Effektiver Kinderschutz braucht auch die Stärkung der Kinderschutzeinrichtungen

Die Österreichischen Kinderschutzzentren beziehen Stellung zum aktuellen Ministerratsvortrag

Die Österreichischen Kinderschutzzentren begrüßen die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Kinderschutzes in Österreich und sehen darin einen ersten wichtigen Schritt, vermissen jedoch den Ausbau von auf Gewalt spezialisierten Kinderschutzorganisationen.

So ist als präventive Maßnahme die Verpflichtung, Kinderschutzkonzepte zu entwickeln, für Schulen eine wesentliche und notwendiger Verbesserung, es braucht diese Auseinandersetzung mit den jeweiligen Risiken und Schutzmaßnahmen jedoch flächendeckend österreichweit für alle Organisationen und Institutionen, die mit Kindern arbeiten.

„_Verpflichtende Kinderschutzkonzepte für Schulen, Anreize für Vereine sowie eine Qualitätssicherungsstelle entsprechen unseren zentralen Forderungen. Zum Schutz von Kindern ist es allerdings notwendig, für alle, die mit Kinder und Jugendlichen arbeiten, gesetzlich vorgegebene Qualitätskriterien festzuschreiben_“, erklärt Mag.a Petra Birchbauer, Vorsitzende im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren.

Die geplante Qualitätssicherungsstelle sehen die Kinderschutzzentren als sinnvolle Einrichtung – wichtig ist hier, dass diese Stelle die Qualität und vor allem den dahinterliegenden Prozess in der jeweiligen Organisation kontrolliert und überprüft und damit die Einhaltung der Qualitätskriterien für effektiven institutionellen Kinderschutz sicherstellt.

Die Österreichischen Kinderschutzzentren vermissen weitgreifende Maßnahmen, die direkt auf betroffene Kinder und Jugendliche abzielen sowie den bedarfsgerechten Ausbau bereits bestehender Kinderschutzorganisationen. Die Arbeit mit von gewaltbetroffenen Kinder/jugendlichen braucht eine Spezialisierung auf Gewaltdynamiken und spezielle therapeutische Herangehensweisen.

„_Effektiver Kinderschutz braucht die Arbeit mit der ganzen Familie. Nur durch die Bereitstellung entsprechender Mittel für den Ausbau spezifischer Therapie- und Beratungsangebote für Kinder/Jugendliche und deren Bezugspersonen in Kinderschutzorganisationen kann es gelingen, den Kreislauf von Gewalt, der oft über Generationen geht, zu durchbrechen_“, betont Birchbauer.

„_Nachbesserungen im Justizbereich, wie eine Anpassung angemessener Strafhöhen für Gewalt an Kindern und die Ausweitung der Tätigkeitsverbote machen auch aus Kinderschutzsicht Sinn. Der wirksamste Kinderschutz ist jedoch die Prävention. Daher schließt auch eine Verständigungspflicht an Arbeitgeber*innen bei verdichtetem Verdacht auf Gewalt an Kindern eine bestehende Lücke_“, schließt Mag.a Hedwig Wölfl, stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren. 

Insgesamt gelingt mit diesem Maßnahmenpaket, dass einige langjährige Kinderschutzanliegen umgesetzt werden. Die Österreichischen Kinderschutzzentren werden auch in Zukunft sowohl durch die direkte Arbeit mit gewaltbetroffenen Kindern, Jugendlichen und ihrem Bezugssystem als auch durch die Sensibilisierung der Gesellschaft auf weitere notwendige Kinderschutzmaßnahmen hinweisen.

 

DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN
Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
Martina Wolf
www.oe-kinderschutzzentren.at
www.kinder-schuetzen.at
www.schutzkonzepte.at
info@oe-kinderschutzzentren.at

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