Kinderschutz: Nicht auf halbem Weg stehen bleiben

Kinderfreunde begrüßen Paket & fordern weitergehende Maßnahmen

„Grundsätzlich ist jede Maßnahme und jeder Schritt in Richtung mehr Kinderschutz sehr zu begrüßen. Darum freuen wir uns auch, dass der Ministerrat heute ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht hat, auch wenn es aus unserer Sicht deutliche Schwächen hat“, erklärt Daniela Gruber-Pruner, Bundesgeschäftsführerin der Kinderfreunde.

VERENGUNG AUF SEXUELLE GEWALT

Das Maßnahmenpaket der Regierung legt den Fokus stark auf den Schutz vor sexueller Gewalt. „Das ist für uns eine Verengung, die keinen Sinn macht. Gewalt hat viele Gesichter, daher muss auch die österreichweite Kinderschutzstrategie vielschichtig sein. Kinderschutz darf nicht ausschließlich auf den Schutz vor sexueller Gewalt reduziert werden – es ist ein ganzheitliches Thema“, so Gruber-Pruner.

VERPFLICHTENDE KINDERSCHUTZKONZEPTE FÜR ALLE

„Wir begrüßen, dass Schulen künftig verpflichtende Konzepte vorlegen müssen, pochen aber darauf, den außerschulischen Bereich nicht zu vergessen: 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche sind laut Studie der Bundesjugendvertretung in der außerschulischen Jugendarbeit aktiv. Es reicht nicht die Vereine, Jugendzentren, Feuerwehren und Co auf freiwilliger Basis zu Kinderschutzkonzepten und –strategien zu bewegen. Es braucht eine Verpflichtung für alle Strukturen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, vom Bildungs- über den Kultur- bis hin zum Sportbereich, sowie fördernde und unterstützende Maßnahmen, die einheitlich bundesweit wirken. Alles andere ist zahnlos“, so die Kinderfreunde.

KINDERSCHUTZ FÄNGT IM KINDERGARTEN AN

„Völlig unverständlich ist für uns, dass der elementarpädagogische Bereich, also der Kindergarten nicht mitgenommen wurde. Hier für wirksame, verpflichtende Konzepte einzutreten, hat für uns als Träger von elementarpädagogischen Einrichtungen oberste Priorität.“

RASCHER PROZESS MIT EXPERT:INNEN

„Wir fordern die Regierungsverantwortlichen dringend dazu auf, jetzt nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben. Es gibt renommierte Kinderschutzorganisationen in unserem Land – es gilt jetzt raschen Prozess aufzusetzen, um die einzelnen Bausteine, die heute angerissen werden, zu ergänzen, zu konkretisieren und in Umsetzung zu bringen. Am Ende dieses Prozesses muss zum Wohle aller Kinder in Österreich ein bundesweites und umfassendes Kinderschutzgesetz stehen“, schließt Gruber-Pruner.

Österreichische Kinderfreunde
Karin Blum
Pressereferentin
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