Erfolgsbilanz zum Schutz des bedrohten Sterlets: Über 235.000 Jungfische in Donau und March ausgesetzt!

Abschluss des gemeinsamen EU-Projekts LIFE Sterlet auf der Inselinfo

Wien (OTS) – Über 235.000 Jungfische des bedrohten Sterlets, der kleinsten Stör-Art, konnten im Rahmen des von der Universität für Bodenkultur Wien und der Stadt Wien getragenen und vom Bund unterstützten EU-Projekts LIFE Sterlet ausgesetzt werden. Nun wurde das 2016 gestartete Erfolgsprojekt abgeschlossen, die letzten Jungfische wurden am Freitag im Rahmen einer Abschlussveranstaltung auf der Inselinfo der MA 45-Wiener Gewässer von den Projektpartnern in die Donau entlassen.

„Wir freuen uns, dass wir dieses spannende Projekt zum Schutz der bedrohten Sterlets unterstützen konnten. Eines der Hauptziele des Projekts, die Auswilderung von insgesamt 150.000 Jung-Sterlets während der Projektlaufzeit, wurde mit über 235.000 ausgewilderten Jungtieren nicht nur erreicht, sondern weit überschritten. Viele ausgewachsene Fische wurden in der Donau bereits wieder gesichtet“, freut sich die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli Sima und bedankt sich bei den Projektpartnern für die so gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ziel des Projektes war es, den Wildbestand des Sterlets zu stärken und wieder gesunde, selbsterhaltende Populationen in verschiedenen Donauabschnitten zu etablieren. Dafür wurden zwischen 2016 und 2021 über 235.000 Jung-Sterlets in Donau und March ausgesetzt.

„Die Erhaltung und Sauberkeit unserer heimischen Gewässer sind mir ein großes Anliegen. Als Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus investieren wir jedes Jahr in die Renaturierung von Gewässerräumen. Auch die Qualität der Donau und ihrer Lebewesen wird laufend kontrolliert. Zuletzt in einem großen Donaumessprogramm, an dem sich mein Ressort federführend beteiligt hat. Der Stör reagiert sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse und zählt daher zum Indikator für ein gesundes Flusssystem. In Österreich gibt es in einem kleinen Gebiet nur noch eine wildlebende Störart, den Sterlet. Umso mehr freue ich mich über die Erfolge zur Wiederansiedlung im LIFE Sterlet Projekt hier in Wien. Ganz besonders ist, dass viele Schulklassen die Aufzuchtstation auf der Donauinsel besucht haben. Das BMLRT hat dieses Projekt sehr gerne unterstützt“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Neben der für die Wiener Gewässer zuständigen Stadträtin Ulli Sima nahmen auch Sektionschef Günter Liebel aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus sowie Hubert Hasenauer, Rektor der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU Wien) an der Abschlussveranstaltung teil. Der Leiter der Wiener Gewässer (MA 45) Gerald Loew zieht ebenfalls positive Bilanz: „Seit Herbst 2016 wurden auf unserer Inselinfo in einem Aufzuchtcontainer hunderttausende junge Sterlets erbrütet, aufgezogen und schließlich ausgewildert. Es war für uns faszinierend, dieses Projekt aus nächster Nähe mitzuverfolgen.“

Schutz und Erhalt der Sterlet-Bestände in der Donau – Projektbilanz

Die Projektergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass sich der Sterlet wieder dauerhaft in der Donau etablieren kann. „Störe sind 200 Millionen Jahre alte lebende Fossilien. In nur 200 Jahren wurden sie zur am stärksten bedrohten Tierfamilie der Welt. Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, diese faszinierenden Lebewesen für künftige Generationen zu erhalten“, so Projektleiter Thomas Friedrich von der BOKU Wien.

Einige Kennzahlen zum Projektabschluss:

* Im Rahmen des Monitorings konnten 2021 die ersten beiden
laichreifen ausgewilderten Fische aus dem Jahrgang 2017 wiedergefangen werden.

* Über 70 Sterlets wurden mit hydro-akustischen Sendern sowie passiven Mikrochips (PIT) versehen. So können die Wanderbewegungen und die bevorzugten Lebensräume über mehrere Jahre hinweg und auch noch über das Projektende hinaus dokumentiert werden.

* Über 150 Printartikel sowie mehr als 30 Fernseh- und
Radiobeiträge national und international belegen das große Medieninteresse.

* Bewusstseinsbildung: Über 40 Schulklassen haben den Aufzuchtcontainer auf der Inselinfo besucht.* Seit Projektstart haben rund 50 Delegationen aus Österreich, der Europäischen Kommission, aus anderen EU-Ländern und sogar aus China den Aufzuchtcontainer auf der Donauinsel besucht.

* Auf internationaler Ebene gab es 2019 einen großen Erfolg: Mit
der Ratifizierung des Pan-Europäischen Aktionsplans zum Schutz der Störe durch die Europäische Kommission und die Berner Konvention gibt es nun auch ein rechtlich bindendes Dokument zum Schutz dieser am stärksten gefährdeten Tierfamilie der Welt.

Störe sind stark bedroht

Die großen flussaufwandernden Störarten der Donau sind durch Überfischung und Unterbrechung der Wanderrouten in der Oberen und Mittleren Donau bereits im letzten Jahrhundert ausgestorben. Nur der kleinere Sterlet (Acipenser ruthenus) ist in der Oberen Donau noch vereinzelt zu finden, da er dauerhaft im Fluss lebt. Doch auch sein Bestand ist stark bedroht. Die Art steht auf der [Roten Liste]
(https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten) der
[IUCN] (https://de.wikipedia.org/wiki/IUCN) (Weltnaturschutzunion) und ist durch das [Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen]
(https://de.wikipedia.org/wiki/Washingtoner_Artenschutz-%C3%9Cbereink
ommen) geschützt. Umso wichtiger sind Projekte zum Schutz der Sterlets.

LIFE Sterlet (2016 bis 2021): EU-Projekt mit internationaler Beteiligung

Das Projektteam von LIFE Sterlet setzte sich aus dem [Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement] (http://www.wau.boku.ac.at/ihg/) der [Universität für Bodenkultur] (http://www.boku.ac.at/) Wien, der [Stadt Wien – Wiener Gewässer]
(https://www.wien.gv.at/umwelt/wasserbau/) (MA 45) sowie dem Institut
für Zoologie der [Slowakischen Akademie der Wissenschaften] (http://www.sav.sk/?lang=en) zusammen. An dem EU-Projekt beteiligten sich neben dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus viele weitere Sponsoren wie die viadonau sowie Fischereiverbände aus Niederösterreich und Wien. Ebenfalls im Projekt vertreten waren neben der Slowakei auch Tschechien (Wasserbauverwaltung March & Thaya), der Nationalpark Donau-Auen, das Land Oberösterreich, Fischereivereine und die Marktgemeinde Drösing.

Das Projekt wurde zu 60 Prozent von der [Europäischen Union] (http://europa.eu/index_de.htm) mit Mitteln aus dem LIFE-Programm gefördert.

Information zum EU-Projekt: [http://life-sterlet.boku.ac.at/] (http://life-sterlet.boku.ac.at/)

[https://www.instagram.com/sturgeon_conservation/]
(https://www.instagram.com/sturgeon_conservation/)

rk-Fotoservice: [www.wien.gv.at/presse/bilder]
(http://www.wien.gv.at/presse/bilder#_blank)

Anita Voraberger
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Mobil: 0664 16 58 655
E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

Mathilde Urban
Öffentlichkeitsarbeit
Stadt Wien – Wiener Gewässer
Telefon: 01 4000 96599
Mobil: 0676 8118 96599
E-Mail: mathilde.urban@wien.gv.at
www.gewaesser.wien.at

Thomas Friedrich
Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement
Projektleitung LIFE Sterlet
Telefon: 0650 4507428
E-Mail: thomas.friedrich@boku.ac.at

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