„dokFilm“-Doppel mit Städteporträt „Mein Linz“ und TV-Premiere „Elfie Semotan, Photographer“ zum 80. Geburtstag

Am 25. Juli ab 22.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Nach Oberösterreich führt der ORF-„dokFilm“ am Sonntag, dem 25. Juli 2021, ab 22.15 Uhr in ORF 2 gleich mit zwei Produktionen: So steht zunächst mit „Mein Linz“ eine Ausgabe der beliebten ORF-Bezirks- und Städteporträts auf dem Programm, die die oberösterreichische Landeshauptstadt aus der Perspektive prominenter Persönlichkeiten vorstellt. U. a. schildern Showlegende Frank Elstner, der in Linz geboren wurde, oder Schauspieler und Kobersdorf-Intendant Wolfgang Böck frühe Erinnerungen an die Donaumetropole. Als TV-Premiere ist danach der vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Kinodokumentarfilm „Elfie Semotan, Photographer“ (23.15 Uhr) anlässlich des 80. Geburtstags der aus Wels stammenden renommierten Fotokünstlerin zu sehen.

„Mein Linz“ mit Frank Elstner, Wolfgang Böck, Mercedes Echerer und Peter Huemer

Showmaster Frank Elstner, Erfinder von „Wetten, dass …?“, ist gebürtiger Linzer, hat aber nur seine ersten Lebenswochen dort verbracht. Dennoch ist er im Herzen Linzer geblieben und wurde obendrein zum „Oberösterreicher des Jahrhunderts“ gewählt. Für die Dreharbeiten zu dieser 2016 entstandenen Dokumentation kam er eigens einen Tag lang nach Linz und erzählte Erstaunliches aus seiner Kindheit.
Wolfgang Böck, der einzige österreichische „Ehrenkieberer“ – als ORF-Kommissar „Trautmann“ zur österreichischen Serienkultfigur geworden –, ist ebenso Linzer wie Schauspielerin Mercedes Echerer, deren Jugend-Leidenschaft Mickey Mouse war. Die Wege der beiden kreuzten einander früh: Schließlich brachte der um zehn Jahre ältere „Wilde auf seiner Maschin“ das damals noch junge Mädchen schon einmal auf dem Motorrad nach Hause.
Der Held von „Club 2“-Legende Peter Huemer war „Winnetou“. Tiefe Spuren hinterließ Karl May bei ihm jedoch nicht. Huemer sah sich als junges Talent, das unbedingt den großen österreichischen Gegenwartsroman verfassen wollte. In der Dokumentation erzählt er von seinem nie verwirklichten Romandebüt und wie er in seiner Jugend als „Schriftsteller“ gelegentlich tief ins Fettnäpfchen tappte. Unter der Regie von Felix Breisach, der den Film auch produzierte, schildern die vier Prominenten aus dem Blickwinkel ihrer Kindheit und Jugend, was aus der vermeintlich sogenannten Arbeiterstadt Linz im Laufe der Jahrzehnte geworden ist. Und was wäre Linz ohne den LASK? LASK-Legenden Dolfi Blutsch und Helmut Köglberger erfüllen dem leidenschaftlichen LASK-Fan Peter Huemer einen langersehnten Wunsch.

„Mein Linz“ ist eine Produktion des ORF, hergestellt von Felix Breisach Medienwerkstatt.

„Elfie Semotan, Photographer“ – Hommage an eine Fotokünstlerin und das Fotografieren selbst

Die gebürtige Welserin Elfie Semotan gilt als die „Grande Dame“ der österreichischen Fotografie: „Trau – dich – doch“ lautete der Schriftzug unter einem Foto-Triptychon in den 1980er Jahren. Das Sujet, eine junge Frau mit selbstbewusstem Blick in aufreizenden Dessous, war österreichweit plakatiert und von wütenden Feministinnen mit Boykottaufrufen gegen die werbende Wäschefirma beschmiert worden. Spätestens damals wurde die Fotografin der Serie zum sogenannten „Household Name“. Sie ist eine Künstlerin, die es von Anbeginn verstanden hat, Werbung interessant zu machen, weil sie Grenzen ausreizt. Seit einem halben Jahrhundert agiert die international renommierte Fotografin an der Schnittstelle von Werbung, Mode und Kunst. Anlässlich ihres 80. Geburtstags zeigt ORF 2 das Porträt „Elfie Semotan, Photographer“ von Joerg Burger – eine Hommage nicht nur an eine große Künstlerin, sondern auch an die Passion des Fotografierens selbst. Über mehrere Wochen begleitete der Regisseur die unvermindert schaffensfreudige Fotografin bei ihrer Arbeit zwischen Wien, dem Burgenland und den USA. Dabei reflektiert Elfie Semotan im künstlerischen Dialog nicht nur ihr Werk, sondern auch ihr Metier, das sich radikal im Umbruch befindet.

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Regisseur Joerg Burger nimmt sich Zeit, Semotans Schaffensprozess zu dokumentieren, lässt die Bilder für sich sprechen. Kein Kommentar ist dazu notwendig. Er zeigt, wie die Fotografin mit Ex-Top-Model Cordula Reyer alte Aufnahmen durchsieht, Bilder für Ausstellungen auswählt oder die Schönheit des Alters in Gestalt von Erni Mangold für die Ewigkeit bannt. Eine zärtliche Annäherung ist dies, wenn sie der Schauspielerin etwa die Haare richtet. Elfie Semotan zwingt die Menschen vor ihrem Objektiv nicht in Posen, sondern verlangt ihnen Haltung ab. Sie selbst verzichtet auf jede Attitüde, so auch auf klischeehafte Floskeln wie: „Flirte mit der Kamera. Ja, die Kamera liebt dich!“
Ob sie schon immer Fotografin habe werden wollen, wurde sie oft gefragt, was sie stets mit einem gewissen Erstaunen quittierte: Es habe doch damals in dem winzigen Dorf, dem sie entstammt, niemand eine Kamera gehabt, wie wäre sie auf die Idee verfallen? Aber Künstlerin wollte sie werden. Die Stiefmutter schickte sie in die Gmundner Keramikfabrik, weil sie dort malen konnte. In Wien studierte sie Mode, übersiedelte nach Paris und führte dort Haute Couture vor, bevor sie hinter die Kamera wechselte.
Semotan sucht mit ihrem fotografischen Blick die Persönlichkeit hinter dem Menschen, den sie ablichtet. Und sie hält fest, was eigentlich gar nicht zu sehen ist – man erinnere sich an die tiefen Blicke in vertrackten Dreiecksbeziehungen, die sie in den 1980ern für eine Mineralwasser-Werbung festhielt und so ein Kultprodukt schuf. Und Regisseur Burger, der selbst sehr genau um die Macht des Blicks weiß, lässt in seiner Doku das Geschehen unverstellt wirken.

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