
AVISO: Verleihung des Simon-Wiesenthal-Preises 2025 im Parlament
Donnerstag, 12. November 2026, 17 Uhr
Der Simon-Wiesenthal-Preis wird kommende Woche zum fünften Mal verliehen. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Architekten, Schriftsteller und Publizisten Simon Wiesenthal benannt und ehrt zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust. Beim Nationalfonds der Republik Österreich sind für die diesjährige Preisverleihung rund 270 Bewerbungen aus mehr als 30 Ländern eingelangt.
Die Eröffnungsworte spricht Peter Haubner, Zweiter Nationalratspräsident und Vorsitzender des Kuratoriums des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Danach folgen Grußworte von Simon Wiesenthals Enkelin, Racheli Kreisberg. Sie ist die Gründerin der Gedenkinitiative SWIGGI (Simon Wiesenthal Genealogy Geolocation Initiative).
Anschließend werden die Preise in den Kategorien „Aufklärung über den Holocaust“ und „Engagement gegen Antisemitismus“ sowie der diesjährige Hauptpreis verliehen. Unter dem Titel „Mehr als eine Auszeichnung. Ein Auftrag.“ hält die Jury-Vorsitzende und Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Katharina von Schnurbein, einen Impuls-Vortrag.
Auch in diesem Jahr werden im Rahmen der Preisverleihung Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gewürdigt, deren individuelle Lebensgeschichten einen unverzichtbaren Beitrag zur Weitergabe und Bewahrung der Erinnerung an die Shoah leisten. Moderiert wird die Preisverleihung von ORF-Journalistin Lisa Gadenstätter.
NOMINIERUNGEN FÜR DEN HAUPTPREIS
In die engere Auswahl für den Hauptpreis für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust nahm die Jury des Simon-Wiesenthal-Preises 2025 das Projekt „Fragemauer“ des Vereins European Leadership Network, die Ichthys Gemeinde Wiener Neustadt, Martha Keil und das Bildungsangebot „Meet a Jew“.
Die „Fragemauer“ wurde 2023 vom Verein European Leadership Network (ELNET) als Bildungskampagne rund um jüdisches Leben und Israel gestartet. Der Verein sammelt Fragen zu Judentum und Israel, veröffentlicht und beantwortet diese.
Die Ichthys Gemeinde Wiener Neustadt ist eine Freikirche, die 1990 gegründet wurde. 1995 startete sie die Initiative, Überlebende der Shoah aus Wiener Neustadt in der ganzen Welt ausfindig zu machen und sie in ihre Heimatstadt zu „Wochen der Begegnung“ einzuladen.
Historikerin Martha Keil trägt mit ihrer Arbeit zur Aufklärung über die Geschichte des Nationalsozialismus in Österreich bei. Ihr Wissen vermittelt sie in Vorträgen, Publikationen, Forschungsprojekten, Ausstellungen und Führungen. In St. Pölten und Umgebung initiierte sie zahlreiche „Steine der Erinnerung“ und Gedenktafeln.
„Meet a Jew“ ist ein Begegnungsprogramm in Deutschland. In Schulen, Universitäten, Behörden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen berichten jüdische Gesprächspartnerinnen und -partner aus ihrem Alltag und ermöglichen damit einen offenen Austausch.
NOMINIERUNGEN IN DER KATEGORIE „ENGAGEMENT FÜR DIE AUFKLÄRUNG ÜBER DEN HOLOCAUST“
Für den Preis für zivilgesellschaftliches Engagement für Aufklärung über den Holocaust wurden Johannes Czwalina, Memento Wien (DÖW) und die „TikTok Shoah Gedenk- und Bildungsinitiative“ von der Jury nominiert.
Johannes Czwalina gründete vor 15 Jahren in Riehen in der Schweiz mit erheblichen Eigenmitteln eine Gedenkstätte für jüdische Flüchtlinge. Damit schuf er einen Lern- und Reflexionsort, der historische Verantwortung, individuelle Schicksale und gesellschaftliche Mitverantwortung sichtbar macht.
Memento Wien baut auf der Grundlagenforschung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) zur namentlichen Erfassung österreichischer Holocaust-Opfer auf. Es ist ein Online-Tool für mobile Endgeräte, das Informationen zu den Opfern der NS-Diktatur in weiten Teilen Wiens bietet.
Die „TikTok Shoah Gedenk- und Bildungsinitiative“ bringt Holocaust-Gedenkstätten und Museen aus der ganzen Welt zusammen und bietet unter anderem Schulungen zur Nutzung von TikTok für Bildungs-, Erinnerungs- und Gedenkarbeit an. So können auch Zielgruppen erreicht werden, die traditionelle Medien oft meiden.
NOMINIERUNGEN IN DER KATEGORIE „ENGAGEMENT GEGEN ANTISEMITISMUS“
Für den Preis für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus wurden von der Jury das „Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien“, die Initiative „Coffee with a Jew“ sowie die „Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus“ nominiert.
Das „Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien“ (CARS) an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen widmet sich aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus und trägt dazu bei, diese fundiert einzuordnen und dieses Wissen nutzbar zu machen.
Die Münchner Initiative „Coffee with a Jew“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Jüdinnen und Juden durch persönliche Begegnungen bei einer Tasse Kaffee abzubauen. Statt über Jüdinnen und Juden zu sprechen, soll mit ihnen gesprochen werden.
Die „Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus“ (KIgA) kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Intoleranz. Sie entwickelt Bildungsmaterialien und Spiele, konzipiert Ausstellungen und publiziert Bücher.
WÜRDIGUNG VON ZEITZEUGINNEN UND ZEITZEUGEN
Eine besondere Würdigung erhalten die 20 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Hedi Argent (Vereinigtes Königreich), Heinz Rudolf Adolf Böhme (Österreich), Greta Elbogen (USA), Eva Erben (Israel), Gertraud Fletzberger (Österreich), Erika Freeman (USA), Elisabeth Ganglberger (Österreich), David Gur (Israel), Roman Haller (Deutschland), Benno Kern (Österreich), Erika Kosnar (Österreich), Thomas Lachs (Österreich), Siegfried Loewe (Österreich), Eveline Elisabeth März (Österreich), Harry Merl (Österreich), Theodor Much (Österreich), Elisabeth Schipek (Österreich), Regina Sluszny (Belgien), Katja Sturm-Schnabl (Österreich) und Josef Sznajer (Belgien).
VERLEIHUNG DES SIMON-WIESENTHAL-PREISES 2025
ZEIT:
Donnerstag, 12. November 2026, 17 Uhr
ORT:
Parlament, Nationalratssaal
LIVESTREAM:
Die Veranstaltung wird live in der Mediathek des Parlaments übertragen.
Hier gehts zur Anmeldung für Medienvertreterinnen und Medienvertreter: Verleihung des Simon-Wiesenthal-Preises 2025
(Schluss) bea
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