„Universum“ on Tour in den ORF-Landesstudios Burgenland und Oberösterreich

Naturfilmer Mario Kreuzer und Harald Pokieser gaben Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihre Arbeit an ORF-Naturdokumentationen

Seit fast vier Jahrzehnten zählt „Universum“ zu den renommiertesten Natur- und Wissenschaftsdokumentationsreihen im gesamten deutschen Sprachraum und zu führenden Marken des ORF. Doch wie entstehen diese Sendungen mit ihren atemberaubenden Bildern eigentlich? Welche Geheimnisse hält die Natur bereit, wenn man ihr mit Kamera und Ausdauer auf der Spur bleibt? Wie wird aus Naturbeobachtung eine fesselnde Fernsehdokumentation? Welche Verantwortung hat man als Naturfilmer:in? Und wie viel Aufwand steckt eigentlich in der fertigen Doku? Diesen Fragen gingen vergangene Woche Schülerinnen und Schüler bei „Universum“ on Tour in den ORF-Landesstudios Burgenland und Oberösterreich nach.

In Eisenstadt bzw. Linz gaben die Naturfilmer Mario Kreuzer bzw. Harald Pokieser den Jugendlichen Einblicke in ihre Arbeit für die renommierte ORF-Naturfilmreihe. „Universum“ on Tour setzt bewusst auf Austausch, anschauliche Beispiele und direkte Begegnung mit den Filmschaffenden. Ziel ist es, junge Menschen für Natur, Artenvielfalt und Medienkompetenz zu begeistern – und zu zeigen, wie öffentlich-rechtlicher Qualitätsjournalismus Wissen zugänglich und erlebbar macht.

„Die große Aufmerksamkeit und die klugen Fragen der Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, wie sehr Naturfilm junge Menschen erreichen kann. ‚Universum‘ on Tour macht erlebbar, wie viel Neugier, Ausdauer und Verantwortung hinter unseren Produktionen steckt – und warum fundierte Naturberichterstattung heute wichtiger denn je ist“, so „Universum“-Chef Gernot Lercher.

Mario Kreuzer im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern im Landesstudio Burgenland

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen vier Dokumentationen, die unterschiedliche Lebensräume und Tierwelten beleuchten. In der Produktion „Zugvögel – Ein Jahr vergeht im Flug“ wird der Neusiedler See als internationaler Knotenpunkt des Vogelflugverkehrs sichtbar. Sie zeigt den Vogelzug als permanenten Lebensrhythmus. Anhand der Dokumentation „Das Alpenrheintal – Wo sich die Natur neu erfindet“ erklärte Kreuzer, wie sich Tiere und Pflanzen an einen der am stärksten vom Menschen geprägten Lebensräume Europas anpassen. Der Film zeigt, wie Landwirtschaft und Artenvielfalt zusammenwirken und wie mit minimalem Aufwand und Rücksichtnahme enormer Naturschutz betrieben werden kann. Mit „Gefiederte Nachbarn – Die bunte Welt der Gartenvögel“ richtete sich der Blick auf jene Tierarten, die direkt vor unserer Haustür leben. Kreuzer schilderte, wie Turmfalke, Blaumeise oder Spatz auf veränderte Lebensbedingungen reagieren und welche Rolle Gärten und Balkone für den Erhalt der Artenvielfalt spielen. Auch urbane Wildnis war Thema: Die Dokumentation „Turmfalken – Jäger der Großstadt“ begleitet zwei Brutpaare mitten in Wien und zeigt, wie sich Greifvögel den Herausforderungen der Stadt anpassen. Die außergewöhnlichen Aufnahmen machen deutlich, dass Natur selbst im urbanen Raum ihren Platz findet – oft unbemerkt vom Menschen.

Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu Kameratechnik, Drehbedingungen, Geduld bei Tierbeobachtungen und zum Berufsbild Naturfilmer zu stellen. Kreuzer sprach über langjährige Dreharbeiten, den Einsatz spezieller Kameratechnik und die Verantwortung, Natur respektvoll und wissenschaftlich fundiert darzustellen.

Harald Pokieser im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern im Landesstudio Oberösterreich

Im Rahmen der Veranstaltung gewährte der vielfach ausgezeichnete Naturfilmer Harald Pokieser einen Blick hinter die Kulissen moderner Naturdokumentation. Im Zentrum standen vier „Universum“-Produktionen, an denen Pokieser als Regisseur gearbeitet hat: „Der Tanganjikasee – Das blaue Herz Afrikas“, die zweiteilige Dokumentation „Kolumbien – Das entfesselte Paradies“ sowie „Das Rote Meer – Im Zaubergarten der Evolution“. Anhand ausgewählter Szenen erzählte der Filmemacher von monatelanger Recherche, Dreharbeiten unter extremen Bedingungen und der Verantwortung, Natur und Lebensräume authentisch und respektvoll abzubilden. „Wenn ich gefragt werde, wo es mir am besten gefällt, sage ich meistens: am Tanganjikasee“, schilderte Pokieser. „Diese unberührten Orte zu zeigen und zugleich verständlich zu machen, warum sie schützenswert sind, ist für mich der Kern meiner Arbeit.“

Die Schüler:innen stellten zahlreiche Fragen – zu Kameratechnik, Tierbeobachtung, Sicherheit bei Dreharbeiten und zum Berufsbild Naturfilm. Pokieser nahm sich Zeit für jede Frage und zeigte, dass Naturdokumentation nicht nur Abenteuer, sondern auch Geduld, wissenschaftliche Zusammenarbeit und journalistische Verantwortung bedeutet.

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender