
Bewohner der Heilsarmee zeigen ihre Werke
Fotoausstellung „Transdanubien durch ihre Augen“
IN EINEM WOHNHAUS DER HEILSARMEE HABEN BEWOHNER IHRE LEIDENSCHAFT FÜR DIE ANALOGE FOTOGRAFIE ENTDECKT. NUN PRÄSENTIEREN SIE IHRE WERKE AUS FLORIDSDORF UND UMGEBUNG. DIE AUSSTELLUNG IST NOCH BIS 30. NOVEMBER IN DER VHS GROSSFELDSIEDLUNG ZU SEHEN.
Wie verändert sich der Blick auf die eigene Umgebung, wenn man sie durch die Linse einer Kamera betrachtet? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Transdanubien durch ihre Augen“. Die Fotografien stammen von Bewohnern des Haus Erna, einem Wohnhaus der Heilsarmee für ehemals obdachlose Männer in Floridsdorf. Sie zeigen vertraute Orte, Straßenzüge und alltägliche Szenen aus persönlichen Perspektiven.
Entstanden sind die Aufnahmen im Fotoclub Erna, einem Freizeitangebot des Hauses. Unter der Anleitung des Fotografen und Heilsarmee-Mitarbeiters Thomas Huber beschäftigen sich die Bewohner mit analoger Fotografie. Von der Aufnahme über die Filmentwicklung bis zur Vergrößerung auf Fotopapier übernehmen sie sämtliche Arbeitsschritte selbst. Dafür wird der Fitnessraum im Haus Erna bei Bedarf in eine Dunkelkammer umfunktioniert.
ANERKENNUNG AUS DEM BEZIRK
Eröffnet wurde die Ausstellung von Bezirksrätin Sabine Mayerhofer. „Das Haus Erna leistet seit vielen Jahren unschätzbare soziale Arbeit bei uns im Bezirk. Kunst baut hier Brücken und schafft neue Chancen. Jedes Bild zeigt nicht nur unser Floridsdorf, sondern erzählt eine Geschichte und eine Perspektive“, so Mayerhofer.
Auch Wolfgang Gruber, Direktor der VHS Floridsdorf, würdigte die Zusammenarbeit. Als Haus der Begegnung stellt die VHS der Heilsarmee ihre Räumlichkeiten für die Ausstellung zur Verfügung. „Es ist für mich genau der richtige Ort, um diese Fotos zu präsentieren. Es sind ganz tolle Fotos entstanden.“ Ein ausgewähltes Werk des Fotoclubs wird künftig dauerhaft in der VHS ausgestellt.
VOM FREIZEITANGEBOT ZUR FOTOKUNST
Was als gemeinsame Freizeitbeschäftigung begann, entwickelte sich für die Bewohner zu einem Hobby, dem sie mit zunehmender Begeisterung nachgehen. Bei der Vernissage berichtete ein Teilnehmer des Fotoclubs von seinen ersten Versuchen mit einer Mittelformatkamera am Kaiserwasser und seinen Erfahrungen in der Dunkelkammer: „Man lernt eben nie aus und es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Es war für mich eine tolle Erfahrung – es ist einfach ein wunderschönes Gefühl.“
Projektleiter Thomas Huber betont, dass die gemeinsame Arbeit auch den persönlichen Austausch fördert: „Der gesamte Prozess – vom Fotografieren über die Filmentwicklung bis hin zum Vergrößern in der Dunkelkammer – dauert viele Stunden und ist mühsam. Dabei entsteht ein besonderer zwischenmenschlicher Kontakt; man lernt sich auf einer viel engeren Basis kennen.“
Auch Roland Skowronek, Geschäftsführer der Heilsarmee Österreich, würdigte das Engagement der Bewohner: „Fotoclubs gibt es viele, aber ein Fotoclub wie der im Haus Erna ist einzigartig. Was als Freizeitbeschäftigung begann, hat sich für die Bewohner zu einer echten Leidenschaft entwickelt.“
EIN ZUHAUSE UND RAUM FÜR PERSÖNLICHE INTERESSEN
Das Haus Erna der Heilsarmee bietet seit 15 Jahren ehemals obdachlosen Männern ein dauerhaftes Zuhause. In 60 eigenen Wohnungen leben die Bewohner selbstständig und erhalten bei Bedarf sozialarbeiterische, medizinische und psychosoziale Unterstützung. Gemeinsame Aktivitäten wie der Fotoclub schaffen Möglichkeiten, Interessen zu entwickeln, Kontakte zu knüpfen und den Alltag miteinander zu teilen.
Einrichtungsleiter Andreas Schmaranzer würdigte bei der Vernissage die künstlerische Arbeit der Bewohner: „Mehr als 50 analog aufgenommene und selbst entwickelte Fotografien zeigen nicht nur die Schönheit Transdanubiens, sondern auch die kreativen Talente unserer Bewohner.“
Im Rahmen der Vernissage wurde auch das Buchprojekt „Möglichkeiten“ vorgestellt. Ein Team aus Mitarbeitenden und Mitgliedern des Fotoclubs hat darin die Lebenswege und Hoffnungsgeschichten der Bewohner festgehalten. Das Buch zeigt unterschiedliche Ursachen von Wohnungslosigkeit und Möglichkeiten, diese zu überwinden.
AUSSTELLUNG BIS 30. NOVEMBER GEÖFFNET
Die Ausstellung „Transdanubien durch ihre Augen“ ist noch bis 30. November 2026 in der VHS Großfeldsiedlung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die ausgestellten Fotografien können vor Ort erworben werden. Der Erlös kommt den Künstlern und ihrem Fotoclub zugute.
Die Heilsarmee Österreich ist eine Partnerorganisation des Fonds Soziales Wien in der Wiener Wohnungslosenhilfe und wird vom FSW gefördert.
Pressemeldung und Fotomaterial unter: https://www.heilsarmee.at/fotoausstellung-transdanubien
Heilsarmee Österreich
Mag. Maria Meiböck
Telefon: 06603266057
E-Mail: maria.meiboeck@heilsarmee.at
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