Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz: „Ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende“

Die Verteilernetzbetreiber begrüßen den Entwurf zum EAG und wollen ihre Expertise auch im Rahmen der Begutachtung und der parlamentarischen Behandlung zur Verfügung stellen.

Wien (OTS) – Wenn Österreich seine Klimaziele in den nächsten zehn Jahren erreichen will, muss massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energieträger investiert werden. Im Interesse der Versorgungssicherheit darf dabei aber auch auf den Ausbau der Netzinfrastruktur nicht vergessen werden. Das Forum Versorgungssicherheit begrüßt daher, dass Bundesministerin Leonore Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner nun ein Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EAG) vorgelegt haben, das die rechtlichen Grundlagen für die nötigen Investitionen schafft.

„Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende“, erklärt die Sprecherin des Forums Versorgungssicherheit, Brigitte Ederer, „der Entwurf liefert Antworten auf einige der wichtigsten Fragen im Hinblick auf eine künftige, dem Klimaschutz dienende Netzinfrastruktur.“

Die Verteilernetze sehen sich als Ermöglicher der Energiewende, betont Ederer: „Es ist sehr erfreulich, dass diese Rolle richtig erkannt wurde und im Gesetz entsprechenden Niederschlag finden soll.“

Eine wichtige Grundlage für das künftige Energiesystem wird mit der rechtlichen Verankerung des bestehenden und für die Nutzer extrem günstigen Systems des „Energiewirtschaftlichen Datenaustauschs (EDA)“ geschaffen. EDA ist eine Plattform, über die sämtliche Teilnehmer am Energiemarkt sicher und kostengünstig miteinander kommunizieren können. Die gewünschte Vielfalt an Erneuerbare Energiegemeinschaften und regionalen Produzenten sowie deren Integration ins Gesamtsystem wird durch EDA überhaupt erst möglich. Bisher lief EDA lediglich auf Basis der Marktregeln der E-Control Austria. Mit dem EAG wird nun eine solide rechtliche Grundlage geschaffen, die auch eine Weiterentwicklung von EDA ermöglicht.

Bei einer dringenden Forderung der Netzbetreiber konnte ein praxistauglicher Kompromiss gefunden werden: Neue Mittelspannungsleitungen bis 45.000 Volt sollen von Bewilligungen nach dem Starkstromwegerecht freigestellt sein, allerdings gilt das nicht für Freileitungen. Die Bewilligungsfreistellung ist deshalb essenziell, weil für den Ausbau der Netzinfrastruktur sonst bis zum Jahr 2030 jährlich mindestens rund 3000 Verfahren durchgeführt werden müssten. „So einen Berg an Anträgen kann keine Behörde bewältigen, der Ausbau würde sich empfindlich verzögern“, sagt Ederer.

Das Thema Sektorenkopplung und Grünes Gas sieht die Sprecherin des Forums Versorgungssicherheit hingegen noch nicht ausreichend behandelt. „Die Integration von Strom, Gas, Wärme und Mobilität zu einem einheitlichen System wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen“, so Ederer. So ist die Umwandlung von Überschuss-Strom aus Wind- und PV-Anlagen in Wasserstoff eine Voraussetzung, um elektrische Energie langfristig speichern zu können. Zudem ist auch Gas aus Biomasse ein CO2-neutraler Energieträger. Ederer: „Ohne Grünes Gas wird es nicht gelingen, den Sektor Wärme in absehbarer Zeit klimafreundlich zu gestalten.“

Abschließend betont Ederer die Bereitschaft der Verteilernetzbetreiber, weiterhin an Lösungen für die Energiezukunft mitzuarbeiten: „Für eine abschließende Beurteilung muss das Papier genauer analysiert werden. Das Forum Versorgungssicherheit und seine Mitgliedsunternehmen stehen jederzeit für Gespräche und Informationen zur Verfügung und sind auch bereit, die parlamentarische Behandlung des EAG-Entwurfs mit ihrer Expertise zu unterstützen.“

Das Forum Versorgungssicherheit ist eine Plattform von Unternehmen der Energie-Netzinfrastruktur. Mitglieder der Plattform sind Linz Netz, Netz OÖ, NÖ Netz, Wiener Netze und Netz Burgenland.

Ing. Gerhard Fiegel
Forum Versorgungssicherheit
Thomas-Klestil-Platz 14
1030 Wien
+43 (1) 53 123 74110
gerhard.fiegel@wienerstadtwerke.at

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