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Allg. Zeitung Mainz: Schnellschuss / Friedrich Roeingh zu Scheuers Motorradinitiative

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Mainz (ots) – Man kann die Motorrad-Initiative von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gleich mehrfach wegreden. Erste Möglichkeit: Der CSU-Minister brauchte ganz schnell ein mediales Knallbonbon, um von der Schlappe vor dem Europäischen Gerichtshof um die Maut für Ausländer abzulenken. Ja, diese Deutung ist so plausibel wie offensichtlich. Zweite Möglichkeit: Mehr Motorradfahrer auf Deutschlands Straßen bedeuten mehr Unfalltote. Ja, das wäre wohl zwangsläufig so. Wem es um die konsequente Vermeidung von Unfallopfern geht, der müsste zuvorderst eine Helmpflicht für Radfahrer einführen. Wer die fordert, wird allerdings als Freiheitsberauber abgestempelt. Eigenartig. Man kann eine Offensive für kleine Motorräder aber auch unter einem Aspekt betrachten, den der Verkehrsminister selbst noch gar nicht ins Visier genommen hat: Leichtmotorräder bis zu 100 km/h könnten in den Ballungsräumen einen nennenswerten Beitrag zur Entlastung des Straßenverkehrs leisten. Elektrisch betrieben haben sie das Potenzial zu einem ökologischen Renner für eine große Zahl von Berufspendlern, denen die Reichweite von E-Bikes nicht ausreicht. Gewiss würden sich leichte E-Motorräder schneller als E-Autos durchsetzen, weil ihre deutlich schwächer ausgelegten Akkus per Steckdose und Verlängerungskabel geladen werden könnten. Teslas und elektrisch betriebene Prestige-SUVs von BMW und Audi dagegen werden die Umwelt kaum entlasten. Kann uns jemand erklären, warum wir eigentlich neue Mobilitätskonzepte Mega-Metropolen wie Mexiko-City oder Peking überlassen sollten, anstatt sie auch in Berlin, Hamburg, München und Rhein-Main voranzutreiben?

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