„Insolvenz-Tsunami“ nach Corona könnte ausbleiben

Aber: Heimische Unternehmen, die nach Auslaufen der staatlichen Hilfen Insolvenz anmelden müssen, werden zu gefundenem Fressen für Investoren aus dem In- und Ausland

Wien (OTS) – Ende des Monats läuft der Großteil der staatlichen Finanzspritzen für die heimische Wirtschaft aus. Danach wird sich zeigen, wie viele Unternehmen es geschafft haben, die Krise zu überstehen. Der prognostizierte „Insolvenz-Tsunami“ könnte ausbleiben, obwohl gerade bei Klein- und Mittelbetrieben Schließungen vielfach nicht zu verhindern sein werden. Es seien in der Pandemie aber auch neue Geschäftsmodelle entstanden, die bestehende Unternehmen vor der Insolvenz retten und auch Neugründungen ermöglichen werden. So lautete die Prognose eines Expertenpanels des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation (IFWK), unter anderem mit der neuen interimistischen Chefin der ÖBAG, Christine Catasta. Auf Einladung von IFWK-Präsident Rudolf J. Melzer diskutierte sie mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien über das Risiko einer „Zombiefizierung“ der österreichischen Unternehmen im Pressezentrum der Austria Presseagentur (APA) in Wien.

In ihrem Eingangsstatement zeigte sich Christine Catasta vorsichtig optimistisch: „Die Prognosen waren viel trüber als die Lage nun tatsächlich ist. Die Stimmung bei den Unternehmen wird langsam wieder optimistisch. Viele Firmen haben in der Krise ihre Geschäftsmodelle adaptiert und sind heute digitaler und innovativer.“ Rudolf J. Melzer, Gründer des IFWK, stellt daraufhin die kritische Frage, ob es nicht dennoch so wäre, dass gerade in jenen Branchen, die es besonders hart getroffen hätte, das Wirtschaften der vergangenen Monate „auf Pump“ nicht unweigerlich in eine Krise nach der Krise führe? Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG: „Bei großen Unternehmen ist die Stimmung gut, weil sie mit großem Eigenkapital durch die Krise gekommen sind. Bei Kleinunternehmen sieht das anders aus, hier wird es mit Sicherheit vermehrt Liquidationen und Insolvenzen geben. Außerdem bemerken wir, dass in Österreich die Goldgräber-Stimmung ausgebrochen ist. Investoren stürzen sich nun auf den Markt, um sich die Perlen zu sichern.“

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