Kirchenstatistik: Zahl der Kirchenaustritte 2020 gesunken

58.535 Personen verließen im vergangenen Jahr die katholische Kirche, um 13,7 Prozent weniger als 2019 – Gesamtzahl der Katholiken in Österreich liegt 2020 bei 4,91 Millionen – Offizielle Kirchenstatistik 2019: Zahlen bei Priestern, Taufen, Ehen und Firmungen rückläufig, bei Erstkommunionen leicht steigend – Kirchenbeitragseinnahmen 2019 auf 481 Millionen Euro gestiegen

Wien (KAP) – Die Austritte aus der Katholischen Kirche sind im vergangenen Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Katholikenzahl in Österreich ist zugleich im letzten Jahr wieder leicht zurückgegangen, dabei aber weitgehend stabil. Das ergeben die am Mittwoch von den österreichischen Diözesen veröffentlichten Statistiken.

Demnach gibt es mit Stichtag 31. Dezember 2020 in Österreich 4,91 Millionen Katholiken. 2019 waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 4,98 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,5 Prozent. Die amtliche Kirchenstatistik 2019 wurde ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 13,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt traten 58.535 Personen im Jahr 2020 aus der katholischen Kirche aus. 2019 waren es laut amtlicher Statistik 67.794. Alle österreichischen Diözesen meldeten einen Rückgang bei den Austrittszahlen.

Mit Stichtag vom 31. Dezember 2020 wurden 3.807 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um 28,7 Prozent weniger als 2019 (4.898). 461 Personen machten zudem 2020 von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch. Damit sind Menschen gemeint, die zunächst ihren Austritt erklärt hatten, nach einem Kontakt mit kirchlichen Verantwortlichen und innerhalb einer Dreimonatsfrist aber wieder Abstand von diesem Schritt nahmen.

Maßgebliche Faktoren für den leichten Rückgang der Katholikenzahl sind aber nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern vor allem auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen.

Weniger Messbesucher, mehr Erstkommunionen

Die katholische Kirche in Österreich hat am Mittwoch auch die pastoralen Kennzahlen für das Jahr 2019 veröffentlicht. Aus diesen ist abzulesen, dass es in den Pfarren und kirchlichen Einrichtungen nach wie vor ein intensives Leben gibt. Freilich führen der gesellschaftliche Wandel und die demografische Entwicklung dazu, dass Kennzahlen wie die Zahl der sonntäglichen Messbesucher oder die Zahl der Taufen (2019: 44.977; 2018: 47.312).

Die Gesamtzahl der Erstkommunionen ist gegenüber 2018 zugleich etwas gestiegen (2019: 48.405; 2018: 48.072), bei Trauungen (2019: 9.842; 2018: 11.155) und Firmungen (2019: 42.861; 2018: 45.946) verzeichnet die amtliche Statistik für 2019 Rückgänge gegenüber dem Jahr davor. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse betrug 2019 51.334, 2018 waren es noch 52.484. Zu den sonntäglichen Gottesdienstbesuchern: Wurden an den sogenannten „Zählsonntagen“ 2019 zwischen 497.000 und 533.000 Messbesucher gezählt, so waren es 2018 noch zwischen 502.000 und 554.000.

Für 2020 gibt es noch keine offiziellen Zahlen der Bischofskonferenz. Es lässt sich freilich schon jetzt sagen, dass die Zahlen bei den Taufen, Firmungen, Erstkommunionen und Trauungen coronabedingt wohl zurückgegangen sind, da viele Feiern verschoben werden mussten.

Priester, Diakone, Ordensleute

Die Zahl der Priester ist im Vergleich zu 2018 leicht gesunken und betrug 2019 3.689. Insgesamt ist die Zahl der Priester in den vergangenen Jahren aber relativ stabil geblieben. Ebenfalls stabil ist die Zahl der Ständigen Diakone. Die Statistik für 2019 weist 744 aus.

Die Zahl der Ordensmänner in Österreich (Ordensbrüder und Ordenspriester) nimmt ab (2019: 1.753, 2018: 1.814). Für die Ordensfrauen in Österreich weist die amtliche Statistik 2019 3.359 Schwestern aus. Die Zahl der Ordensfrauen in Österreich nimmt seit Jahren leicht aber stetig ab (2018: 3.453).

Zum zweiten Mal liegen „Kathpress“ auch Meldungen über die hauptamtlichen Laienseelsorger in den Diözesen vor. Darunter fallen etwa Pastoralassistentinnen und -assistenten, Gemeindeleiter oder auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in speziellen Berufsfeldern wie der Krankenhausseelsorge. Österreichweit sind demnach 1.455 Frauen und Männer im pastoralen Dienst der Kirche tätig. Diese Zahlen beziehen sich bereits auf das Jahr 2020. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist eine leichte Steigerung (2019: 1.436) zu verzeichnen. Dabei gibt es eine deutliche Mehrheit der Frauen in den betreffenden Berufsfeldern.

Von Stabilität geprägt ist das österreichweit nach wie vor sehr dichte Netz von Pfarrgemeinden: Die Statistik für 2019 weist insgesamt 4.291 Pfarren und sonstige kirchliche Seelsorgestellen aus.

Kirchenbeitrag ist Rückgrat der Kirchenfinanzierung

Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2019 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt fast ausgeglichene Bilanzen verzeichnen. Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2019 waren es knapp 481 Millionen Euro (75 Prozent der Gesamteinnahmen), 2018 lagen die Kirchenbeiträge bei rund 474 Millionen Euro. Zwei Drittel der Budgets sichern die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt über 412 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von rund 64 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.

Die amtliche Kirchenstatistik 2019 ist veröffentlicht unter:
www.katholisch.at/statistik.

Zahlen und Fakten zu den Kirchenfinanzen:
http://kirchenfinanzierung.katholisch.at/kirchenfinanzen

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