Coronavirus: Kärntens LH Kaiser appelliert an Bevölkerung UND Bundesregierung

Maßnahmen mittragen, um gemeinsam Fallzahlen zu senken – Von Bund mehr, klarere, offenere und transparentere Kommunikation gefordert

Klagenfurt (OTS/LPD) – Zu den bevorstehenden Corona-Maßnahmen des Bundes hat heute, Samstag, Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser direkt nach der Sitzung des Experten-Koordinationsgremiums Stellung genommen. An die Bevölkerung richtete er den dringenden Appell, die ab Dienstag, 0.00 Uhr geltenden Maßnahmen mitzutragen. „Setzen Sie noch intensiver als bisher auf Hygienemaßnahmen und Abstand, tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, lüften Sie Innenräume regelmäßig. Sie schützen damit sich und Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger“, betonte er. Von der Bundesregierung forderte Kaiser „mehr, klarere, offenere und transparentere Kommunikation“. Es brauche nämlich auch Vertrauen und Nachvollziehbarkeit, damit die Menschen mitmachen. Kritisch betrachtet Kaiser, dass die Länder und Städte nicht vorab in die Verordnungsentwicklung eingebunden wurden, was für mehr Praxisbezogenheit der Maßnahmen hätte sorgen können. Einige von Kärnten gestellte Forderungen sollen aber doch noch in die Verordnung einfließen.

„In der Videokonferenz mit der Bundesregierung und den Ländern habe ich deponiert, dass wir eine rasche, unbürokratische Unterstützung der Unternehmen brauchen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass wir der Pandemie eine geschlossene Phalanx gegenüberstellen können“, sagte der Kärntner Landeshauptmann. „Ganz entscheidend ist es auch, dass die staatliche Hilfe für die Unternehmen mit einer Arbeitsplatzgarantie verknüpft ist, damit es zu keiner Kündigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kommt“, so Kaiser. Dies sei vom Bundeskanzler jedenfalls explizit so aufgenommen worden.

Eine ebenfalls berücksichtigte Forderung Kärntens betrifft die Kinder und Jugendlichen. „Uns war es wichtig, dass Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen für die Unter-14-Jährigen unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen in Betrieb bleiben“, sagte Kaiser als Bildungsreferent. Der Vorschlag Kärntens, dass es für Maturaklassen eine hybride Form aus Distance Learning und Präsenzunterricht geben sollte, wurde vom Bund bisher noch nicht aufgenommen.

Die Maßnahmen des Bundes zum Schutz von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen mit u.a. den strengen Besuchsregelungen trägt Kärnten mit, obwohl auch hier für Kaiser „etwas mehr an Praxisbezogenheit möglich gewesen wäre“. Wichtig sei jedenfalls ein Entlassungsmanagement, das von Covid-19 Genesenen nach bestmöglicher Versorgung die Rückkehr in die Pflegeeinrichtung ermögliche und ein Überstrapazieren kritischer Infrastruktur verhindere.

Weiter intensiviert werden soll laut Kaiser das Contact Tracing. „Wir brauchen hier zusätzliche menschliche Ressourcen. Derzeit können rund 60 Prozent der Fälle nicht effizient genug nachverfolgt werden, Das muss sich wieder ändern“, betonte er.

Die schwierige Situation sei jedenfalls nur in Gemeinsamkeit zu bewältigen. Kaiser hob insbesondere die gravierenden Einschränkungen in Gastronomie, Beherbergung, Sport, Kunst und Kultur, bei Veranstaltungen und in der Freizeitgestaltung hervor. „Transparenz ist für mich an die Spitze aller Handlungen zu setzen. Auch die Abwägung was hilft‘s/was schadet‘s ist öfter zu treffen“, meinte der Landeshauptmann. So sei es momentan schwer zu vermitteln, warum in Kärnten Kultureinrichtungen keine Vorstellungen stattfinden dürfen, obwohl dort keine Cluster aufgetreten sind. Ebenso hätten im großen Klagenfurter Stadion zumindest Jugendspiele unter geregeltem Ablauf mit Zuschauern, die sehr weit voneinander Platz haben, stattfinden können.

(Schluss)

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