele des Art Déco-Stils, wobei manche Entwürfe in ihrer Zeit als „schamlos“ oder „frivol“ galten. Dazu zählen etwa Werke wie „Praterstrizzi mit Dirne“, „Bacchantin“ oder „Varietétänzerin“. Darüber hinaus arbeitete sie auch Glas und Stoff, widmete sich der Graphik und entwarf Tapeten.

1927 kehrte die Keramikerin als künstlerische Leiterin der Keramikabteilung an die Wiener Werkstätte zurück, die in der Neustiftgasse 32 beheimatet war. Die Künstlerin nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil. 1925 fand Wieselthiers Werk auf der Pariser Exposition internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes internationale Anerkennung und wurde prämiert.

1932 verlagerte sie ihren Wirkungskreis nach New York und eröffnete dort ein eigenes Atelier. Besonderen Anklang fanden ihre teils überlebensgroßen Figuren, für die eine expressive Bemalung typisch war. Mit ihren Arbeiten erlangte sie in den USA erstaunliche Berühmtheit und nahm wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Keramikproduktion. Ab 1940 arbeitete sie mit General Ceramics in New Jersey und anderen Firmen zusammen. (Quelle: Wien Geschichte Wiki)

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