Woche der Land- und Forstwirtschaft von 20. bis 26. Juli: Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft

Bereits 38% der steirischen Bäuerinnen sind auch Betriebsführerinnen

Zwtl.: Die UNO hat 2026 zum internationalen Jahr der Bäuerin erklärt

Dementsprechend ist heuer auch die Woche der Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark vom 20. bis 26. Juli den starken Frauen auf den Bauernhöfen gewidmet. Unter dem Motto _„Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft“_ informieren Bäuerinnen in den steirischen Bezirken über ihren unverzichtbaren Beitrag zur sicheren Ernährung unseres Landes. “Ziel ist es, die vielfältigen Leistungen der steirischen Bäuerinnen sichtbar zu machen und zu würdigen“_,_ betont Kammerpräsident ANDREAS STEINEGGER. Die alljährliche Woche der Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark vermittelt der Bevölkerung ein realistisches Bild der Land- und Forstwirtschaft, weil das Wissen darüber, was die Bäuerinnen und Bauern leisten, zusehends verloren geht beziehungsweise verzerrte Bilder in der Öffentlichkeit vorherrschen.

Zwtl.: Präsident Andreas Steinegger: Bei Betriebsleiterinnen im Spitzenfeld

“Ohne Bäuerinnen ist die Land- und Forstwirtschaft nicht denkbar“, unterstreicht Präsident Andreas Steinegger und betont: “Sie sichern unsere Familienbetriebe, lebendige ländliche Regionen und die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln. Gleichzeitig sind Frauen in der Landwirtschaft das Herz und Rückgrat in den bäuerlichen Familien.“ Bei den Betriebsleiterinnen liegt die Steiermark mit einem Anteil von 38% im österreichischen Spitzenfeld und damit höher als im Österreichschnitt (36%). Im Vergleich zu Deutschland (11%), Frankreich (21%), der Schweiz (7%) oder Italien (31%) ist der Anteil der Betriebsleiterinnen in der Steiermark und in Österreich besonders hoch.

Zwtl.:Vizepräsidentin Maria Pein: Bäuerinnen gehen bei Innovationen und Diversifizierung voran

“Bäuerinnen sind klar treibende Kräfte im ländlichen Raum. Sie sind Unternehmerinnen, Impulsgeberinnen, stoßen Innovationen an und sind Verantwortungsträgerinnen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten – von der erfahrenen Betriebsführerin über die Jungbäuerin, die einen Betrieb übernimmt, bis hin zur Quereinsteigerin“, unterstreicht Vizepräsidentin MARIA PEIN. Besonders wenn es um neue Geschäftsmodelle und Einkommensquellen am Hof oder um Diversifizierung wie Direktvermarktung hofeigener Produkte oder “Urlaub am Bauernhof“ geht, sind Frauen diejenigen, die voran gehen. Pein begründet: “Oft bringen Frauen als Quereinsteigerinnen Wissen und Erfahrung aus anderen Ausbildungen und Berufen mit und beeinflussen damit die Entwicklung der Betriebe wesentlich. Sie haben ein gutes Gespür für neue Märkte.“ Eine wichtige Rolle spielt auch die Ausbildung: Bei den höheren land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen liegt der Frauenanteil bei etwa 51%, bei den land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen bei knapp 30% mit steigender Tendenz, bei den land- und ernährungswirtschaftlichen Fachschulen bei 91% und bei den Facharbeiterausbildungen zwischen 30 und 50%.

Zwtl.: Landesbäuerin Ursula Reiter: Zehn steirische Bäuerinnen vor dem Vorhang

Der Beruf Bäuerin erfordert ein umfassendes Fachwissen und ist für viele junge Frauen wieder attraktiv – es gibt immer mehr Quereinsteigerinnen, deren Anteil Schätzungen zufolge bei mehr als 40% liegt. “Vor allem Quereinsteigerinnen bringen neues Wissen und neue Perspektiven auf die Höfe, entwickeln eigene Standbeine, übernehmen Verantwortung und tragen wesentlich zur Weiterentwicklung der Höfe bei“, unterstreicht Landesbäuerin URSULA REITER, selbst Obstbäuerin mit einem anderen beruflichen Hintergrund. Unterstützung erhalten die Bäuerinnen vom größten Frauennetzwerk der Steiermark – der Bäuerinnenorganisation, der 30.000 Bäuerinnen angehören – und der Landwirtschaftskammer. Reiter: “Berufliche und persönliche Weiterbildung sowie Netzwerkarbeit stehen im Mittelpunkt.“ Zehn steirische Bäuerinnen machen ihre vielfältigen Leistungen in der Woche der Land- und Forstwirtschaft in den nächsten Tagen auf ihren Höfen in den Bezirken sichtbar. Das sind: Julia Flicker (WZ), Eva Schulz (GU), Marlies Haas (SO), Helga Spari (VO), Kerstin Radl (HF), Wanda Dokter (LE), Martina Posch (LB), Elisabeth Neumann (MU), Katharina Maderebner (LI) und Maria Kamsker (BM).

Zwtl.: Julia Flicker (30), St. Kathrein/Offenegg: Von London ins Almenland – neuer Weg zwischen Heukran und Motormäher

Wenn’s darum geht, das Klischeebild einer Bäuerin zurechtzurücken, dann ist Julia Flicker ein ideales Beispiel dafür. Ihre große Leidenschaft und Stärke sind nämlich die Maschinen. “Egal, ob Motormäher oder Heukran: Die Maschinen sind meine Domäne. Da ist mir kein Hang zu steil. Und ich habe sie so gut im Griff, dass mein Mann da keine Angst haben muss“, scherzt die zweifache Mutter aus St. Kathrein am Offenegg. Wer jetzt glaubt, dieses Talent sei ihr in die Wiege gelegt worden, irrt: “Ich hatte mit Landwirtschaft gar nichts zu tun. Ich bin von der Großstadt – ich habe in London gearbeitet – ins Dorf und auf den Hof gezogen.“ Aber, so Flicker, wenn man etwas machen will, dann geht es. Und: “Es ist mir wichtig, zu zeigen, dass auch Frauen eine Landwirtschaft voranbringen und im Wald und bei Maschinen anpacken können. Bäuerinnen werden leider viel zu oft noch auf das Kochen und die Kindererziehung reduziert – auch wenn das natürlich ebenfalls viel Spaß macht.“

Zwtl.: Maria Kamsker (46), St. Barbara-Wartberg: Managerin für Haus, Hof und Familie mit der Domäne “Urlaub am Bauernhof“

Maria Kamsker ist eine g’standene Bäuerin. “Der Weg dorthin war aber nicht immer einfach und sehr lehrreich“, betont die 46-Jährige aus St. Barbara-Wartberg, die mit ihrem Mann eine Murbodner-Mutterkuhhaltung betreibt – mit dem Zusatz-Standbein “Urlaub am Bauernhof“, das sie zu ihrer Domäne gemacht hat. Dort sieht sie immer wieder, wie wichtig es ist, das Bild der Landwirtschaft und vor allem der Bäuerinnen in der Öffentlichkeit zurechtzurücken. Das ist der dreifachen Mutter auch in ihren Funktionen als Bezirksbäuerin und Obfrau von “Urlaub am Bauernhof“ ein Herzensanliegen. Denn: „Die Arbeit in der Landwirtschaft wird nach wie vor noch oft sehr romantisch dargestellt. Auch die Bäuerinnen sind keine Frauen, die vorwiegend kochen und backen und im Dirndl heuen – wir sind Managerinnen der Höfe und des Alltags. Packen am Betrieb an, sitzen vor dem Computer, organisieren. Und all das vor dem Hintergrund bester Ausbildungen.“

Zwtl.: Eva Schulz (37), Nestelbach/Graz: Eigenständigkeit leben – das schätze ich sehr

Eva Schulz ist Vollerwerbsbäuerin – wenngleich sie in diese Rolle erst hineingewachsen ist. Heute betreibt sie mit ihrem Mann einen Mutterkuhbetrieb mit Direktvermarktung. “Wir teilen uns die Aufgaben gut auf, sodass jeder seine Stärken leben kann. Meine Metiers sind die Veredelung, die Vermarktung und unser Gastrobereich“, nennt die 37-jährige Nestelbacherin ihre Standbeine am Hof – und damit auch ihre Stärken. Und sie betont: “Ich liebe es, Dinge zu organisieren und zu managen, da habe ich auch die nötige Ruhe dafür. Und die bringt viel Kraft zutage, denn man glaubt oft selber nicht, was man eigentlich alles schaffen kann.“ Daher ermutigt sie auch andere gerne: “Traut euch d’rüber, macht es!“ Dass sie sich selbst verwirklichen und ihre Eigenständigkeit leben kann, schätzt Eva Schulz am Bäuerinnenleben besonders. Und meint: “Bäuerinnen waren immer schon tolle Frauen und Managerinnen, sie waren nur nicht so sichtbar wie heute.“

Kammerdirektor WERNER BRUGNER: “Die Landwirtschaftskammer unterstützt die vielfältige Arbeit der Bäuerinnenorganisation – von Lebensmittelbildung und Konsumenteninformation über Schulaktionstage bis hin zu fachlicher und persönlicher Weiterbildung sowie einer höheren Lebensqualität am Bauernhof. Ich freue mich, dass die Bäuerinnen im Rahmen der Woche der Land- und Forstwirtschaft ein Zeichen setzen.“ _(Schluss)_

Landwirtschaftskammer Steiermark
Mag. Rosemarie Wilhelm
Telefon: 0316/8050-1280
E-Mail: rosemarie.wilhelm@lk-stmk.at
Website: https://stmk.lko.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender