Rotes Kreuz: Humanitäre Lage in Afghanistan verschärft sich weiter

Wegen Dürren, der Corona-Pandemie und einer Wirtschaftskrise sind 23 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Jetzt gilt es, das Land vor einer Katastrophe zu retten.

Wien (OTS) – Das Bankensystem funktioniert nicht mehr. Die Leute haben kein Geld mehr, um Essen zu kaufen, während die Preise explodieren. Lehrer und Gesundheitspersonal haben seit fünf Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Krankenhäuser können den Treibstoff für Generatoren und Rettungswägen sowie das Essen für ihre Patienten nicht mehr bezahlen. „Die humanitäre Lage in Afghanistan nimmt dramatische Ausmaße an“, sagt Rotkreuzpräsident Gerald Schöpfer. „Es kommt ein harter Winter auf das Land zu. Knapp 23 Millionen Menschen werden in den nächsten Monaten zu wenig zu essen haben und sind akut vom Hunger bedroht – darunter 3,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Den Hilfsbedarf, den wir erwarten, kann keine humanitäre Organisation der Welt stillen. Aber wir müssen so vielen Menschen wie möglich helfen und versuchen das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu retten.“ Das Gesundheitssystem, das stark von internationalen Geldern abhängig war, hat nach dem Machtwechsel in Kabul unter dem Ausbleiben vieler Gelder gelitten. Die Rotkreuzbewegung hat die Unterstützung von Spitälern und Personal massiv ausgeweitet.

Rotes Kreuz weiter im Land tätig

Vor allem wegen der Dürre sind zehntausende Familien aus ländlichen Gebieten in Städte gezogen, wo sie in improvisierten Unterkünften und Camps leben. Alleine in diesem Jahr sind etwa 700.000 Menschen in Afghanistan intern vertrieben worden – 80 Prozent davon Frauen und Kinder. Insgesamt gibt es 3,5 Millionen intern Vertriebene in Afghanistan. „Afghanistan braucht dringend Hilfe, wenn dort nicht die größte humanitäre Krise der Welt entstehen soll“, appelliert Schöpfer. „Sowohl das Internationale Rote Kreuz als auch der Afghanische Rote Halbmond sind mit tausenden Hilfskräften uneingeschränkt im Land aktiv“, versichert er. „Wir haben weiter Zugang zu den Menschen, die Hilfe brauchen, weil wir eine neutrale Organisation sind, die streng nach ihren Grundsätzen arbeitet. Humanitäre Hilfe muss auch weiter bedingungslos möglich sein.“

Basisversorgung und Verteilung von Hilfsgütern

Das Rote Kreuz ist mit mobilen Gesundheitsteams auch in entlegenen Regionen unterwegs, um eine medizinische Basis-Versorgung sicherzustellen. Der Afghanische Rote Halbmond – mit 34 Bezirksstellen im ganzen Land – verteilt Hilfsgüter und unterstützt Familien in Not mit Bargeld. Der Fokus der Aktivitäten wird in den nächsten Monaten auf der Verteilung von Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs liegen. Nutztiere und Saatgut sollen die Lebensgrundlagen sichern und die Wasserversorgung soll verbessert werden. Zur Vorbereitung auf die sinkenden Temperaturen werden auch Winter-Kits mit Decken und Plastikplanen verteilt.

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Margit Draxl
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