
U-Haft für Tierquäler: Paradigmenwechsel in der Justiz?
Reaktionen auf Fehlurteil „Kater Schmotzer“ als Auslöser für neue Ära? / „Tierquäler üben nur, Frau Justizministerin Sporrer, auch der Marchtrenk-Täter!“
Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe zeigt sich positiv überrascht über die durch die Staatsanwaltschaft verhängte U-Haft für den Tierquäler, der in Rechnitz eine Katze mit einer Rohrzange erschlagen, ihren Kopf abgetrennt und dies mitgefilmt hat. „Das hat es unseres Wissens noch nicht gegeben, obwohl es oft angebracht gewesen wäre, sowohl wegen Wiederholungs- als auch Verdunkelungsfahr. Ist das der Anfang einer neuen Ära?“, fragt sich Pfotenhilfe-Sprecher Jürgen Stadler, der sich schon viele Jahre intensiv mit Gerichtsverfahren wegen Tierquälerei auseinandersetzt und genauso lange fordert, dass diese von der Justiz endlich ernstgenommen werden muss. “Abscheulich grausame Taten gab und gibt es relativ häufig. Zuletzt wurde der Fall des mit einem Bolzenschussgeräts und einer Schaufel zu Tode gequälten Katers Schmotzer sehr bekannt, weil es sich auch nach unserer Ansicht bei dem Freispruch um ein Fehlurteil handelt, das alleine schon aufgrund der Signalwirkung so nicht stehenbleiben darf.”
AUCH ZUSAMMENHANG VON GEWALT AN TIEREN UND MENSCHEN MUSS ENDLICH ERNST GENOMMEN WERDEN!
Die Pfotenhilfe hofft aber auch schon lange auf einen Paradigmenwechsel bezüglich des evidenten Zusammenhangs von Gewalt an Tieren und Menschen. Neuerlicher Anlass dafür, dass dieser endlich ernstgenommen werden muss, sei der Fall Marchtrenk, wo die Ex-Frau des Haupttäters berichtete, dass er den Familienhund „richtig gedroschen“ und „extrem misshandelt“ habe, sodass der sich schon bei seinem Anblick vor lauter Angst angemacht habe.
“TIERQUÄLER ÜBEN NUR, FRAU JUSTIZMINISTERIN SPORRER!”
„Wir fordern daher auch schon lange eine Erhöhung des Strafrahmens für Tierquälerei auf fünf Jahre, denn die derzeitige Rechtslage ist eine Verhöhnung der Opfer!“, sagt Stadler. “Sowie verpflichtende Schulungen für Justizbehörden, dass Tierquälerei kein Kavaliersdelikt ist und Tierquäler nur üben. Kriminalpsychologen warnen schon lange, dass die nächsten Opfer oft Menschen sind. Wären also viele Gewalttaten verhinderbar, wenn Tierquälerei endlich ernstgenommen würde? Auf die meisten Betrugsfälle stehen drei bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Ist uns ein fühlendes, leidensfähiges Lebewesen wirklich so viel weniger Wert, Frau Justizministerin Sporrer? Tiere sind auch ganz sicher keine Sachen, wie sie im verstaubten Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) von Kaiser Franz I. aus 1812(!) immer noch bezeichnet werden, sondern fühlende Lebewesen wie wir. Auch hier muss dringendst ausgemistet und novelliert werden!”
2023 hielt Univ.-Prof. Dr. Birgit U. Stetina von der Psychologischen Fakultät der Sigmund-Freud-Universität Wien einen Vortrag zum Thema (siehe Download PDF Tagungsband unter https://shorturl.at/vV4qj) und sagte: „Es werden signifikante Zusammenhänge zwischen Tierquälerei, Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung, häuslicher Gewalt, Misshandlung älterer Menschen und anderen Formen von Gewalt festgestellt. Forscher bestätigen, dass die Misshandlung von Tieren nicht mehr als isolierter Vorfall angesehen werden kann, der ignoriert werden darf: Gewalt gegen Tiere ist oft ein Indikator oder ein Prädiktor für Kriminalität und ein Warnzeichen dafür, dass andere Familienmitglieder im Haushalt möglicherweise nicht sicher sind.“
Verein PFOTENHILFE
Jürgen Stadler
Telefon: +436648485550
E-Mail: juergen.stadler@pfotenhilfe.at
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