Grüne Wien/Pühringer, Kunrath zu Wiederkehrs „Prinzip Wien“: Müssen das Rad nicht neu erfinden – „Wiener Charta“ gibt es schon

Stadtrat Wiederkehr soll Ergebnisse der „Wiener Charta“ respektieren und daran weiterarbeiten.

Bei den Wiener Grünen sorgt die Ankündigung von Integrationsstadtrat Christoph Wiederkehr, Regeln für das Zusammenleben in Wien finden zu wollen, für Verwunderung. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Stadträtin und Grüne Parteivorsitzende Judith Pühringer, und weiter: „In der ,Wiener Charta‘ stehen genau jene Punkte, die jetzt auch für Stadtrat Wiederkehrs ,Prinzip Wien erarbeitet werden sollen. Natürlich ist es wichtig, Dinge weiterzuentwickeln, aber es muss nicht alles neu begonnen werden.“ Die Grünen Wien fordern Stadtrat Wiederkehr auf, statt bei Null anzufangen, die Ergebnisse der „Wiener Charta“ zu respektieren und daran weiterzuarbeiten.

Die Stadt Wien hat bereits 2012 ein Regelwerk für das Zusammenleben in der Menschenrechtsstadt Wien beschlossen: die „Wiener Charta“. Tausende Bürger:innen haben damals die Inhalte erarbeitet. 1.500 Vorschläge, die online eingebracht und von 8.500 Menschen in 651 Gruppengesprächen diskutiert wurden, wurden schließlich in sieben Punkten zusammengefasst und von Bürgermeister Michael Häupl, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger präsentiert.

Menschenrechtssprecher Niki Kunrath erinnert sich an seine Arbeit im Koordinationsteam für die „Wiener Charta“: „Ich weiß noch sehr gut, wie wichtig uns der Querschnitt der Bevölkerung war. Nur so konnte die Charta entstehen und das ist uns damals mit den Punkten zu Umgangsformen, Verhalten im öffentlichen Raum, Sprachkenntnissen, Generationsfragen, Sauberkeit in der Stadt und Wohlfühlen gut gelungen. Transparenz und demokratische Prozesse sind gerade im Bereich des Zusammenlebens eine wichtige Voraussetzung”, so Kunrath. Daher ist es auch völlig unverständlich, dass die Website der Stadt Wien zur „Wiener Charta” nicht mehr auffindbar ist. „Offenbar nimmt die aktuelle Stadtregierung die wichtigen Ergebnisse der ,Wiener Charta nicht ernst“, so Pühringer.

Die Leitfragen für die Erarbeitung der „Wiener Charta“ lauteten: „Wie wollen wir zusammenleben?“ und „Was kann jede:r einzelne tun, um das Zusammenleben in Wien zu verbessern?“ Sämtliche Punkte der „Wiener Charta“ sind positiv formuliert, zum Beispiel: „Ein gemeinsames Leben braucht eine gemeinsame Sprache. Daher unterstützen wir Sprachneulinge verständnisvoll dabei, Deutsch zu lernen. Wer sich noch unsicher fühlt, arbeitet weiter daran, das eigene Deutsch zu verbessern. Die Erstsprache in Wien zu sprechen und lernen zu können ist uns wichtig. Verschiedene Sprachen und Kulturen gehören seit Jahrhunderten zur Identität Wiens.“

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