30 Jahre Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte

Im Vorfeld des Internationalen Menschenrechtstages feiert Österreichs führendes Menschenrechtsinstitut mit einer hochkarätigen Podiumsdiskussion sein 30-jähriges Bestehen.

Am 10. Dezember wird alljährlich der Internationale Tag der Menschenrechte begangen – jener Tag, an dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte angenommen und damit den Grundstein für die Entwicklung des modernen Menschenrechtsschutzes gelegt hat. Im Vorfeld dieses Jahrestages lädt das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) am Donnerstag, 1.12., ab 18:00 Uhr zum Human Rights Talk ins Volkskundemuseum Wien. Unter dem Titel „Wem gehört das Weltkulturerbe?“ setzen sich hochkarätige Expert:innen aus Kultur, Wissenschaft und Diplomatie mit dem brisanten Thema der kulturellen Aneignung auseinander. Die Veranstaltung steht im Zeichen des 30-jährigen Bestehens des Ludwig Boltzmann Instituts für Grund- und Menschenrechte; sie wird als Hybrid-Veranstaltung auch mittels Live-Streams auf der Institutswebsite übertragen. 

30 JAHRE MENSCHENRECHTSFORSCHUNG AM LBI-GMR

Das Institut wurde 1992 von Felix Ermacora, Manfred Nowak und Hannes Tretter als „Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM)“ im Vorfeld der World Conference on Human Rights gegründet. Es ist zu einem der bedeutendsten Menschenrechtsinstitute im deutschsprachigen Raum herangewachsen und blickt auf einen reichen Schatz an Expertisen, Projekten, Veranstaltungen und Publikationen zurück. Heute beschäftigt es rund 30 Forscher:innen, die sich mit einem breiten Spektrum an wissenschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen und national, europaweit sowie auch international tätig sind. 

ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS

Das LBI-GMR ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, welche als außeruniversitäre Forschungsorganisation sowohl wissenschaftliche Agilität als auch Praxisbezug ermöglicht. Charakteristisch für das LBI-GMR ist sein Fokus auf den „Translational Research Cycle“, mit dem Forschungsergebnisse in die Praxis übersetzt werden und Erkenntnisse aus der Praxis umgekehrt in die Forschung einfließen. Dieser „Kreislauf der Übersetzung“ gewährleistet die hohe Qualität und Wirksamkeit der Forschungsarbeit des Instituts und sichert dessen Scharnierfunktion zwischen Theorie und Praxis. 

Den gegenwärtigen Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte begegnet das Institut mit seinem interdisziplinären Ansatz, der Rechts-, Sozial- und Politikwissenschaften verbindet. Aktuell beschäftigt es sich schwerpunktmäßig mit den Themen „Asyl und Migration“, „Menschenwürde und öffentliche Sicherheit“, „Rechtsstaatlichkeit und Reform des öffentlichen Sektors“, „Soziale Gerechtigkeit für benachteiligte Personen“, „Ungleichheit und Antidiskriminierung“ sowie „Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit“. In der Programmlinie „Allgemeine Menschenrechte“ widmet sich das Institut darüber hinaus aktuellen Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Völkerstrafrecht.

ERFOLGREICHE ZUSAMMENARBEIT MIT DER UNIVERSITÄT WIEN

Seit dem Jahr 2019 leitet Michael Lysander Fremuth als wissenschaftlicher Direktor das LBI-GMR. Die administrative Leitung hat, ebenfalls seit 2019, Patricia Mussi-Mailer inne.

Fremuth ist zugleich Universitätsprofessor für Grund‐ und Menschenrechte an der Universität Wien; diese personelle Anbindung ermöglicht einen laufenden Austausch sowie Synergien und vielfältige Kooperationen zwischen den beiden Institutionen.  

Mit Oktober 2022 hat Fremuth den Ruf auf die unbefristete Professur für Grund- und Menschenrechte am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien angenommen. Damit wird die mit Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags zwischen der Universität Wien und der Ludwig Boltzmann Gesellschaft im September 2020 intensivierte Zusammenarbeit zwischen beiden Forschungseinrichtungen in bewährter Weise fortgesetzt. Das LBI-GMR fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen der akademischen Forschung der Universität Wien und der bewährten anwendungsorientierten Forschung des Menschenrechtsinstituts. _„Ich danke der Universität Wien und der Ludwig Boltzmann Gesellschaft für deren starkes Bekenntnis und Engagement in der grundlagen- und anwendungsorientierten Menschenrechtsforschung“,_ freut sich Fremuth, die Expertisen der beiden Einrichtungen weiterhin nachhaltig bündeln zu können. 

MENSCHENRECHTE WICHTIGER DENN JE

Gerade die von Pandemie, Ukraine-Krieg und Klima- sowie Energiekrise geprägten letzten Jahre beweisen immer wieder aufs Neue, wie groß die Bedeutung fundierter wissenschaftlicher Forschung für unsere Gesellschaft ist. Mussi-Mailer meint dazu: _„Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass wir die Menschenrechte nicht als gegeben annehmen dürfen. Sie müssen immer wieder neu erklärt und umgesetzt werden, und manchmal können auch unterschiedliche Menschenrechte, zum Beispiel das Recht auf Gesundheit und die Versammlungsfreiheit, miteinander konkurrieren. Hier sind unsere Expert:innen gefragter denn je.“_ Fremuth betont weiters: _„Das LBI-GMR wird weiterhin einen zentralen Beitrag zur menschenrechtlichen Forschung und Arbeit in Österreich und darüber hinaus leisten, indem es gerade auch in Zeiten großer Polarisierung und Erregung als besonnene Stimme der Wissenschaft seine Expertise bereitstellt und fruchtbar macht. Dazu werden wir unsere proaktive Arbeit zu aktuellen und künftigen menschenrechtlichen Themen und Herausforderungen fortsetzen.“_ 

Das LBI-GMR wird sich im Rahmen einer internationalen Tagung (27.-29. Oktober 2023) gemeinsam mit der Universität Wien und weiteren Partnerorganisationen anlässlich des Jubiläums der Weltmenschenrechtskonferenz 1993 in Wien den Errungenschaften und Herausforderungen sowie der Zukunft des internationalen Menschenrechtsschutzes widmen. 

VERANSTALTUNGSHINWEIS:

Human Rights Talk „Wem gehört das Weltkulturerbe?“

Do., 1.12.2022, ab 18:00 Uhr im Volkskundemuseum Wien (Laudongasse 15-19, 1080 Wien)

Anmeldungen bis Mo., 28.11., unter office@gmr.lbg.ac.at

Details 

HUMAN RIGHTS TALK „WEM GEHÖRT DAS WELTKULTURERBE?“

Im Vorfeld Internationalen Tages der Menschenrechte lädt das Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI-GMR) zum Human Rights Talk ins Volkskundemuseum Wien. Unter dem Titel „Wem gehört das Weltkulturerbe?“ setzen sich hochkarätige Expert:innen aus Kultur, Wissenschaft und Diplomatie mit dem brisanten Thema der kulturellen Aneignung auseinander. Die Veranstaltung steht auch im Zeichen des 30-jährigen Bestehens LBI; sie wird als Hybrid-Veranstaltung auch mittels Live-Streams auf der Institutswebsite übertragen.

MMag. Barbara Seemann
Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte
PR- und Kommunikationsmanagerin
+43 1 4277-27465
barbara.seemann@gmr.lbg.ac.at
http://gmr.lbg.ac.at

Pressekontakt
Laura Heller, MA
Ludwig Boltzmann Gesellschaft
Öffentlichkeitsarbeit
Nußdorfer Straße 64, 1090 Wien
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