Grüne warnen vor Zerschlagung Bosnien-Herzegowinas

Ernst-Dziedzic/Ribo: EU muss nationalistisch-sezessionistischen Entwicklungen Einhalt gebieten

Wien (OTS) – „Serbische Nationalisten arbeiten eindeutig auf eine Zerschlagung Bosnien-Herzegowinas hin. Genau solche Pläne für eine Teilung des Landes waren vor 30 Jahren der Grund für einen blutigen Krieg. Wenn Europa jetzt vor dieser gefährlichen Entwicklung, die sich vor unserer Haustüre abspielt, die Augen verschließt, riskieren wir ein böses Erwachen“, warnt die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, angesichts der zunehmenden sezessionistischen Tendenzen in der Republika Srpska, die vom bosnischen Serbenführer Milorad Dodik vorangetrieben werden.

Die Abgeordnete verlangt daher sowohl von Seiten der EU als auch des österreichischen Außenministeriums ein konsequentes Vorgehen zum Schutz der Einheit Bosnien-Herzegowinas: „Es braucht dringend klare rote Linien für die nationalistischen Zündler. Die Europäische Union sollte daher – so wie die USA es tun – rasch konkrete Handlungsoptionen einschließlich restriktiver Maßnahmen festlegen, um bei einer weiteren Bedrohung für die Stabilität und territoriale Integrität Bosnien-Herzegowinas entsprechend reagieren zu können. Wenn dies nicht gemeinsam im Rahmen der EU möglich ist, weil einzelne Länder wie Ungarn oder Slowenien die Zerschlagunspläne Dodiks unterstützen, müssen wir eben in Abstimmung mit anderen gleichgesinnten europäischen Staaten über angemessene Konsequenzen beraten.“

„Die Geschehnisse in den letzten Wochen sind sehr besorgniserregend“, ergänzt die gebürtige Bosnierin und heutige Pflegesprecherin der Grünen, Bedrana Ribo. Bosnien-Herzegowina befinde sich in der größten politischen Krise seit Kriegsende. In der medialen Berichterstattung tauche immer wieder das Wort Krieg auf, weshalb sie sich ernsthafte Sorgen mache, so die Abgeordnete.

„Die Wunden des Krieges, der gerade einmal knapp 30 Jahre her ist, sind noch lange nicht verheilt. Ein weiterer Krieg ist das letzte was die Menschen in Bosnien wollen oder brauchen. Ohne die Hilfe von außen wird das Land diese Krise nicht überwinden können“, betont Ribo, die auch Obfrau der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Österreich-Bosnien-Herzegowina ist. Sie appelliert daher: „Nachdem die USA das schon getan haben, ist es nun höchst an der Zeit, dass auch die EU hier klar Stellung bezieht. Die EU kann es sich nicht leisten, bei dem brandgefährlichen nationalistischen Treiben nur besorgt zuzusehen. Hier sehe ich auch Österreich in einer besonderen Verantwortung. Nicht nur die geographische Nähe verbindet Österreich stark mit Bosnien-Herzegowina, auch die geschichtlichen und familiären Verbindungen dürfen wir nicht vergessen. Unruhen in der Region würden in Österreich nicht zuletzt auch durch die engen wirtschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder deutlich zu spüren sein.“

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