Krismer: „Korneuburger Schweineskandal zeigt Pernkopfs Versagen“

Die katastrophalen Zustände bei einem AMA-zertifizierten Schweinezüchter sind für die NÖ-Grünen „bezeichnend“.

St. Pölten (OTS) – „Ich bin angewidert – und entsetzt. Und das gleich doppelt.“ Helga Krismer macht aus ihrer Fassungslosigkeit kein Hehl:
„Was Tierschützer:innen da in einem Schweinemastbetrieb bei Korneuburg soeben aufgedeckt haben, ist absolut unerträglich“, reagiert die Landessprecherin der Grünen Niederösterreich und promovierte Veterinärmedizinerin auf die soeben vom Verein gegen Tierfabriken publik gemachten verheerenden Missstände in einem Schweinezuchtbetrieb im Bezirk Korneuburg.

Wie den von den Tierschützern veröffentlichten Bildern zu entnehmen ist, dürften dort katastrophale hygienische Zustände geherrscht haben und herrschen. So sind tote – mitunter zum Teil verweste – Tiere in den Koben und Kojen zwischen und unter den lebenden Schweinen zu sehen. Knochenreste deuten darauf hin, dass Kadaver von den Betreibern oft spät oder gar nicht aus den Buchten geholt worden sein dürften. „Nicht nur Vegetarier:innen oder Tierschützer:innen wird da schlecht“, betont Helga Krismer, „auch jedem und jeder, der oder die Wert auf gutes Fleisch am Teller legt, kommt bei solchen Bildern alles hoch.“

AMA-zertifiziert – und verheerend unhygienisch
Nicht zuletzt weil der Korneuburger Betrieb das AMA-Gütersiegel führt: Ein Zertifikat, das Konsument:innen von der Makellosigkeit und Qualität des Fleisches überzeugen soll. „Da geht es zuallererst einmal um Hygiene, aber auch um Haltungsbedingungen und ethische Standards,“ betont die Sprecherin der niederösterreichischen Opposition – und kommt „zum zweiten Grund, der mich hier fassungslos macht: Wieder einmal wurden katastrophale Missstände bei der Tierhaltung nicht von denen aufgedeckt, die dafür von Amts wegen zuständig wären – sondern von Tierschützer:innen.“

Denn bei amtlichen Kontrollen, staunt Krismer, „hat man von alledem nie etwas bemerkt.“ Dieses Komplettversagen bestätige die zuständige Behörde sogar selbst: Bei der letzten Kontrolle sei der Betrieb „in Ordnung“ gewesen, heißt es. Dass die – laut Amt – im Jahr 2020 stattgefunden hat, sagt Helga Krismer „sei bezeichnend: Wenn öfter und regelmäßiger kontrolliert würde, wäre Vieles gar nicht möglich.“

„Die Katastrophenbilanz Pernkopfs“
Die „mehr als nur ang’fressene Kritik“ der Tierärztin und Landtagsabgeordneten richtet sich aber nicht gegen einzelne Amtstierärzt:innn: „Derlei passiert ja nicht zum ersten Mal. Und nicht nur hier. Ganz im Gegenteil. Das bedeutet, dass dieses Versagen System hat – und an der Spitze der Hierarchiekette beginnt: Der zuständig Landesrat heißt seit 2017 Stephan Pernkopf. Und Pernkopfs Bilanz sieht noch schlimmer aus als dieser Schweinstall.“ Stephan Pernkopf ist einer der engsten Vertrauten und darüberhinaus Stellvertreter von ÖVP Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, „die sich so gerne als strahlende Mutter des Bundeslandes inszeniert“, so Krismer. „Aber“, schließt die Grünen-Chefin, „von diesen Herrschaften ist außer Hohlphrasen über den angeblichen ‚Feinkostladen Niederösterreich‘ bei der Eröffnung von Wochenend- und Bauernmärkten in Sachen Lebensmittelsicherheit, Tier- und somit Konsument:innenschutz schon lange nichts mehr zu hören. Und noch weniger zu erwarten.“

Tom Rottenberg
Pressesprecher der Grünen NÖ

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