Russische Exportbremse und USDA-Report befeuern Getreidebörsen

Heimische Marktpreise hinken trotz stabiler Absatzschätzung der AMA stark nach

Wien (OTS) – Das USDA senkt im Jänner-WASDE die Schätzung der weltweiten Endlager nach der Saison 2020/21 von Weizen, Mais, Getreide insgesamt und Ölsaaten gegenüber dem Vormonat nochmals kleiner ein. Beim Getreide insgesamt, dem Mais und bei den Ölsaaten wie auch Sojabohnen schmelzen die Endbestände ab, lediglich die Weizenlager schwellen weiter an, aber das spürbar schwächer als in der Dezember-Prognose. Die internationalen Terminbörsen reagierten darauf – auch in Verbindung mit Überlegungen Russlands, die ab Mitte Februar in Kraft tretende Weizenexportsteuer von 25 Euro/t wegen der international und am Heimmarkt hohen Preise auf 50 Euro/t verdoppeln zu wollen – mit einem neuerlichen Kursfeuerwerk.

Sowohl an der weltweit führenden CBoT in Chicago als auch an der Euronext in Paris sprangen zur Wochenmitte die Notierungen von Weizen, Mais, Sojabohnen und auch Raps von ihren schon seit Herbst stetig steigenden und beachtlichen Werten auf die höchsten Stände seit mehr als sieben Jahren. Am späten Mittwochmittag hielt Mahlweizen an der Euronext in Paris zur Lieferung im März bei 231,25 Euro/t, Mais bei 215 Euro/t und Raps bei 443,75 Euro/t.

Heimische Marktpreise hinken trotz stabiler Absatzschätzung
der AMA stark nach

Damit vergrößerte sich etwa der Abstand zu dem an der Wiener Produktenbörse zuletzt vor Weihnachten ebenfalls ab Station Großhandel mit 187 Euro/t notierten heimischen Qualitätsweizen auf unglaubliche 44,25 Euro/t, obwohl dieser in einem deutlich höheren Qualitätssegment angesiedelt ist als der in Paris notierte Weizen. Brancheninsider meinen, da werde es schon wirtschaftlich, sollte sich Weizen am Inlandsmarkt tatsächlich so schwer absetzen lassen, in den Drittlandexport einzusteigen. Denn um die Preisdifferenz zwischen Kassamarkt hierzulande und Euronext-Notierungen, die den EU-Exportpreisen entsprechen, seien schon die Transportkosten nach Triest und das Fobing gedeckt. Ob das extrem starke Nachhinken der Kassamarktpreise in Österreich nur mit von der Corona-Krise bedingten vermeintlichen Absatzschwierigkeiten erklärbar ist, scheint auch immer fraglicher.

Denn die von der AMA im Dezember veröffentlichten jüngsten Getreidebilanzen für Österreich weisen mit 556.000 t einen gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019/20 unveränderten Inlandsverbrauch von Weichweizen für die menschliche Ernährung aus, ebenso eine unveränderte Verarbeitung von 343.000 t zu Bioethanol. Die industrielle Verwertung von Weizen – etwa zu Stärke – soll laut AMA zum Vorjahr sogar um 101.000 t auf 400.000 t zunehmen. Während die AMA-Bilanz Ausfuhren in andere EU-Länder wie den Hauptmarkt Italien mit 662.000 t und in Drittländer mit 47.000 t ebenfalls gleich hoch ansetzt wie im vorangegangenen Wirtschaftsjahr, senkt sie die Einfuhren aus dem EU-Raum gegenüber 2019/20 um 28.000 t auf 1,088 Mio. t. Damit ergibt sich in der Bilanz trotz der 2020/21 mit 1,592 Mio. t um 78.000 t gegenüber 2019 größeren Ernte des vorigen Sommers ein lediglich um 13.000 t wachsender Endlagerstand von 300.000 t oder nicht allzu üppigen 15,5% des Inlandsverbrauchs.

Zum Vergleich: Weltweit betragen – als sogenannte Ratio stock to use – die Weizenendlager 41,23% des Verbrauchs. Und obwohl bisher auf den Märkten Werte der Ratio stock to use unter 20% als preistreibend und solche über 20% als preisdrückend gegolten haben, gehen die Weltmarktpreise durch die Decke und bleiben sie hierzulande extrem zurück. (Schluss)

CR Christian Posekany
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