Salzburg: wie Schweine „24-Stunden-auf-Vollspaltenboden“- Aktion hat begonnen

Eine Frau und ein Mann haben die ersten 3 der 24 Stunden auf ausrangierten Vollspaltenplatten aus einer Schweinefabrik bereits hinter sich: erste Schmerzen stellen sich ein

Wien (OTS) – Der Vollspaltenboden ist steinhart, hat scharfe Kanten und ist in der Nacht unangenehm kalt. Laut EU-Richtlinie zur Schweinehaltung muss den Tieren aber ein „physisch angenehmer Liegebereich“ angeboten werden. Landwirtschaftsministerin Köstinger urteilt von ihrem weichen Sofa aus, dass das auf einen Vollspaltenboden zutrifft. Zwei Tierschützer_innen in Salzburg wollen es genau wissen und stellen sich dem Test: [24 Stunden ununterbrochen auf Vollspaltenboden]
(https://cloud.vgt.at/owncloud/index.php/s/jf89fr0QopcMR9d), mitten
in der Salzburger Innenstadt am Alten Markt. Die erste Überraschung für die beiden Proband_innen: da ist ja sehr wenig Platz! Allerdings müssen die Schweine in der Tierfabrik mit noch weniger auskommen, nämlich nur 0,55 m² für ein 85 kg schweres Schwein. Der zweite Eindruck für die beiden nach 3 Stunden: der harte Boden beginnt, weh zu tun. Nach 3 Stunden! Wie fühlt sich das dann ein ganzes Leben an! Physisch angenehmer Boden?

Die Aktion ruft sehr viel Aufmerksamkeit und positives Echo in der Bevölkerung hervor. Zahlreiche Menschen bevölkern den VGT-Stand am Alten Markt und sind entsetzt, dass auch im Bundesland Salzburg Schweine auf Vollspaltenboden leiden müssen.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Der Einsatz dieser Aktivist_innen ist beeindruckend. Dabei bleiben den beiden bei ihrem Selbstversuch einige Schikanen erspart, die die Schweine durchmachen müssen: sie stecken nicht in einem engen, dunklen Raum ohne frische Luft und Sonnenlicht, und sie liegen nicht über ihrem eigenen Kot und mitten unter Güllemaden, Spulwürmern und Kakerlaken. Was müssen die armen Schweine ihr ganzes Leben lang durchmachen, nur damit wir ein billiges Schnitzel bekommen! Dabei wäre das Schweinefleisch mit Stroheinstreu statt Vollspaltenboden lediglich um etwa 50 Cent pro kg teurer. Kann das wirklich als Begründung ausreichen, den Schweinen diese Qual anzutun?“

VGT – Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
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